Archiv für Deutschland

Made aus der DDR

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , on 9. November 2014 by arnarscho

Um Missverständnisse von vorneherein auszuschließen, möchte ich erst mal anmerken, dass das deutsche Hauptwort Made im südwestlichen Sprachraum (Saarland/Pfalz), da wo ich herkomme, auch für Mädchen steht. Das Made von drüben, wissen schon…

Hat sie doch heute tatsächlich behauptet, die DDR wäre ein Unrechtsstaat gewesen. Ist sicherlich richtig, aber was hat sie denn damals dagegen unternommen?
Stimmt, sie war in der FDJ, sozusagen einer Bürgerrechtsbewegung, und dort für Agitprop (Agitation und Propaganda) zuständig. Dort hat sie ihr Handwerkszeug gelernt.

Und zwar so gut, dass sie anschließend Physik studieren durfte.
Wir erinnern uns: das war ein Unrechtsstaat, dort durfte das nicht jeder, der das wollte. Dort wurde gesiebt, wissen schon…

Man mag ihr zugute halten, dass sie den zur Promotion notwendigen Nachweis der erworbenen Kenntnisse im Marxismus-Leninismus nur mäßig geschafft hat, aber wer von uns hätte damit weniger Probleme?

Dass sie trotzdem eine Stelle beim Zentralinstitut für physikalische Chemie in Berlin bekam, wäre (wir erinnern uns: das war ein Unrechtsstaat) ohne inoffizielle Mitarbeit bei einem gewissen Ministerium nicht möglich gewesen. IM Erika, wissen schon…

Und ausgerechnet dieses Made stellt sich vor die Kameras und erzählt, die DDR wäre ein Unrechtsstaat gewesen.

Damals hat sie das allerdings nicht angeprangert, sondern im Unrechtsstaat gelebt wie eine…, wissen schon.

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Deutschlands dümmste Petition

Posted in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft with tags , , , on 22. April 2014 by arnarscho

Es hat ja wohl schon einige dümmliche Petitionen gegeben, aber diese hier ist sicherlich preisverdächtig:

petition

Immerhin haben sich schon sieben Unterzeichner eingefunden.
Allzu hoch hat der Initiator in weiser Voraussicht die Latte aber auch nicht gehängt, 100 Unterschriften reichen schon.
Mal gespannt, ob sich die finden.

Überall keine Nazis

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , on 23. Mai 2013 by arnarscho

Wir haben ja nicht nur den Mord an Millionen von Juden zu verantworten, sondern auch den an Millionen von Nazis. Dieser in der öffentlichen Wahrnehmung unterdrückten und deshalb selten thematisierten ethnischen Säuberung, der sogenannten Entnazifizierung, sind Millionen von Nazis zum Opfer gefallen.
Man braucht sich doch nur die Zahlen anzuschauen: vor 1945 gab es noch Millionen davon, danach keine mehr. Plötzlich verschwunden und nie mehr aufgetaucht.
Oder im Krieg gefallen. Das war noch sozusagen der Glücksfall.

Der gesamte deutsche Verwaltungsapparat und vor allem auch die Geheimdienste konnten deshalb mit den derart schlagartig Entnazifizierten fortgeführt werden.
Deshalb ist es nur allzu verständlich, dass jeglicher Nazi-Vergleich schon von vorneherein verboten sein muss.
Denn an Nazis können wir uns noch nicht mal mehr erinnern, wie ja die zahlreichen Gedächtnislücken der ganzen Verfassungsschützer, die im NSU-Untersuchungsausschuss aussagten, beweisen.

Aber jetzt sieht es so aus, als ob die Untoten zurückkämen, nachdem die Amis die nach dem Krieg beschlagnahmte NSDAP-Zentralkartei an Deutschland zurückgegeben haben, wogegen sich die Nazis Beamten des Auswärtigen Amtes jahrzehntelang erfolgreich wehrten, wie der Journalist Malte Herwig herausgefunden hat.
Besonders dreist trieb es dabei die Regierung unter Kohl, der früher zwar auch bestimmt gerne mitgemacht hätte, aber leider mit der Ungnade der späten Geburt geschlagen war.
Als die Grünen 1989 einen Parlamentsbeschluss durchsetzten, um die Rückgabe der Akten zu verlangen, ging das Auswärtige Amt sogar so weit, die Amerikaner um ein doppeltes Spiel zu bitten, die offizielle Anfrage abzulehnen.
Aber keine Nazi-Gesinnung weit und breit, alles aufrichtige und lupenreine Demokraten in unseren Ämtern, die es nie wieder so weit kommen lassen würden.

Man erkennt das auch daran, dass nur noch eine einzige Nazin überlebt hat, die Quotenfrau. Und die steht jetzt bekanntlich vor Gericht.
Na also, und Juden können wir auch keine mehr umbringen, weil es in Deutschland seit einer gewissen Zeit keine mehr gibt.
Deshalb sind jegliche Nazi-Vergleiche heutzutage vollkommen fehl am Platz.

Der Infiltrator

Posted in Politik with tags , , , , on 16. Mai 2013 by arnarscho

Zur Abwechslung mal ein bisschen Unterhaltung bzgl. aktueller Verschwörungstheorien, die ich auch schon öfter hegte.

Scheiß Unterhaltung.
Wie ich aus vertrauenswürdiger Quelle erfahren habe (danke, daMax), handelt es sich bei dem Filmchen um ein Produkt von braunem Gesocks.

Dann nehmen wir als Ersatz halt das hier:

YouTube

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

Posted in Politik with tags , , , on 22. Juli 2012 by arnarscho

Ein kleiner Schatten der Studiodekoration macht aus Mutti die GröMaZ (Größte Mutti aller Zeiten):

http://www.youtube.com/watch?v=WnKnbXKqPUk

Ein Schelm, wer übles dabei denkt.

Wer sind eigentlich DIE Griechen?

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , on 26. Mai 2012 by arnarscho

Aus Sicht eines Deutschen.

Ich schäme mich für Deutschland, wenn ich miterlebe, in welchen Tönen dieser Tage wieder über die Griechen – auch in sogenannten BILDungskreisen – gehetzt wird. Die dabei vorgebrachten sogenannten Argumente stammen nämlich alle aus einer sogenannten Zeitung, die immer wieder nach diesem Leitfaden vorgeht.

Da muss die Kanzlerin und ihre sogenannte Regierung natürlich mitmachen, sie schämen sich schon lange nicht mehr, sich mit nachweißlich falschen Aussagen derartig geistig zu entblößen. Und das vor laufenden Kameras weltweit. Als Regierungsvertreter! Über Mitglieder einer gemeinsamen Währung, die Frieden und Wohlstand für Europa bringen sollte!
Würde ich so über Israelis reden, entspräche das dem Tatbestand der Volksverhetzung und … na, Sie wissen schon.

Hat übrigens jemals schon jemand gehört, dass in den USA gefordert wurde, Kalifornien aus dem Dollar rauszuschmeißen, obwohl die ähnliche Probleme, aber in einem ganz anderen Maßstab haben?
Na also!

Deshalb wollen wir nun das Griechenland-Bashing auf professionelles Niveau bringen:

Bevor man über die Griechen hetzt, muss man erst einmal definieren, wer mit „Die Griechen“ überhaupt gemeint ist, und wessen sie sich schuldig gemacht haben.

Denn das Mütterlein, das den Krieg überlebt hat – als Witwe, weil ihr Gatte von Deutschen hingerichtet wurde – und nun mit einer kärglichen Rente ihr restliches Dasein fristet, kann ja wohl kaum gemeint sein.

Wenn mit den Griechen das Volk gemeint ist, kann man ihnen höchstens vorwerfen, dass sie jahrzehntelang immer wieder die beiden korrupten Volksparteien an die Macht brachten, die das Land systematisch heruntergewirtschaftet haben.
Dann müsste jetzt aber Ruhe sein, denn bei der letzten Wahl haben die Griechen ja Reue gezeigt, und bei der nächsten kommt vielleicht eine neue Partei an die Macht. Nicht zuletzt auch dank tatkräftiger medialer Unterstützung seitens der Teutonen.

Wenn mit den Griechen aber die jeweiligen Regierungsvertreter gemeint sind, was ja oft der Fall ist, müsste jetzt auch Ruhe sein, schließlich wurden die beiden großen Parteien ja abgestraft.
In Deutschland kann doch wohl kaum einer ernsthaft darauf bestehen, ausgerechnet mit Vertretern dieser korrupten Parteien weiter zu verhandeln.

Wir können den Griechen auch vorwerfen, dass sie jahrelang deutsche Produkte gekauft haben, die sie sich nicht leisten konnten, und so unseren Aufschwung mitfinanziert haben. Dass sie zig Millionen in unnötige Leopard-Panzer und deutsche U-Boote versenkt haben. Jahrelang hat das aber keinen hier gestört.

Und klar, haben die Griechen sich in den Euro gemogelt, was ihnen ohne die tatkräftige Unterstützung von Goldman Sachs und kollektives Wegschauen seitens der EU-Kommission aber nicht gelungen wäre.
Hat deshalb schon mal jemand Goldman Sachs angeklagt und die 300 Mio, die sie daran verdient haben, zurückverlangt? Oder die Gehälter der EU-Beamten gekürzt?
Nein, stattdessen hat man einen der Finanztrickser von damals – Loukas Papadimos – an die Regierungsspitze geputscht!

Das wäre dann also der Grieche schlechthin.
Aber auf den drischt Merkel nicht ein.

Natürlich lässt sich nicht leugnen, dass in Griechenland – gelinde gesagt – einiges schiefläuft, vor allem in der Verwaltung. Bei uns würde man solche Zustände Anarchie nennen. Griechisches Wort, übrigens.
Dass dieses System bisher überhaupt funktioniert hat, muss damit zu tun haben, dass sich chaotische Systeme selbst organisieren, sobald sie einen gewissen Grad an Chaos erreicht haben. Die Finanzkrise hat dieses bis dahin relativ stabile System dann aus dem Gleichgewicht gebracht.

Natürlich hätte dieses System auch sonst nicht mehr lange fuktioniert, weil es von billigen Krediten – auch aus Deutschland – abhängig war. Die Kredite haben das chaotische System sozusagen mit Energie versorgt.

Aber sind die Griechen allein schuld daran?

Fragen wir doch mal einen Vertreter der Märkte, das sind ja meistens keine Linken und damit unverdächtig: Mohamed El-Erian, Chef der Pacific Investment Management Company (PIMCO).

Das jetzt neu zu organisieren, wird teuer und dauert lang. Vor allem nach dem Desaster, das Merkel dort hinterlassen hat. Denn die letzten Reste einer funktionierenden Wirtschaft wurden durch die teutonische Keule brutal niedergeknüppelt. Investieren wird in Griechenland erst wieder jemand, wenn abzusehen ist, dass damit auch Profit gemacht werden kann.
Das ist derzeit aber kaum möglich. Der einzige wachsende Industriezweig dürfte im Moment nur der Totengräber sein. Wobei abzusehen ist, dass auch dieser Zweig nicht ewig wachsen kann.

Aber ausgerechnet in diesen Zweig wollen Merkel und Schäuble mit ihrer Kriegs-Rhetorik scheinbar investieren:

Der Streit vor allem mit Grie­chen­land eska­liert. Berichten zufolge will die Bun­des­re­gie­rung, sollte Athen sich der Erfül­lung des Spar­dik­tats ver­wei­gern, „den Grie­chen das Leben so uner­träg­lich“ machen, dass sie frei­willig die Euro­zone ver­ließen. Man müsse an Athen ein „Exempel sta­tu­ieren“, heißt es; nur so könne die Dis­zi­pli­nie­rung der EU erreicht werden.

Die Wiege der Demokratie soll auch gleichzeitig ihre Bahre sein.

Das ist also christliche Politik. Inquisition, Folter, Mord. Das ist der reinste Faschismus, ich finde da keine Worte mehr. Und keiner in Deutschland schreit auf, außer Günter Grass wieder einmal.

Die x-Beliebigkeit der sonstigen Parteien

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , , on 4. April 2012 by arnarscho

Seit die Piraten im beschaulichen Saarland, das in weiten Teilen eine eher Internet-befreite Zone ist, in den Landtag gezogen sind und in der jüngsten bundesweiten Umfrage astronomische 12% erreicht haben, macht sich eine gewisse Panik unter den sonstigen Parteien bemerkbar.

Jetzt hacken alle auf dem noch recht bescheidenen Parteiprogramm herum und verweisen auf ihre Programme, die angeblich Aussagen zu den Werten und Zielen der sonstigen Parteien enthalten, in Wahrheit aber nur eine Ansammlung von schönen Floskeln sind, die keinerlei Auswirkungen auf die Politik haben.

Z.B. das Programm der CDU, das ich glatt zu 90% unterschreiben könnte.

Aber was ist denn an der CxU-Politik christlich? Welche christlichen Werte vertreten die denn? Doch die der Inquisition und der Kreuzzüge!
Ich weiß, wovon ich schreibe, ich war selber jahrzehntelang Christ und habe im Religionsunterricht ganz andere Dinge gelernt. Toleranz, Nächstenliebe und Achtung der Menschenwürde sind in der Politik der CxU noch nicht mal ansatzweise vorhanden. Wer ein Gegenbeispiel dazu kennt, das mir entgangen sein muss, kann das ja bitte gern in den Kommentaren aufführen, ich bin lernfähig.
Oder die Familienpolitik: „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Kernbestandteil christlich demokratischer Politik“, schreiben sie dort.
Wie sich das mit Minilöhnen, Leiharbeitern und Zeitverträgen vereinbart, schreiben sie dort nicht.
Und so geht das auf über 100 Seiten munter weiter.

Oder die FDP.
Letzte Woche hat Rösler mit geschwollener Brust stolz verkündet, dass sich die FDP wenigstens dieses eine Mal an ihre Prinzipien gehalten hat und die 11.000 Schlecker-Frauen in die Wiederverwertung Anschlussverwendung geschickt.
Wahrscheinlich, weil die nicht zur typischen Wählerschicht der FDP gehören.
Aber diese Woche ist es schon wieder rum mit der Prinzipientreue, denn der Benzinpreis steigt und es ist Wahlkampf. Also wird mal fröhlich eine Erhöhung der Pendlerpauschale gefordert, obwohl die als staatliche Subvention ihren Prinzipien ja klar zuwiderläuft.
Aber, was soll’s, es ist Wahlkampf und nach der Wahl wird sich herausstellen, dass eh kein Geld dafür vorhanden ist.

Über die SPD brauch ich ja gar nichts mehr zu sagen, die haben alle eigenen Prinzipien aufgegeben und wollen nur noch in den Schoß von Mutti hüpfen.

Und dann wundern sich diese Parteien auch noch, dass sich immer mehr Wähler von ihnen abwenden und stattdessen mal die Piraten wählen. Jetzt machen sie alle ganz hektisch Internet und glauben, damit irgendwelche Wähler zurückzugewinnen.
Sehr überzeugend.

Dabei ist der Höhenflug der Piraten meiner Meinung nach gar nicht auf die Internetaffinen zurückzuführen, sondern eher auf die Protestwähler. Wie in Berlin haben sie auch im Saarland viele Nichtwähler mobilisiert, die wahrscheinlich nur deshalb zur Wahl gegangen sind, weil sie erstmals die Chance sahen, den andern Parteien eins auszuwischen.

Das nennt sich dann „Tyrannei der Massen“.