Archiv für Revolution

Ich, Obama-Versteher

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , , , on 21. Dezember 2014 by arnarscho

Außer Putin-Versteher bin ich jetzt auch Obama-Versteher.
Anlass war ein Artikel im Contra-Magazin über ein Interview, das George Friedman der russischen Zeitung Kommersant gab.
George Friedman ist der Chef des einflussreichen Think-Tanks Stratfor, der oft auch als Schatten-CIA bezeichnet wird. Jeder seriöse Verschwörungstheoretiker kennt und schätzt den wegen seiner klaren Aussagen.

In dem Interview erzählt er dann auch ganz unverblümt, dass der Putsch in der Ukraine von den USA inszeniert wurde. „Und in der Tat war das der unverhüllteste Staatsstreich in der Geschichte“, zitiert ihn RIA Novosti.

Soweit ich das aus dem Google-Translate-Kauderwelsch entnehmen konnte, bescheinigt er den USA eine erfolgreiche Außenpolitik der letzten 100 Jahre in Europa, die stets darauf ausgerichtet war, keine Macht in Europa zu stark werden zu lassen. Der absolute Horror für die USA ist ihm zufolge eine starke Allianz zwischen Russland und Deutschland.

Die rote Linie habe Russland aber im Syrien-Konflikt überschritten, mit dem Veto letztes Jahr im UN-Sicherheitsrat, als Amerika Syrien bombardieren befreien wollte und Russland „njet“ gesagt hat.
Das muss man sich mal vorstellen, da wollen die USA ein Land angreifen, aber eine Regionalmacht verhindert dies!!! Das widerspricht ganz klar der Militärdoktrin der „Full-spectrum dominance„. Kein amerikanischer Präsident kann das zulassen, sonst wird er fertiggemacht, das muss man verstehen.

Den Russen war wohl nicht klar, wie ernst es die Amerikaner nehmen würden, dass sich eine fremde Macht in deren Nahost-Politik einmischt. In das angestammte Territorium der USA!
Deshalb wurde in der Ukraine kurzerhand der Umsturz, der ohnehin schon länger geplant war, vom Zaun gebrochen, um Russland genügend Probleme vor seiner Haustür zu schaffen, und damit seinen Einfluss im Nahen Osten zurückzudrängen.

Denn kein amerikanischer Präsident könne es sich leisten, so Friedman, untätig herumzusitzen, während Russland immer einflussreicher wird.
Auch Obama sind da Hände und Füße gebunden, dahinter stecken ganz andere Kräfte, das muss man schon verstehen.

Lasst uns den Staat kaufen!

Posted in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft with tags , , on 13. April 2013 by arnarscho

In meinem ständigen Bemühen, die Probleme dieser Welt auf basisdemokratischem Weg zu lösen, ist mir jetzt DIE Lösung eingefallen: das Volk kauft sich einfach seinen Staat auf.
Aber nicht etwa, indem es die Staatsschulden abbezahlt, das wäre etwas teuer, sondern indirekt, indem es die Parteien aufkauft, statt dieses lukrative Geschäft nur den Ackermännern zu überlassen.
Dabei wird die sogenannte Hebelwirkung ausgenutzt; schlagen wir sie doch mit ihren eigenen Waffen durch Kraut-Funding!

Wenn jeder Deutsche auch nur einen Euro pro Jahr (das dürfte ja noch zu verkraften sein) an die Partei seiner Wahl als Spende überweist, fließen zig-Millionen auf deren Konten. Dagegen nehmen sich die 150.000 von BMW doch wie Peanuts aus.
Und weil so gut wie alle Parteifunktionäre Speichellecker ohne eigene Meinung sind, würden sie zur Not sogar die Meinung des Volkes vertreten, wenn es denn genug einbringt.
Denn eines ist sicher: zig-Millionen werden solche Geizhälse wie die Ackermänner, Quandts und Krupps nicht spendieren, weil ihrer Meinung nach Volksvertreter so etwas wie prekäre Hilfsarbeiter und Parasiten sind, die mit einem symbolischen Trinkgeld abgespeist werden können.

Und das funktioniert sogar, wenn sich nur 10% der Bevölkerung daran beteiligen, nämlich die, die sich für Politik interessieren und selbige mitgestalten wollen, also die eher Unbequemen, auf die die Politiker normalerweise lieber verzichten möchten.

Das geht dann so: wenn die CDUCSUFDPSPDGRÜNE-Blockpartei mal wieder besonders abartige, asoziale Gesetze verabschiedet, fließen die zig-Millionen im nächsten Jahr halt an die LINKE.
Ihr solltet mal sehen, wie schnell wir dann die sogenannten Volksvertreter auf unserer Seite hätten!

Was das Volk von Monopoly lernen könnte

Posted in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft with tags , , , , , , on 15. Juli 2012 by arnarscho

Oder: Wieso ein Schuldenerlass den Wohlstand aller vermehrt.

Jeder, der schon mal Monopoly gespielt hat, kennt den typischen Spielverlauf: alle starten mit gleicher Kapitalausstattung, aber am Schluss bleibt nur einer übrig, die andern gehen nach und nach bankrott.
Das Spiel ist sozusagen ein Abbild des Kapitalismus.

Es gibt ein Startkapital und in jeder Runde erhält jeder Spieler zusätzlich 2000 Euro. Das ist im Prinzip das Wirtschaftswachstum. Bei vier Spielern erhöht sich also der allgemeine Wohlstand in jeder Runde um 8000 Euro.

Nachdem dann alle Ressourcen zwischen den Spielern aufgeteilt sind, kristallisiert sich auch schnell der erste Verlierer heraus: nämlich der, der die wenigsten Ressourcen ergattern konnte.
Nachdem er ausgeschieden ist, sozusagen Hartz4 bekommt, erhöht sich der Wohlstand der restlichen Spieler nur noch um 6000 Euro pro Runde.

Man kann das Spiel jedoch auch dahingehend abändern, dass die andern Spieler dem Pleitekandidaten einen Kredit vergeben, den er dann in jeder Runde von seinem Gehalt abstottert.
Aber warum sollten sie das tun, wo doch abzusehen ist, dass er demnächst wieder pleite geht, womöglich noch bevor er seinen Kredit komplett abbezahlt hat?
Nun ganz einfach: wenn er wieder pleite geht, haben die andern Spieler ihr Geld ja auch wieder zurück, evtl. etwas anders verteilt. Und nicht nur das, sie erhalten sogar mehr zurück, weil der Spieler ja in jeder Runde den allgemeinen Wohlstand um 2000 Euro erhöht.

Die drei andern Spieler können also ihren eigenen Wohlstand allein dadurch vermehren, dass sie den Pleitekandidaten mitspielen lassen und ihm regelmäßig nicht nur seine Restschulden erlassen, sondern ihm sogar wieder einen neuen Kredit vergeben, von dem sie genau wissen, dass er nie komplett abbezahlt wird.

Diese Sichtweise ist vollkommen konträr zur egoistischen Perspektive der schwäbischen Hausfrau und nennt sich Makroökonomie.

Probleme lösen durch Kooperation, statt Konfrontation, ist zum Vorteil aller. Aber für diese simple Erkenntnis bräuchte man nicht nur andere Politiker, sondern auch ein anderes Volk.
Erstere könnte man ja noch wählen, letzteres jedoch nicht!

Anarchie in Germoney

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , on 24. August 2011 by arnarscho

Wie heißt es so schön im Grundgesetz, Artikel 20 (4):

Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Der Zeitpunkt ist jetzt gekommen.
Schäuble plant den Staatsstreich und will das Parlament seines Haushaltsrechts berauben.

Verstöße gegen das Grundgesetz durch die Politik sind ja nun nichts wirklich neues, aber bisher hat stets der Nebensatz „wenn andere Abhilfe nicht möglich ist“, revolutionäre Umtriebe verboten, weil es ja noch andere Abhilfe gab: Abwählen.

Das ist jetzt jedoch nicht mehr möglich, weil es seit Anfang Juli kein verfassungskonformes Bundestagswahlrecht mehr gibt. Die Regierung hat es nicht für nötig befunden, das letzte verbleibende Recht des Souveräns – das Wahlrecht – innerhalb von drei Jahren verfassungsgemäß umzugestalten.

Damit sind alle Voraussetzungen nach Artikel 20(4) gegeben.

Diese Regierung ist der demokratische Abschaum, sie verhöhnt das Volk und tritt seine Rechte mit Füßen. Wir sind endgültig in der Diktatur angelangt.

Revolution!!!!

[Ups]
Die Revolution hat schon begonnen, auf dem Alexanderplatz campen jetzt auch die ersten Empörten.

Gottes Hund spürt Volkes Zorn

Posted in Gesellschaft, Religion with tags , on 4. April 2011 by arnarscho

Jetzt wird’s ernst in der Dagegen-Republik.

Nach Guttenberg, Mappus und Westerwelle erreicht die Dagegenwelle jetzt gar Kardinal Meisner.
Revolutionsgeist unter engagierten Katholiken:

Es geht einfach nicht mehr so diktatorisch weiter.

Dass Meisner, der selbsternannte „Widerstandskämpfer Gottes“ ebensowenig an Rücktritt denkt wie Gaddafi, der selbsternannte „Revolutionsführer“, versteht sich.
In solchen Kreisen gibt es keinen Rücktritt, dort nennt man das Himmelfahrt.

Mein Freund, der Tyrann

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , , on 16. März 2011 by arnarscho

Bei dem kläglichen Bild, das unsere Regierung zur Zeit abgibt, kann sie ein bisschen Lob sicher gebrauchen. Aber ausgerechnet von Gaddafi, nicht unbedingt der Wahlkampfknüller. Haben sie denn keine besseren Freunde mehr? Wundert mich nicht wirklich.

Spätestens jetzt müssten doch auch geistige Tiefflieger wie Westerwelle merken, dass sie irgendetwas verkehrt machen.
Vielleicht machen sie aber auch alles richtig, weil sie auf dicke Geschäfte mit ihrem Freund hoffen. Waffen gegen Öl und so, ist ja besser als selber Krieg führen.

Und Guido freut sich schon, wenn er seinem neuen Freund in den Arsch kriechen kann.
Ganz romantisch im Zelt.

Biosprit, die Revolution

Posted in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft with tags , , , on 9. März 2011 by arnarscho

Wie die Regierung unter Merkel die Planwirtschaft in der BRD einführen wollte, getarnt als Klimaschutz-light.

Die Idee ist ja bestechend einfach: wir verheizen Lebensmittel im Benzin, dadurch steigen die Lebensmittelpreise weltweit, was wiederum in der dritten Welt zu Revolten führt. Und irgendwann auch bei uns.
Gib Gas, ich will Revolution!

Nun sind die Deutschen aber keine Freunde der Revolution und goutieren den Biosprit schon mal gar nicht, sofern er nicht mindestens aus ökologischem Anbau stammt, sondern tanken lieber das teurere Super-Plus, selbst wenn sich an der einzigen Zapfsäule, die diese Sorte vorhält, lange Schlangen bilden. Halb so wild, kennen wir ja noch aus der letzten Ölkrise.

Weil sich Super-Plus aber nicht in beliebigen Mengen herstellen lässt, droht diesmal der absolute Super-GAU: es gibt keinen vernünftigen Sprit mehr.
Spätestens dann bricht auch in Deutschland die Revolution aus.

Die haben die Ölkonzerne ja erst mal abgewendet, indem sie wieder das liefern, was sich auch verkaufen lässt. Super. Marktwirtschaft wurde das früher genannt.
Und tatsächlich scheint der deutsche Michel, sonst nicht gerade als Hort der Intelligenz verschrien, auch in diesem Fall intelligenter zu sein als seine Regierung.

Einen Standard einzuführen, der bei einem Wirkungsgrad von (optimistisch) geschätzten 0% einen enormen Flächenverbrauch zur Folge hat, macht für normal denkende Menschen – selbst mit abgebrochener Schulausbildung – keinen Sinn. Politisch jedoch ergibt das sogar einen höheren Sinn, weil dadurch sinnlose Arbeitsplätze geschaffen werden. Ganze Industriezweige, von den Bauern über die Maschinenbauer bis zur chemischen Industrie, werden damit beschäftigt sein, letztendlich wertvolles Erdöl in billigen Biosprit umzuwandeln. Das dann auch noch als Umweltschutz zu verkaufen, ist eine Verhöhnung all derer, die sich ernsthaft Sorgen um unseren Planeten machen.

Jetzt rächt sich die Placebo-Politik, die die Probleme nicht wirklich löst, es noch nicht mal ansatzweise versucht. „Gut gemeint“ ist ein allzu gut gemeintes Urteil über diese Art von Politik, mit der immer nur aufgeschoben wird: soll doch jemand anderes die Probleme lösen, die wir verursachen.

Denn beim Auto hört beim Deutschen der Spaß auf. Für den Otto-Normalmotor nur das Beste. Da bleibt er hoffentlich hartnäckig, denn diesmal hat er die Macht: die Hand an der Zapfpistole.