Archiv für Qualitätsjournalismus

Die Schmier-Presse [Update]

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , , on 5. April 2016 by arnarscho

Lügen-Presse war gestern – genauer gesagt vorgestern.
Seit gestern wird nämlich geschmiert, als gäbe es kein morgen mehr.

In gefühlt zwei Meter hohen Schlagzeilen und ellenlangen Artikeln wird über Putin und die Panama Papers „berichtet“ – aber was eigentlich?
Putin taucht in den Papieren nämlich gar nicht auf. Aber Obacht: er kennt dort welche.

Und was machen die dort?
Der Spiegel klärt auf: „Sie [die Papiere] legten nahe, dass ein großes Vermögen in ein Netz von geheimen Offshorefirmen geflossen sei“.
Ich dachte immer, das sei der Zweck von diesen Firmen, oder hab ich da was entscheidendes verpasst?

Und überhaupt, was interessieren mich die Russen?
Mich würde mehr interessieren, welche reichen Merkel-Freunde dort auftauchen. Denn auch dutzende Deutsche seien dabei, wobei aber vorsorglich schon mal drauf hingewiesen wird, dass solche Geschäfte nicht per se illegal seien.
Namen werden allerdings nicht genannt.

Den einzig lesenswerten Artikel in der Propagandapresse fand ich ausgerechnet bei Sputniknews, dort erklärt Ernst Wolff („Weltmacht IWF“) in einem kurzen Interview seine Sicht der Dinge, nämlich, dass es sich hier um eine inszenierte Schmierenkomödie handelt, die u.a. dazu dient, alle Steueroasen weltweit auszutrocknen und stattdessen in die USA zu verlegen.
Mit dem Nebeneffekt, grad mal noch Putin ans Bein zu pinkeln.

In diesem Telepolis-Artikel erklärt er das genauer.

[Nachtrag]
Jetzt wird es endgültig skurril: eine amerikanische Denkfabrik verortet Russland hinter der Veröffentlichung der Papiere, also sozusagen „Prawda Papers“ zur Destabilisierung des Westens.
Die „Freunde“ Putins seien nur deshalb in den Papieren lanciert worden, um (indirekt) darauf hinzuweisen, dass Putin selber dort nicht auftaucht.

Und die weltweite Presse ist voll auf diese perfide Taktik hereingefallen und hat sich damit vor aller Augen selber diskreditiert!

Da scheinen im Kreml ja Meisterstrategen am Werk zu sein.
Warum die die Papiere aber nicht für alle einsehbar bei Wikileaks veröffentlicht haben, sondern ausgerechnet einem amerikanischen Konsortium zur Auswertung überließen, erklären uns die Denker von der Denkfabrik nicht.

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Assads Fassbomben

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , , , on 2. Oktober 2015 by arnarscho

Nachdem während der vergangenen Monate eher die Kopfabschneider vom Islamischen Staat im Mittelpunkt des medialen Interesses standen, wurde vor einigen Wochen, genauer gesagt, seit Russland seinen Militärstützpunkt in Syrien einzurichten begann, wieder der „Schlächter“ Assad aus dem Schrank geholt und wird seitdem durch’s mediale Dorf getrieben.
Nur damit wir nicht vergessen, wer der wirkliche Bösewicht dort in der Gegend ist.
Um uns diese Erkenntnis etwas zu erleichtern, wirft er neuerdings nur noch Fassbomben auf sein Volk. Fassbomben!!! Oh wie schrecklich!!!

Mit Verlaub, davon glaube ich vorläufig mal kein Wort.
Ich folgere das aus der simplen Beobachtung, dass ich seit 25 Jahren bei *allen* Kriegen Interventionen zum Schutz von Demokratie und Menschrenrechten, die seitdem geführt wurden, *massiv* belogen wurde. Die Wahrheit kam immer erst Jahre später heraus, hat dann aber keinen mehr interessiert.
Ethnische Säuberungen, Hufeisenplan, Brutkastenmetzger, Massenvernichtungswaffen, rollende Chemielabors…, keine Lüge war ihnen zu billig, den Vertretern der westlichen „Wertegemeinschaft“.
Und aus Wikipedia und dem Geschichtsbuch weiß ich, dass das in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten nicht anders war. (Ab 5:45 wirrrd zurrückkkgeschosssen!!! Mit dieser Lüge wurde der bisher schrecklichste Krieg der Menschheit eingeläutet.)
Warum sollte es also ausgerechnet heute anders sein?

Also, der Assad wirft jetzt Fassbomben auf sein Volk, das ihn zu 89% (die Zahl mag man anzweifeln) bei den Wahlen 2014 im Amt bestätigt hat? Selbst Merkel, der ich ja fast alles zutraue, würde ich sowas nicht zutrauen.
Aber warum wirft der ausgerechnet Fassbomben?

Fassbomben sind ziemlich primitive Bomben, die sich jemand bastelt, der an „Qualitätsbomben“ nicht ran kommt. Ihre Sprengwirkung erreicht nur den Bruchteil einer konventionellen Bombe und von der Zielgenauigkeit brauchen wir gar nicht erst zu reden.

Wenn man das berücksichtigt, müssten die Artikel in der Qualitätspresse also eher folgenden Tenor haben:

  • Damaskus. Wie die westliche Wertegemeinschaft mit Erleichterung feststellt, lässt Assad jetzt nur noch relativ wirkungslose Fassbomben auf sein Volk abwerfen.

Falls sie aber davon überzeugt sein sollten, dass Fassbomben wirklich schrecklicher als konventionelle Bomben sind, müssten sie die jüngsten Waffenlieferungen aus Moskau dagegen wie folgt kommentieren:

  • Damaskus. Wie die westliche Wertegemeinschaft mit Erleichterung feststellt, liefert Moskau Syrien jetzt wieder Präzisionsbomben, die die zig-fache Sprengwirkung der bisher verwendeten Fassbomben haben.

Deshalb halte ich die Fassbomben für die gleiche Propaganda wie seinerzeit die Massenvernichtungswaffen.

Bild dir deine Verschwörung

Posted in Politik with tags on 27. September 2015 by arnarscho

Wie geil!!!
Das Fachblatt des geBILDeten Verschwörungstheoretikers, enthüllt:

Pakt von Obama und Tsipras: Verschwörung gegen Merkel und Schäuble

Ätsch, angeschmiert!

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , on 26. Juni 2015 by arnarscho

War doch ein Putsch!

Jetzt haben die ganzen Jazenjuk- und Poroschenko-Versteher, die in der Ukraine beim besten Willen keinen Putsch erkennen konnten und die neue Regierung überstürzt anerkannt hatten, ein Erklärungsproblem.
Poroschenko höchstpersönlich hat nämlich überraschend festgestellt, dass die Amtsenthebung Janukowitschs verfassungswidrig war und hat das Verfassungsgericht aufgefordert, das zu bestätigen.

Das ganze ist schon ein paar Tage her und man sollte meinen, dass das doch mal eine Meldung wert wäre. Fehlanzeige beim NATO-Qualitätsjournalismus. Findet man nur auf russischen Propagandamedien, denen die EU jetzt wegen solcherlei Frechheiten den Garaus machen will.
Und bei Kopp-Online gab’s diese Meldung auch, ist ja gleiche Schublade.

Putins fiese Spielchen

Posted in Politik with tags , , on 14. April 2015 by arnarscho

Putin treibt mal wieder üble Spielchen: vollkommen unbemerkt von den deutschen Qualitätsmedien hat die russische Marine am Wochenende über 300 Menschen aus dem Jemen evakuiert. Darunter – neben 45 Russen – auch 18 US-Amerikaner, 14 Ukrainer und 5 Briten.
Das besonders fiese daran ist, dass sich John Kerry anschließend bei seinem russischen „Kollegen“ Sergej Lawrow auch noch bedanken musste.
Klar, dass die NATO-Kampfblätter darüber unmöglich berichten konnten.

Ein paar Fragen zum Airbus-Absturz

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , on 29. März 2015 by arnarscho

Wenn so ein Medienrummel wie in den letzten Tagen gemacht wird, mit stündlich „neuen“ Berichten ohne wirklich neue Fakten, stattdessen mit abstrusen Vermutungen, die durch nichts belegt werden können, ahnt der professionelle Verschwörungstheoretiker, dass hier was vertuscht werden soll und stellt sich so seine Fragen.

Meine erste Frage, als ich die Bilder vom Absturzort sah, war:

  • Wo ist denn das Flugzeug?

Das hätte ich nicht erwartet, da bei anderen Flugzeugabstürzen immer noch ein paar größere Teile zurückbleiben, aber der hier soll das Flugzeug in Millionen Stücke zerrissen haben?
Und vor allen Dingen:

  • Wo sind denn die Triebwerke?

Die Triebwerke bestehen aus einem ultraharten Material und überstehen normalerweise jeden Flugzeugabsturz, wenn auch stark deformiert und verbrannt und werden gerade deshalb gerne als Bildmotiv verwendet. Hat bei diesem Absturz schon jemand ein Bild von einem Triebwerk gesehen?

Begründet wird dies mit der ungeheueren Wucht des Aufpralls. Aber:

  • Wo ist denn der Aufprallkrater?

Wenn das Flugzeug am Stück gegen den Berg geprallt wäre, müsste es auch irgendwo ein paar Felsen herausgerissen haben, speziell die Triebwerke müssten Spuren hinterlassen haben. Hat die schon jemand gesehen?

Trotzdem hieß es schon wenige Stunden nach dem Absturz, ein terroristischer Hintergrund könne ausgeschlossen werden.

  • Wie bitte?

Sonst heißt es doch immer, ein terroristischer Hintergrund könne nicht ausgeschlossen werden. Wissen die also etwas, was sie uns nicht erzählen?

Am selben Tag noch erklärt der französische Staatsanwalt, er werde Ermittlungen wegen fahrlässiger Tötung aufnehmen.

  • Und was ist mit technischem Defekt?

Nun gut, wenn man „technischen Defekt“ auf „schlampige Wartung“ zurückführt, könnte das ja auch Sinn machen.
Aber nein, bereits zwei Tage später wusste besagter Staatsanwalt, dass der Co-Pilot einen kollektiven Selbstmord begangen hat, weil er an dem Tag trotz Krankenschein zur Arbeit erschienen war.

Und unsere Qualitätsjournaille hat nichts besseres zu tun, als über den Co-Piloten zu hetzen und seine Familie unter Sippenhaft zu stellen und ins Unglück zu stürzen, statt sich mal zu fragen:

  • Welcher Selbstmörder in dieser Lage wäre denn so idiotisch, einen Selbstmord dadurch zu begehen, dass er den Autopiloten auf geregelten Sinkflug programmiert?

Also ich als professioneller Selbstmörder würde den Autopiloten ausschalten, den Steuerknüppel selbst in die Hand nehmen und eine lustige Achterbahnfahrt (freilich nur noch nach unten) in die Wege leiten. Dann könnte sogar der Pilot ins Cockpit gerutscht kommen, ändern könnte er nichts mehr.

  • Was schließe ich daraus?

Wie oder weshalb der Sinkflug eingeleitet wurde, kann ich nicht beurteilen. Aber dass das Flugzeug nicht am Stück gegen den Felsen gerammt ist, sondern kurz vorher explodiert sein muss, glaube ich aufgrund der bisher gesehenen Bilder schon eher.

  • Wie kann ein Flugzeug einfach so explodieren?

Durch eine gefährliche Fracht vielleicht, die würde allerdings nicht die Triebwerke verschwinden lassen und wäre vom Timing her auch eher unwahrscheinlich.
Zielführender erscheint mir da folgender Gedanke: wenn man dem Treibstoff zum geeigneten Zeitpunkt ein kleines Additiv (wie z.B. Nanothermit) zumischt, könnte man die Triebwerke in fliegende Splitterbomben verwandeln, die tatsächlich in der Lage wären, ein Flugzeug treffsicher zu zerlegen. Und hinterher verschwunden wären.

  • Wer kann so etwas durchführen?

Der angeblich depressive Co-Pilot mit Krankenschein sicherlich nicht. Er ist nur das Propagandaopfer, das nun mal leider gebracht werden muss, um von den wahren Tätern abzulenken.
Die wahren Täter wurden allerdings (indirekt) bereits benannt, als es hieß, ein terroristischer Hintergrund sei ausgeschlossen.

  • Wer bleibt denn dann noch übrig?

Nun ja, die üblichen (Un-)Verdächtigen, dazu hier ein lesenswerter Artikel im Contra-Magazin.

Mission accomplished

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , , on 3. Dezember 2014 by arnarscho

Da habe ich ja voll daneben gelegen, als ich im März vermutete, die Faschos in der Ukraine könnten evtl. versuchen, Neuwahlen zu verhindern, um an der Macht zu bleiben.
Da habe ich die Rechnung wohl ohne die Brötchengeberin Nuland gemacht.
Denn die schlimmsten Faschos sind jetzt zumindest – wenn man von Jaz mal absieht – aus der Regierung draußen.
Dafür sitzt dort jetzt die Amerikanerin Natalia Jaresko als Finanzministerin. Spezialistin für Venture Capital und Private Equity. Das schafft Vertrauen an den Märkten und wird viel ausländisches Kapital in die Ukraine locken.
Ein fetter Return on Invest für die bereits investierten 5 Mrd. $ dürfte damit gesichert sein.

Desweiteren wird ein Litauer zum Wirtschaftsminister und ein Georgier zum Gesundheitsminister berufen, beide also aus Ländern, die voll auf US-Linie sind.
Damit das überhaupt möglich wurde – in der Ukraine können nämlich, wie in vielen anderen Ländern auch, nur Einheimische an der Regierung beteiligt sein -, wurden die drei im Eilverfahren eingebürgert.

Das ist Demokratie vom Feinsten: das Volk wählt das Parlament, das Parlament wählt eine Regierung, und dort werden drei wichtige Ressorts plötzlich von Ausländern besetzt, die keiner gewählt hat.
Diese „unorthodoxe Entscheidung“ sei angesichts „der Notwendigkeit radikaler Reformen und der Bekämpfung der Korruption“ notwendig, sagte der Schokoladenpräsident. Würde mich mal interessieren, wieviel er dafür eingesackt hat.

Diese drei Ausländer werden jetzt also die Reformen umsetzen, die kein Ukrainer jemals seinem Volk zumuten würde und wegen denen Janukowitsch damals das EU-Assoziierungsabkommen nicht unterschrieben hat.
Halbierung der Renten, Verdopplung der Gaspreise, Kürzungen bei Sozial- und Gesundheitsausgaben und Privatisierung aller lukrativen Staatsbetriebe.
Und wenn sie damit fertig sind, werden sie unter Gewinnmitnahme weiterziehen, gewählt brauchen sie dann nicht mehr zu werden.

Interessant ist auch, dass diese unerhörte Nachricht außer in dem einen Absatz bei Zeit-Online in keinem der Mainstream-Portale auch nur erwähnt wurde, sondern lediglich bei den unseriösen Deutschen Wirtschafts Nachrichten. Deshalb sollte man die lieber gar nicht erst lesen; das ist allemal besser, als sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, der ja bekanntermaßen ziemlich verkümmert ist.

[Nachtrag]

Natürlich berichtet auch RTDeutsch darüber ausführlich. Aber uffpasse, da steckt der Iwan dahinter! Wissen schon, der vor der Haustür.