Archiv für Faschismus

Putins Handschrift [Update]

Posted in Politik with tags , , on 16. April 2014 by arnarscho

Wer die Lage in der Ukraine am letzten Wochenende verfolgt hat, hat sicherlich mitbekommen, dass einige Aktivisten/Separatisten/Terroristen (Nichtzutreffendes bitte streichen) Polizeistationen und andere öffentliche Gebäude in der Ostukraine gestürmt haben.
Zum Teil sind sie auch einfach hineinspaziert, weil keiner der anwesenden Beamten Lust hatte, für diese Regierung in Kiew auch nur einen Finger krumm zu machen.

Ukraine

Quelle: SPON

Daran kann nur Putin schuld sein!
Denn es wurde beobachtet, dass professionell agierende Kämpfer (damit scheiden die Amis schon mal aus), die Gebäude eingenommen haben.

Das ist original Putins Handschrift, heißt es unisono, und die Art der Übernahme entspricht auch genau dem Vorgehen auf der Krim: ohne großes Blutvergießen und ohne großen Widerstand der örtlichen Behörden, bzw. Bevölkerung, die ebenfalls keinen Bock mehr auf die Faschisten in Kiew haben.

[Nachtrag]

Heute morgen wird berichtet, dass nun auch ukrainische Soldaten einschließlich Panzern übergelaufen sind, genau wie auf der Krim.
Also wenn der Putin jetzt nicht bald aufhört, das Land zu destabilisieren, muss der Westen entschlossen eingreifen.
Wir wollen jetzt endlich Blut sehen!

[2. Nachtrag]

Wie RIA Novosti gerade meldet, handelt es sich dabei um Panzer, die von Kiew im Rahmen der „Anti-Terror-Operation“ losgeschickt wurden.
Wenn das stimmt, hätte die Operation ja ihren Namen verdient.

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Wo war Klitschko?

Posted in Politik with tags , , , on 9. April 2014 by arnarscho

In einer Sternstunde der Demokratie kam es gestern zu einem politischen Schlagabtausch im ukrainischen Parlament.

YouTube

Und ganz vorne wieder mit dabei: „Putins liebster Feind“, der bekannte Vertreter für Pressefreiheit.
Aber wo war unser Mann, Klitschko, als man ihn mal gebrauchen konnte? Für diese Art Debatten ist er doch Weltmeister.

Entzündet hatte sich der Streit während der Rede eines kommunistischen Abgeordneten, der die Faschos für die Spaltung der Ukraine verantwortlich machte.
Dem konnten sie mit Worten anscheinend nichts mehr entgegenhalten.

Mir schmerzt

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , , , on 25. März 2014 by arnarscho

Wenn ich mir anschaue, was in der Ukraine gerade so abläuft, und im Gegensatz dazu die offizielle, vom Propagandaministerium freigegebene Hetzerei Berichterstattung in den deutschen Medien lese, kriege ich Schmerzen, die sich fast schon physisch äußern.

In der Ukraine wurde jetzt mit freundlicher Unterstützung des werteorientierten Westens eine faschistische Regierung an die Macht geputscht, die auch noch hofiert wird, weil der Feind unseres Feindes (zur Erinnerung: die pösen Russen) ja wohl unser Freund sein muss.
Mit dem längerfristigen Ziel der NATO, in Sewastopol einen Schutzschirm gegen iranische Atomraketen, die genauso realistisch sind wie irakische Massenvernichtungswaffen, zu installieren.

Russland wurde im letzten Jahrhundert zweimal vom Westen angegriffen und sieht jetzt schon wieder die Raketen näherrücken.
Dass es das im eigenen Interesse nicht zulassen kann, und deshalb irgendwann reagieren muss, war in diesem Spiel von vorneherein eingeplant, wurde uns aber nicht explizit mitgeteilt.
Geplant war wahrscheinlich massives Blutvergießen, welches dann ein Einschreiten der westlichen Wertegemeinschaft rechtfertigt hätte.
So wie damals im Kosovo.

Eindeutig nicht geplant war hingegen, dass sich Putin innerhalb eines Wochenendes mal schnell die Krim schnappt, und zwar mit Zustimmung des Volkes und ohne großes Blutvergießen.
Weshalb jetzt alle vor Wut schäumen.

Tempogewinn nennt man das im Schachspiel, wenn der Gegner bei der Eröffnung einen Fehler macht, den man dann für die eigene Entwicklung nutzen kann.
Der Fehler in der Eröffnung bestand darin, die Faschisten in die sog. Übergangsregierung zu holen, die dann als erstes mal nichts Wichtigeres zu tun hatten, als die russische Sprache als zweite Amtssprache zu verbieten.
Ja, ich weiß, sie wurden von ihren Sponsoren zwar zurückgepfiffen, aber nicht abgesetzt.

Weil sie noch benötigt werden.

Hat sich schon mal jemand Gedanken gemacht, wie diese sog. Übergangsregierung eigentlich zustande kam?
Interessanterweise entspricht sie genau dem, was Victoria („Fuck the EU“) Nuland neulich mit ihrem Botschafter besprochen hat: Jazenjuk wird Premier, Klitschko bleibt außen vor und die EU wird gef!ckt, weil sie, und nicht Amerika, unter den Folgen zu leiden haben wird.

Unter den Folgen, dass jetzt wieder eine Regierung mit faschistischer Beteiligung in Europa an der Macht ist. Denn die Faschos haben die Drecksarbeit die ganze Zeit ja nicht umsonst gemacht.
Und erhalten als Dank u.a. das Verteidigungsministerium, die Geheimdienste und die Generalstaatsanwaltschaft. Drei unsensible Bereiche, die man ruhig den Faschos überlassen kann. Da können sie nichts groß anstellen.

Dann haben sie auch noch einen Vertreter im Ausschuss für Pressefreiheit, der ja mittlerweile eine gewisse Bekanntheit erlangt hat, weil er Pressefreiheit als „Fresse breit hau“ verstanden hat, und auch noch so dumm war, das auf YouTube hochzuladen.
Als Beweis seiner grenzenlosen Dummheit.

Aber wirklich fassungslos macht mich unsere Qualitätsjournallie, die statt aufzuschreien – schließlich wurde ja ein Journalist verprügelt – den Fall auch noch verharmlost.
Besonders perfide war der Bericht im SPON, in dem es am Ende heißt:

Gäbe es ihn nicht schon – der Kreml müsste einen Mann wie Miroschnitschenko erfinden.

Statt gegen die Faschos anzuschreiben, wird hier unterschwellig noch mal eben schnell Putin diffamiert.

Und wozu brauchen wir jetzt diese Faschisten?

Ganz einfach, weil sie russenfeindlich sind. Sie sollen in der Ukraine eine Progrom-Stimmung hervorrufen, bis es zum Blutbad kommt, die der Westen ja immer gerne inszeniert.
Dann muss Russland zwangsläufig im Osten der Ukraine einschreiten, sprich einmarschieren, eine „unglaubliche“ „Aggression“, auf die die westliche „Wertegemeinschaft“ „entschlossen“ und „glaubhaft“ reagieren muss.
Und Uschi, die es ja anscheinend kaum erwarten kann, darf dann ihre Kinder marschieren lassen. Praktischerweise können ja die Truppen, die wir demnächst aus Afghanistan abziehen, in der Ukraine eine Zwischenlandung machen.

Und dann gibt es noch folgendes, nicht sonderlich originelle, aber immer wieder bewährte Szenario:

Diese Übergangsregierung ist ja von niemandem außer von Frau Nuland und ihren dunklen Hintermännern ausgehandelt worden.
Faschisten sind aber meist nicht sonderlich demokratisch eingestellt und geben ihre Macht nur ungern ab. Wahlen mögen sie auch nicht wirklich.
Wie also verhindern, dass sie demnächst abgewählt werden?
Ganz einfach: indem gar nicht mehr gewählt wird.

Dazu braucht man nur so etwas wie einen Reichtagsbrand zu inszenieren, woraufhin der nationale Notstand ausgerufen wird, während dieser Zeit, die mitunter sehr lange dauern kann, verfassungsgemäß keine Wahlen stattfinden.

Dann haben es die Friedensnobelpreisträger Obama und EU mit geeinter Kraft geschafft, Faschismus und Krieg zurück nach Europa zu bringen. Und ganz vorn wieder mit dabei: mir schmerzt bei dem Gedanke.

Soweit meine bescheidene Meinung.

Aus Gründen der political correctness möchte ich aber auch noch die andere Seite zu Wort kommen lassen: Ewald Stadler, ein stramm konservativer, also keiner kommunistischen Umtriebe verdächtiger, österreichischer Abgeordneter im EU-Parlament, der als Wahlbeobachter neulich auf der Krim war.

Sehr empfehlenswert, der Mann scheint zu wissen, wovon er spricht:

YouTube

Wer sind eigentlich DIE Griechen?

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , on 26. Mai 2012 by arnarscho

Aus Sicht eines Deutschen.

Ich schäme mich für Deutschland, wenn ich miterlebe, in welchen Tönen dieser Tage wieder über die Griechen – auch in sogenannten BILDungskreisen – gehetzt wird. Die dabei vorgebrachten sogenannten Argumente stammen nämlich alle aus einer sogenannten Zeitung, die immer wieder nach diesem Leitfaden vorgeht.

Da muss die Kanzlerin und ihre sogenannte Regierung natürlich mitmachen, sie schämen sich schon lange nicht mehr, sich mit nachweißlich falschen Aussagen derartig geistig zu entblößen. Und das vor laufenden Kameras weltweit. Als Regierungsvertreter! Über Mitglieder einer gemeinsamen Währung, die Frieden und Wohlstand für Europa bringen sollte!
Würde ich so über Israelis reden, entspräche das dem Tatbestand der Volksverhetzung und … na, Sie wissen schon.

Hat übrigens jemals schon jemand gehört, dass in den USA gefordert wurde, Kalifornien aus dem Dollar rauszuschmeißen, obwohl die ähnliche Probleme, aber in einem ganz anderen Maßstab haben?
Na also!

Deshalb wollen wir nun das Griechenland-Bashing auf professionelles Niveau bringen:

Bevor man über die Griechen hetzt, muss man erst einmal definieren, wer mit „Die Griechen“ überhaupt gemeint ist, und wessen sie sich schuldig gemacht haben.

Denn das Mütterlein, das den Krieg überlebt hat – als Witwe, weil ihr Gatte von Deutschen hingerichtet wurde – und nun mit einer kärglichen Rente ihr restliches Dasein fristet, kann ja wohl kaum gemeint sein.

Wenn mit den Griechen das Volk gemeint ist, kann man ihnen höchstens vorwerfen, dass sie jahrzehntelang immer wieder die beiden korrupten Volksparteien an die Macht brachten, die das Land systematisch heruntergewirtschaftet haben.
Dann müsste jetzt aber Ruhe sein, denn bei der letzten Wahl haben die Griechen ja Reue gezeigt, und bei der nächsten kommt vielleicht eine neue Partei an die Macht. Nicht zuletzt auch dank tatkräftiger medialer Unterstützung seitens der Teutonen.

Wenn mit den Griechen aber die jeweiligen Regierungsvertreter gemeint sind, was ja oft der Fall ist, müsste jetzt auch Ruhe sein, schließlich wurden die beiden großen Parteien ja abgestraft.
In Deutschland kann doch wohl kaum einer ernsthaft darauf bestehen, ausgerechnet mit Vertretern dieser korrupten Parteien weiter zu verhandeln.

Wir können den Griechen auch vorwerfen, dass sie jahrelang deutsche Produkte gekauft haben, die sie sich nicht leisten konnten, und so unseren Aufschwung mitfinanziert haben. Dass sie zig Millionen in unnötige Leopard-Panzer und deutsche U-Boote versenkt haben. Jahrelang hat das aber keinen hier gestört.

Und klar, haben die Griechen sich in den Euro gemogelt, was ihnen ohne die tatkräftige Unterstützung von Goldman Sachs und kollektives Wegschauen seitens der EU-Kommission aber nicht gelungen wäre.
Hat deshalb schon mal jemand Goldman Sachs angeklagt und die 300 Mio, die sie daran verdient haben, zurückverlangt? Oder die Gehälter der EU-Beamten gekürzt?
Nein, stattdessen hat man einen der Finanztrickser von damals – Loukas Papadimos – an die Regierungsspitze geputscht!

Das wäre dann also der Grieche schlechthin.
Aber auf den drischt Merkel nicht ein.

Natürlich lässt sich nicht leugnen, dass in Griechenland – gelinde gesagt – einiges schiefläuft, vor allem in der Verwaltung. Bei uns würde man solche Zustände Anarchie nennen. Griechisches Wort, übrigens.
Dass dieses System bisher überhaupt funktioniert hat, muss damit zu tun haben, dass sich chaotische Systeme selbst organisieren, sobald sie einen gewissen Grad an Chaos erreicht haben. Die Finanzkrise hat dieses bis dahin relativ stabile System dann aus dem Gleichgewicht gebracht.

Natürlich hätte dieses System auch sonst nicht mehr lange fuktioniert, weil es von billigen Krediten – auch aus Deutschland – abhängig war. Die Kredite haben das chaotische System sozusagen mit Energie versorgt.

Aber sind die Griechen allein schuld daran?

Fragen wir doch mal einen Vertreter der Märkte, das sind ja meistens keine Linken und damit unverdächtig: Mohamed El-Erian, Chef der Pacific Investment Management Company (PIMCO).

Das jetzt neu zu organisieren, wird teuer und dauert lang. Vor allem nach dem Desaster, das Merkel dort hinterlassen hat. Denn die letzten Reste einer funktionierenden Wirtschaft wurden durch die teutonische Keule brutal niedergeknüppelt. Investieren wird in Griechenland erst wieder jemand, wenn abzusehen ist, dass damit auch Profit gemacht werden kann.
Das ist derzeit aber kaum möglich. Der einzige wachsende Industriezweig dürfte im Moment nur der Totengräber sein. Wobei abzusehen ist, dass auch dieser Zweig nicht ewig wachsen kann.

Aber ausgerechnet in diesen Zweig wollen Merkel und Schäuble mit ihrer Kriegs-Rhetorik scheinbar investieren:

Der Streit vor allem mit Grie­chen­land eska­liert. Berichten zufolge will die Bun­des­re­gie­rung, sollte Athen sich der Erfül­lung des Spar­dik­tats ver­wei­gern, „den Grie­chen das Leben so uner­träg­lich“ machen, dass sie frei­willig die Euro­zone ver­ließen. Man müsse an Athen ein „Exempel sta­tu­ieren“, heißt es; nur so könne die Dis­zi­pli­nie­rung der EU erreicht werden.

Die Wiege der Demokratie soll auch gleichzeitig ihre Bahre sein.

Das ist also christliche Politik. Inquisition, Folter, Mord. Das ist der reinste Faschismus, ich finde da keine Worte mehr. Und keiner in Deutschland schreit auf, außer Günter Grass wieder einmal.

Ein Arbeitsloser weniger dank Hartz IV

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , on 21. April 2011 by arnarscho

Bravo, die Hetzkampagnen und Zwangsmaßnahmen gegen Arbeitslose zeigen Wirkung: in Speyer ist ein psychisch kranker Hartz-IV-Bezieher verhungert.
Bravo, mitten in Deutschland, das genug Milliarden hat, um sie Großverdienern in den Arsch zu schieben, werden Menschen, die sich selbst nicht mehr helfen können, von „Fallmanagern“ einfach fallengelassen, unter dem Jubel der Bevölkerung, sowie „christlicher“ und „sozialer“ Politiker.

Früher nannte man ein System „Faschismus“, das Zwangsarbeit zur Gewinnmaximierung des Großkapitals anordnet und bei Nichtbefolgen mit Verhungern bestraft, heute nennt man es „soziale Marktwirtschaft“.

Die Väter und Mütter des Grundgesetzes haben nicht umsonst formuliert:

Artikel 1 (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Artikel 2 (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

Artikel 12 (2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.

Man beachte, dass alle Artikel absolut gelten, also ohne den sonst üblichen Zusatz: „Das Nähere regelt ein Bundesgesetz“. Die damals gemachten leidvollen Erfahrungen vom unheilvollen Zusammenspiel korrupter Politiker mit dem Großkapital waren Grund genug dafür.

Da kann ich nur noch stolz sein auf mein Land, das „Sozialbetrug“ wieder mit „aller gebotenen Härte“ verfolgt.