Archiv für Klima

Wie die Menschheit das Klima rettet

Posted in Gesellschaft, Politik, Religion, Wissenschaft with tags on 27. Mai 2013 by arnarscho

Zur Klimadebatte habe ich mich bisher ja noch wenig geäußert. Das hängt auch damit zusammen, dass diese Debatte mittlerweile religiös-fundamentalistische Züge angenommen hat.
Deshalb musste ich zuerst mal neu sortieren. Ich habe dabei folgendes festgestellt:

Wir befinden uns erdzeitgeschichtlich betrachtet am Ende einer Einzeit, und zwar der kältesten seit 450 Mio. Jahren.
Das heißt aber, dass die durchschnittliche Betriebstemperatur der Erde über dem heutigen Niveau liegt. Während den Warmzeiten sind bekanntermaßen auch die ganzen Urwälder gewachsen, die später untergingen, von der Erde verdaut wurden und heute als Erdöl vermarktet werden.

Gleichzeitig geht gerade eine kleine Zwischenwarmzeit zu Ende, die in der Steinzeit begonnen hat und der Entwicklung der Menschheit sehr förderlich war.
Das ist kein Zufall, sondern von langer Hand geplant!

Die Aufgabe der Menschheit ist nämlich keine geringere, als diese ganzen Verdauungsprodukte wieder aus der Erde herauszuholen, sie in Form von Kohlendioxid nutzbar zu machen, damit in der folgenden Warmzeit wieder Urwälder wachsen können. Dazu brauchen sie unbedingt genügend CO2 in der Atmosphäre. Kohlenstoff ist der wichtigste Rohstoff der organischen Verbindungen!

Die Natur recycelt langfristig alles, das ist bekannt. Und das macht sie auch sehr effizient, vermittels Genmutationen.

Der Mensch ist die Krone dieser Schöpfung, auch das ist bekannt, er trägt nicht nur – wie die Bienen – Pollen von der einen Blüte zur nächsten, sondern ist für die ganz großen Umwälzungen zuständig. Dass er für diese ehrwürdige Aufgabe sogar die Aufgabe seiner eigenen Existenz in Kauf nimmt, macht diese Rasse „Mensch“ echt sympathisch.

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CO2-frei und Spaß dabei

Posted in Gesellschaft, Wissenschaft with tags , , on 17. April 2011 by arnarscho

Wenn wir jetzt das Restrisiko Kernkraft ausschalten, brauchen wir aber ein neues Restrisiko, sagen die aus der Industrie. Gefunden ist es auch schon längst: CCS nennt sich das, das Verklappen von Kohlendioxid unter der Erde. Hundertprozentig sicher, wie die Asse. Da können die Atomkraftgegner doch unmöglich dagegen sein, wenn sie das Klima retten wollen.
Ohne größenwahnsinnige und milliardenverschlingende Technik läuft heute halt nichts mehr in einem Hochtechnologieland.

Dabei gäbe es auch eine einfachere und billigere Art, CO2 unter die Erde zu schaffen: durch Pflanzen von Millionen von Bäumen. Auf jeder freien Fläche. Mit größeren Bürgerprotesten wäre dabei sicherlich nicht zu rechnen. Und freie Flächen, die landwirtschaftlich nicht (mehr) nutzbar sind, gibt es weltweit mehr als genug.
Sogar in der Wüste ist solch ein Projekt geplant und könnte nicht nur die weitere Wüstenbildung aufhalten, sondern längerfristig sogar für fruchtbaren Boden sorgen.
Gewiss, das dauert.

Daneben gibt es aber auch Versuche, das Abfallprodukt CO2 mit Hilfe von Bakterien wieder in Öl zu verwandeln. Das wäre dann nach dem Prinzip „Cradle to cradle“, das ich über meinen virtuellen Freund Olaf kennengelernt habe.
Mit dieser Technik wäre es geradezu unsinnig, den wertvollen Rohstoff CO2 unter der Erde zu verklappen.

Dem Restrisiko dieser Technik, das darin bestände, dass der Rohstoff irgendwann aufgebraucht ist und es gar kein Kohlendioxid mehr in der Atmosphäre gibt, könnten wir dann ganz einfach dadurch begegnen, dass wir beim Autofahren mehr Gas geben.
Das wäre noch beherrschbar.

Biosprit, die Revolution

Posted in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft with tags , , , on 9. März 2011 by arnarscho

Wie die Regierung unter Merkel die Planwirtschaft in der BRD einführen wollte, getarnt als Klimaschutz-light.

Die Idee ist ja bestechend einfach: wir verheizen Lebensmittel im Benzin, dadurch steigen die Lebensmittelpreise weltweit, was wiederum in der dritten Welt zu Revolten führt. Und irgendwann auch bei uns.
Gib Gas, ich will Revolution!

Nun sind die Deutschen aber keine Freunde der Revolution und goutieren den Biosprit schon mal gar nicht, sofern er nicht mindestens aus ökologischem Anbau stammt, sondern tanken lieber das teurere Super-Plus, selbst wenn sich an der einzigen Zapfsäule, die diese Sorte vorhält, lange Schlangen bilden. Halb so wild, kennen wir ja noch aus der letzten Ölkrise.

Weil sich Super-Plus aber nicht in beliebigen Mengen herstellen lässt, droht diesmal der absolute Super-GAU: es gibt keinen vernünftigen Sprit mehr.
Spätestens dann bricht auch in Deutschland die Revolution aus.

Die haben die Ölkonzerne ja erst mal abgewendet, indem sie wieder das liefern, was sich auch verkaufen lässt. Super. Marktwirtschaft wurde das früher genannt.
Und tatsächlich scheint der deutsche Michel, sonst nicht gerade als Hort der Intelligenz verschrien, auch in diesem Fall intelligenter zu sein als seine Regierung.

Einen Standard einzuführen, der bei einem Wirkungsgrad von (optimistisch) geschätzten 0% einen enormen Flächenverbrauch zur Folge hat, macht für normal denkende Menschen – selbst mit abgebrochener Schulausbildung – keinen Sinn. Politisch jedoch ergibt das sogar einen höheren Sinn, weil dadurch sinnlose Arbeitsplätze geschaffen werden. Ganze Industriezweige, von den Bauern über die Maschinenbauer bis zur chemischen Industrie, werden damit beschäftigt sein, letztendlich wertvolles Erdöl in billigen Biosprit umzuwandeln. Das dann auch noch als Umweltschutz zu verkaufen, ist eine Verhöhnung all derer, die sich ernsthaft Sorgen um unseren Planeten machen.

Jetzt rächt sich die Placebo-Politik, die die Probleme nicht wirklich löst, es noch nicht mal ansatzweise versucht. „Gut gemeint“ ist ein allzu gut gemeintes Urteil über diese Art von Politik, mit der immer nur aufgeschoben wird: soll doch jemand anderes die Probleme lösen, die wir verursachen.

Denn beim Auto hört beim Deutschen der Spaß auf. Für den Otto-Normalmotor nur das Beste. Da bleibt er hoffentlich hartnäckig, denn diesmal hat er die Macht: die Hand an der Zapfpistole.

Deutschland wird vergast

Posted in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft with tags , , , on 16. Februar 2011 by arnarscho

Demokratie ™ ist in deinem Land aufgrund des Urheberschutzgesetzes leider nicht mehr verfügbar.

Diese Erfahrung musste Greenpeace machen, als sie von der Bundesanstalt für Geowissenschaften die möglichen Standorte für CO2-Endlager erfahren wollte.
Eine Excel-Tabelle mit geographischen Koordinaten, deren Erstellung der Steuerzahler finanziert hat, ist vor selbigem urheberrechtlich geschützt.
Wär ja noch schöner, wenn hier jeder wüsste, ob er demnächst vergast wird. Haben wir früher auch nicht so gehandhabt.
Und zwarrr mit Errrfolg!

Es geht um CCS (Carbon Capture and Storage), also das unterirdische Verpressen von überflüssigem CO2. Vollkommen unbedenklich und gut für das Klima.

Wir haben nämlich ein Problem: Kohlekraftwerke sind nicht sehr effizient und produzieren neben Strom ziemlich viel Abgase, die als nicht mehr so chic angesehen sind.
Aber deshalb gleich die Kohlekraftwerke abschalten, ist wirtschaftlich nicht sinnvoll. Da ist die Idee, das dabei entstehende CO2 unter der Erde endzulagern, ja geradezu genial.
Dreck weg, Strom sauber. Wie Atomstrom.

Dass dazu ein ungeheuerer Aufwand notwendig ist und tausende Kilometer Gasleitungen kreuz und quer durch Deutschland verlegt werden müssen, ist wiederum gut für den Wirtschaftsstandort und die Arbeitsplätze. Außerdem könnte das ein Exportschlager werden: Vergasen made in Germany. Welcher Diktator greift da nicht gleich zu, gerade in unruhigen Zeiten?

Gewiss, das Verpressen von CO2 unter der Erde erfordert ziemlich viel Energie, aber weniger, als ein Kohlekraftwerk produziert. D.h. wir graben die Kohle aus der Erde und verbrennen sie, damit wir die Energie gewinnen können, um die dabei entstehenden Abgase wieder unter die Erde zu schaffen.
Na, wenn das mal keine vorbildliche Recyclingwirtschaft ist. Und es bleibt sogar noch eine Restmenge an Strom übrig.
Ob das wirklich wirtschaftlich sinnvoll ist? Aber sicher, die ganzen Kosten für das bisschen Strom zahlt doch der Verbraucher.
Und weil er die im Voraus bezahlt, ensteht auch kein wirtschaftlicher Schaden, wenn er im Nachhinein vergast wird.

Ja, ist denn jetzt schon Klimakatastrophe?

Posted in Gesellschaft, Umwelt, Wirtschaft with tags on 21. Dezember 2010 by arnarscho

Das haben sich Bahn unf Flughafenbetreiber fein ausgerechnet: wenn es auf der Erde zwei Grad wärmer wird, werden bei uns die Winter milder, folglich kann man zig-Millionen beim Winterdienst einsparen. Als Aktiengesellschaften sind sie in erster Linie ja nicht der Gesellschaft, sondern ihren Gesellschaftern verpflichtet. Und die wollen – Geld sehen.

Die denken auch nicht unbedingt langfristig, sondern eher in Quartalen.
Und wenn es schon seit vielen Quartalen keinen Winter mehr gab, warum dafür das viele Geld ausgeben? Vor allem, weil es ja noch wärmer werden soll.

Da interessiert es auch nicht sonderlich, dass das Klima kein lineares, sondern ein chaotisches System ist und dass zwei Grad globale Erwärmung nicht unbedingt heißt, dass es weltweit schön gleichmäßig zwei Grad wärmer wird.

Wenn sich z.B. der Golfstrom im Laufe der Klimaerwärmung abschwächt, oder gar abrupt zusammenbricht – eine alltägliche Erscheinung in chaotischen Systemen, sobald gewisse Toleranzgrenzen überschritten werden – kann es sein, dass die letzten beiden Winter erst der Auftakt zu einer jahrhundertelangen Serie waren.

Es kann aber auch sein, dass es ganz normaler Wetterzyklus ist. Als ich noch jünger war – so vor 30, 40 Jahren – waren solche Winter der Normalfall.

Dänen lügen nicht

Posted in Politik, Umwelt with tags , on 20. Dezember 2009 by arnarscho

Von daher war ja schon von vorneherein abzusehen, dass beim Klimagipfel in Kopenhagen keines der üblichen verlogenen Gipfelpapiere herauskommen kann, in denen zwar viel versprochen, aber nichts gehalten wird.
Stattdessen wurde eine Absichtserklärung „zur Kenntnis genommen“.
Das ist doch mal ein ehrliches Ergebnis!

Ob es sich dafür aber gelohnt hat, mehrere hunderttausend Tonnen CO2 zusätzlich in die Luft zu blasen, ist fraglich.

Ebenso fraglich ist das ursprünglich von der EU anvisierte Ziel, den CO2-Ausstoß in den nächsten zehn Jahren um 20-30% zu verringern.
Wie soll denn das möglich sein? Nur mit Energiesparlampen jedenfalls nicht. Vor allem, weil sich jeder noch schnell einen Vorrat an Glühbirnen angelegt hat, der locker für zehn Jahre ausreicht.

Muss also etwas anderes geplant sein. Das wird uns aber nicht verraten, deshalb spekuliere ich jetzt mal.

Plan A: Wirtschaftskrise

Der nachhaltigste Plan, weil er zu einer echten CO2-Redukton führt und die Hauptverursacher Industrie, Haushalte und Verkehr gleichermaßen berücksichtigt.
Wenn wir – was sehr wahrscheinlich ist – in den nächsten zehn Jahren noch mit ein bis zwei Wirtschftskrisen rechnen, könnte die Industrie tatsächlich um 20-30% einbrechen und damit ihren Beitrag leisten.
Die Haushalte werden dadurch beteiligt, dass den Hartz-IV-Empfängern die Heizkosten gestrichen werden, und der Verkehr nimmt durch die steigende Arbeitslosigkeit automatisch ab.
Klimaziel erreicht!

Kann man aber so nicht verkaufen, deshalb gibt es noch

Plan B: Zertifikatehandel

Die Idee dahinter ist, dem CO2-Ausstoß einen Preis zuzuordnen, der an einer Börse durch Angebot und Nachfrage gebildet wird.
Jedes Land, das am Emissionshandel teilnimmt, erhält eine bestimmte Menge Verschmutzungsrechte zugewiesen. Länder, die ihren Anteil nicht aufbrauchen – in der Regel die ärmeren Länder – können ihre Rechte dann an die reicheren Länder verkaufen.
Dadurch wird zwar nicht weniger CO2 in die Luft geblasen, aber es wird teurer für den Endverbraucher. Außerdem wird ein neuer Markt für allerlei windige Geschäftemacher eröffnet.
Spätestens mit dem Platzen der ersten CO2-Spekulationsblase tritt dann automatisch Plan A in Kraft.
Klimaziel erreicht!

Deshalb muss ich Merkel, die davor gewarnt hat, die Ergebnisse des Gipfels schlechtzureden, recht geben: wo nichts ist, kann man auch nichts schlechtreden.
Im Gegenteil, ich bin sogar zufrieden mit diesem Nicht-Ergebnis, weil es wenigstens ehrlich zeigt: in der Klimafrage ist die Schnittmenge aus 192 UNO-Staaten die leere Menge.

 


Klaus Stuttmann im Tagesspiegel