Archiv für Menschenrechte

Gewaltlose Ausschreitungen gegen TTIP/CETA in Frankfurt

Posted in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft with tags , , , , , , , , , , , on 18. September 2016 by arnarscho

Nachdem die Konzernpresse die landesweiten Demonstrationen gegen TTIP und CETA komplett „vergessen“ hat, muss Arnos Schwatzer Block mal wieder in die Bresche springen.
Unser rasender Reporter hat sich gestern in Frankfurt umgesehen.

Worum ging es eigentlich?
Hier wird TTIP mal einfach erklärt:
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Und auch die Kehrseite, CETA:
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Kurz gesagt, geht es um CASH:
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Kann auch gerne in Euro ausgezahlt werden, solange es ihn noch gibt.
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Dann enterten Piraten das Bankenviertel mit einer neuen Geldordnung,
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gefolgt von linken Marxisten
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und sogar echten Sozialisten mit Hammer und Sichel. Wenn da mal nicht Putin hinter steckt.
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Schließlich ist Europa auf einem guten Weg.
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Wahnwitzige Forderungen wurden aufgestellt
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und die Deutsche Bank attac-iert,
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woraufhin ein Banken-Run ungeheuren Ausmaßes einsetzte.
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Der BND-Street-View-Service hatte die Lage jedoch bestens im Blick.
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Der randalierende Mob versammelte sich schließlich vor der Alten Oper.
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Die Logen-Plätze waren eher dünn besetzt,
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was wahrscheinlich einem mangelnden Interesse an gewissen Werten geschuldet ist.
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Oder, in der Sprache, die sogar Gabriel versteht:
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Die Stimmung eskalierte, als ein populärer linker Hetzer die Bühne betrat
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und das Volk so richtig aufheizte.
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Bedrohlicher Qualm stieg im Bankenviertel auf,
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das Merkel-Regime musste Bodentruppen entsenden, zur Verteidigung von Demokratie und Freiheit, wissen schon,
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während Helikopter die Bankentürme bewachten und Fassbomben auf die schutzlosen Demonstranten warfen.
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Am Schluss war die ganze Innenstadt komplett verwüstet.
Bilder, wie man sie sonst nur aus Aleppo kennt.
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Ein einsamer Bürger steht vor den Ruinen seines Hauses:
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Jetzt ist die internationale Wertegemeinschaft gefordert: der inkompetenten Vettern-Wirtschaft des verbrecherischen Merkel-Regimes und ihrer korrupten Günstlinge aus Politik und Wirtschaft, die sich schamlos auf Kosten der Bevölkerung bereichern und für Millionen Tote in aller Welt nur Verachtung übrig haben, muss ein sofortiges Ende bereitet werden!
Merkel muss weg! Und alle andern auch!

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Null Ahnung – von rein gar nichts [Update]

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , on 24. September 2015 by arnarscho

Merkel behauptet ja immer, wenn irgendwelche Probleme „überraschend“ auftauchen, das hätte sie erst aus der Zeitung erfahren.
NSU, NSA, Abhöraffaire, Selektorenliste, von nichts hatte sie irgendeine Ahnung.
Und natürlich auch nicht von der prekären Situation in den Flüchtlingslagern im Nahen Osten:

Hier haben wir alle miteinander, und ich schließe mich da ein, nicht gesehen, dass die internationalen Programme nicht ausreichend finanziert sind.

Aber genau das hätte sie sogar aus der Zeitung erfahren können, wie die
Süddeutsche hier an einem guten Dutzend Beispielen aus den letzten drei Jahren aufführt.

Wenn sie wirklich so ahnungslos wäre, wie sie immer tut, müsste man ihr allerdings jegliche Fähigkeit, einen Staat zu lenken, aberkennen.

Zum Glück lügt sie. Deshalb übersetze ich obiges Zitat mal ins Deutsche:

Hier haben wir alle miteinander, und ich schließe mich da ein, uns einen Dreck um die internationalen Programme geschert; uns geht’s doch gut.

Und jetzt hat sie durch ihr vieles Aussitzen ein Problem geschaffen, das sie nicht mehr aussitzen kann, weil Flüchtlinge eben nicht sitzenbleiben, wenn sie verhungern.

[Nachtrag]
Hier gibt es bei Telepolis eine Auflistung, wie die Hilfen in den letzten Jahren systematisch gekürzt wurden. Also von wegen, wir haben davon nichts gewusst.

Grexit, Graccident oder Grash?

Posted in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft with tags , , , , , on 22. Juni 2015 by arnarscho

Oder: Die griechisch-europäische Draghi-Komödie

Soviel unterhaltsames Politik-Theater war selten.
Deshalb danke an Tsipras und Varoufakis, dass sie endlich mal wieder Leben in die europäische Bude gebracht haben. Mögen die anderen Politiker – vor allem die deutschen – auch noch so genervt sein, mir bereitet es tierisches Vergnügen zu sehen, wie sie gerade vorgeführt werden. Wie ihnen ihre jahrelange, verlogene „Rettungs“-Politik, die aus einem anfangs überschaubarem Problem ein wahres Desaster angerichtet hat, verdientermaßen vor die Füße fällt.
In diesem Schmierentheater dürfen natürlich auch die Schmiermedien nicht fehlen, die sich nur noch so überschlagen vor Hasspropaganda; im Stundentakt erscheinen neue Artikel ohne wirklich neue Informationen, sondern nur einfach mal zum Hetzen über die faulen Pleitegriechen mit Luxusrente, die von unseren hart arbeitenden Steuerzahlern alimentiert werden müssen, wissen schon.

Wenn ich das richtig einschätze, sind diese beiden „Lümmel“ in den Systemmedien zur Zeit sogar noch unbeliebter als die „Aggressoren“ Putin und Lawrow. Alle Achtung! Denn diesen Status bekommt man nicht geschenkt, den muss man sich hart erarbeiten.
Dabei übersehen die Medien ein kleines, aber entscheidendes Detail: Tsipras und Varoufakis wurden nicht gewählt, um die Interessen eines rautenschwingenden Hosenanzugs und einer schwarzen Null auf Rädern zu vertreten, sondern die des griechischen Volkes.
Und das machen sie sehr gut, soweit ich das beurteilen kann. Solche Politiker wünschte ich mir überall in Europa.

Ihre Verhandlungsposition, über die viel gerätselt wird, ist dabei relativ überschaubar: Griechenland hat nichts mehr zu verlieren.
Die Zustände dort ähneln wieder denen nach dem 2. Weltkrieg. In solch einer Situation hat man als aufrechter Politiker keine wirkliche Verhandlungsoption mehr und zu dieser Erkenntnis braucht man auch keine Spieltheorie zu bemühen.

Das bisherige „Rettungs“-Programm hat zum totalen Zusammenbruch der Wirtschaft geführt, zur Verarmung weiter Teile der Bevölkerung und zur vollkommenen Perspektivlosigkeit der Jugend, weil das Programm noch jahrzehntelang so weiterlaufen soll.
Aber vorher muss es nach dem Willen der Raub-Retter noch mal verschärft werden: weitere Rentenkürzungen und Erhöhung der Mehrwertsteuer, also den ärmsten Teil der Bevölkerung vollends abwürgen.

Sadistisch kann man das nur noch nennen; quälen, weil man die Macht hat und weil es anscheinend Spaß macht.
Mit intelligenter Wirtschaftspolitik hat das jedenfalls nicht im Entferntesten zu tun, sondern diese Politik wird den Euro von innen heraus zerstören und Deutschland letztendlich wesentlich mehr kosten als eine vernünftige Lösung.

Wirtschaftliche Verwerfungen gibt es in jedem Währungsraum und werden normalerweise durch automatische Transferzahlungen ohne großes Aufsehen geregelt – zum Nutzen aller.
Das wäre dann aber die Transferunion, ein Wort, das man in Deutschland noch nicht mal erwähnen darf, ohne Gift und Galle zu ernten.
Dabei trägt Deutschland als Hauptwirtschaftsmacht auch die Hauptschuld an der derzeitigen desolaten Situation im Euroland.

Bekanntlich sollte der Euro so stabil werden wie die DM, weil Deutschland das Stabilitätskriterium festgelegt hat: eine Inflationsrate von knapp unter 2%.
Die EZB hat diesbezüglich für den gesamten Euroraum bis zur Krise auch eine Punktlandung hingelegt, aber nur ein Land hat sich daran gehalten: Frankreich.
Ausgerechnet Deutschland hat aber dieses Ziel durch Lohndumping unterwandert und sich so subversiv wirtschaftliche Vorteile verschafft.
Daher läge es auch an Deutschland, den Euro durch kräftige Lohnerhöhungen hierzulande zu retten. Aber ausgerechnet dagegen wehren sich die Neoliberalen und statt hier Wohlstand zu schaffen, werfen sie zusammen mit den Exportüberschüssen das Geld lieber zum Fenster hinaus.

Die Deutschen haben den Begriff der Währungsgemeinschaft nie wirklich als Gemeinschaft, sondern eher als Ausweitung der Kampfzone aufgefasst. Schon Schröder hat bei der Euro-Einführung sinngemäß gesagt, dass er sich auf den Wettbewerb der Volkswirtschaften freue.
Weil solch ein Wettbewerb innerhalb einer Währungsunion aber zwangsläufig in einem Rattenrennen endet, hatte er damit im Prinzip schon das Ende des Euro eingeläutet, bevor er wirklich eingeführt war, und Merkel wird das Werk nun vollenden.

Stirbt Europa, so stirbt der Euro.
So herum macht der Satz nämlich Sinn, und dafür hat Merkel nachhaltig gesorgt.

Die gute Nachricht zum Karfreitag

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , , on 18. April 2014 by arnarscho

Schluss mit Kreuzigungen.

Das berüchtigte irakische Foltergefängnis Abu Ghraib wurde geschlossen.
Allerdings nicht von den werteorientierten Amis, sondern von al-Quaida, die das Stadtviertel letzte Woche eingenommen haben.

Das berichtet zumindest Paul Craig Roberts, ehemaliger Staatssekretär im Finanzministerium unter Ronald Reagan, also kommunistischer Umtriebe absolut unverdächtig.

[Nachtrag]
Die schlechte Nachricht:

Die Schließung erfolgte vorläufig und wird wieder rückgängig gemacht, sobald al-Quaida dort geschlagen ist.

Ein Deutscher, der Frieden stiftet. Ohne Panzer!

Posted in Gesellschaft, Musik, Politik with tags , , , on 16. Juni 2013 by arnarscho

Das kann nicht sein, würde jetzt jeder sagen. Den hat es in der deutschen Geschichte, wie sie seit Hermann dem Cherusker überliefert ist, bisher nicht gegeben.

Doch, den gibt es, wenn auch sein Name Davide Martello darauf schließen lässt, dass er nicht nur von Hermann dem Cherusker abstammt.

Besagter Davide Martello ist ein Pianist aus Konstanz, der eine unglaubliche Tat vollbracht hat. Ist einfach mitsamt seinem Flügel in Istambul gelandet, hat den Flügel zum Taksim-Platz zwischen die Fronten gezogen, sich hingesetzt und Imagine von John Lennon gespielt.

Einfach so, ohne irgendein Ordnungsamt zu fragen, ohne GEMA-Gebüren zu zahlen, sitzt der sich hin und spielt stundenlang Piano mitten in der Kampfzone.
Und stiftet Frieden. Ohne Mandat.
Das ist reinste Anarchie! Wenn das Schule macht, steht uns der Untergang des Abendlandes bevor!

Youtube

Wenn die Luftfahrtbehörde zum Verfassungsschutz mutiert

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , on 22. Mai 2013 by arnarscho

Da regen sich jetzt alle über das Drohnen-Desaster auf.
Ich find das Ergebnis insgesamt gut.
Ein paar hundert Millionen rausgeschmissenes Geld für KEINE zusätzliche Überwachung!
Das ist doch ein gutes Ergebnis. Zumindest das beste, was man in heutigen Zeiten noch erwarten kann.

Was wäre denn passiert, wenn die Luftfahrtbehörde die Drohne genehmigt hätte?
Dann würden wir demnächst Drohnen für zig Milliarden kaufen, würden dafür ständig überwacht und abgeballert, wenn wir was dagegen hätten.
Dagegen sind die paar hundert Millionen doch gut angelegt.

Was das Volk von Monopoly lernen könnte

Posted in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft with tags , , , , , , on 15. Juli 2012 by arnarscho

Oder: Wieso ein Schuldenerlass den Wohlstand aller vermehrt.

Jeder, der schon mal Monopoly gespielt hat, kennt den typischen Spielverlauf: alle starten mit gleicher Kapitalausstattung, aber am Schluss bleibt nur einer übrig, die andern gehen nach und nach bankrott.
Das Spiel ist sozusagen ein Abbild des Kapitalismus.

Es gibt ein Startkapital und in jeder Runde erhält jeder Spieler zusätzlich 2000 Euro. Das ist im Prinzip das Wirtschaftswachstum. Bei vier Spielern erhöht sich also der allgemeine Wohlstand in jeder Runde um 8000 Euro.

Nachdem dann alle Ressourcen zwischen den Spielern aufgeteilt sind, kristallisiert sich auch schnell der erste Verlierer heraus: nämlich der, der die wenigsten Ressourcen ergattern konnte.
Nachdem er ausgeschieden ist, sozusagen Hartz4 bekommt, erhöht sich der Wohlstand der restlichen Spieler nur noch um 6000 Euro pro Runde.

Man kann das Spiel jedoch auch dahingehend abändern, dass die andern Spieler dem Pleitekandidaten einen Kredit vergeben, den er dann in jeder Runde von seinem Gehalt abstottert.
Aber warum sollten sie das tun, wo doch abzusehen ist, dass er demnächst wieder pleite geht, womöglich noch bevor er seinen Kredit komplett abbezahlt hat?
Nun ganz einfach: wenn er wieder pleite geht, haben die andern Spieler ihr Geld ja auch wieder zurück, evtl. etwas anders verteilt. Und nicht nur das, sie erhalten sogar mehr zurück, weil der Spieler ja in jeder Runde den allgemeinen Wohlstand um 2000 Euro erhöht.

Die drei andern Spieler können also ihren eigenen Wohlstand allein dadurch vermehren, dass sie den Pleitekandidaten mitspielen lassen und ihm regelmäßig nicht nur seine Restschulden erlassen, sondern ihm sogar wieder einen neuen Kredit vergeben, von dem sie genau wissen, dass er nie komplett abbezahlt wird.

Diese Sichtweise ist vollkommen konträr zur egoistischen Perspektive der schwäbischen Hausfrau und nennt sich Makroökonomie.

Probleme lösen durch Kooperation, statt Konfrontation, ist zum Vorteil aller. Aber für diese simple Erkenntnis bräuchte man nicht nur andere Politiker, sondern auch ein anderes Volk.
Erstere könnte man ja noch wählen, letzteres jedoch nicht!