Archiv für Afghanistan

FeldpostLeaks

Posted in Gesellschaft with tags , , on 20. Januar 2011 by arnarscho

Julian Assange steckt dahinter. Ganz sicher.
Seit immer mehr seiner Informanten verhaftet und eingekerkert werden, muss er zu immer rabiateren Mitteln greifen, um noch an Berichte aus erster Hand zu gelangen.
Deshalb scheuen seine Terrortruppen auch nicht mehr davor zurück, die Frontbriefe unserer Befreiungsarmee zu öffnen und nach brauchbaren Informationen zu durchsuchen.
Die verschwundenen Briefe können von den Lieben zuhause dann demnächst bei WikiLeaks nachgelesen werden.

Advertisements

Afghanistan: Mission erfüllt

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , on 8. Oktober 2010 by arnarscho

Hurra, wir können unsere Truppen abziehen. Der Krieg ist endgültig privatisiert, Taliban beschützen jetzt die US-Stützpunkte vor den Taliban.

Bekanntermaßen arbeiten private Unternehmen ja effizienter als Staatsunternehmen, weil sie Profit machen müssen und deshalb das Geld möglichst gewinnbringend anlegen.
Geld kennt keine ideologischen Vorurteile, da rechnet es sich allemal, in Taliban zu investieren, die im Vergleich zu westlichen Soldaten relativ billig sind und hat den Vorteil, dass die Taliban unter sich bleiben.

Da letztens auch freie und geheime Wahlfälschungen stattgefunden haben, ist Afghanistan auf dem besten Weg in eine korrupte Bananenrepublik nach westlichen Vorstellungen und unsere Mission damit erfüllt.

Was passiert, wenn wir in Afghanistan bleiben

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , on 8. August 2010 by arnarscho

Sind Sie etwa kriegsmüde? Wissen Sie nicht so genau, was unsere Truppen in Afghanistan eigentlich sollen? Wofür sie ihr Leben lassen?

Dann stehen Sie nicht allein da.
Auch die „Rote Zelle“ (so heißen die wirklich!) des CIA hat sich dieser Frage schon vor einigen Monaten gewidmet und in dem bei Wikileaks „veröffentlichten“ Dokument empfohlen, das Schicksal afghanischer Frauen zu instrumentalisieren, um dem Einsatz ein menschliches Gesicht zu geben.

Dem hat sich nun das Time-Magazin angenommen, und zwar derart brutal, dass es jeder mitbekommen musste, und stellt fest, dass das passiert, wenn wir Afghanistan verlassen.

Nur ich – als globaler Hinterwäldler – versteh das mal wieder nicht.
Diese Greueltat ist doch in den letzten Monaten passiert, also während unsere Truppen dort stationiert waren.
Warum haben sie das dann nicht verhindert? Unsere Truppen kämpfen doch für Menschenrechte usw!
Oder ist es ihnen einfach nicht gelungen, rechtzeitig in das Haus einzudringen und die ganze Familie vorsorglich niederzumetzeln, bevor etwas so Schreckliches passieren konnte?

Und…
kämpfen unsere Truppen dort wirklich für Frauenrechte? Mit militärischer Gewalt, so in der Art: „Du jetzt respektieren deine Frau, sonst ich knallen alle ab!“

Ist doch absurd, und wie der Fall des armen Mädchens gerade zeigt, ändert die Anwesenheit unserer Truppen an der Frauensituation in Afghanistan gar nichts.

Petraeus versackt

Posted in Politik with tags , , , , on 16. Juni 2010 by arnarscho

Das war sogar für General David Petraeus, den Oberbefehlshaber in Afghanistan zu viel: Fragen nach dem Truppenabzug. Da brach er zusammen.

Nicht, weil er zu viel, sondern zu wenig getrunken hätte. Ha, ha, das können die mir doch nicht erzählen.

Ich muss dazu gestehen, dass ich Petraeus für relativ – im Vergleich zu seinem Umfeld – intelligent halte, was jetzt allerdings nicht heißen soll, dass ich mit ihm einer Meinung wäre.
Aber ich traue ihm zu, dass er die Lage überschauen kann und genau deshalb zusammengebrochen ist.

Wie sollen denn die Amis jemals wieder rauskommen aus Afghanistan, wenn die amerikanischen Söldnertruppen Terroranschläge bei den sogenannten Taliban bestellen, um nicht arbeitslos zu werden, wenn der CIA den Opiumanbau schützt, um Russland mit Drogen zu versorgen und der befreundete pakistanische Geheimdienst die sogenannten Taliban mitfinanziert?

Und diese Fragen sollte er ausgerechnet denen beantworten, die das ganze organisiert haben und über die Lobby kräftig dran verdienen.
Das war dann sogar für einen Vier-Sterne-General zu viel.

Ostern wie im Western

Posted in Gesellschaft with tags , on 7. April 2010 by arnarscho

Erst fallen drei unserer anscheinend unzureichend vorbereiteten Soldaten am Karfreitag („für uns geopfert“), dafür erschießt die Bundeswehr bei einem „bedauerlichen Zwischenfall“ fünf oder sechs afghanische Soldaten. Zwischendurch gibt es Anschläge in Bagdad und Peschawar.

Als wär das noch nicht genug für ein Osterfest, fliegt dann auch noch ein Vertuschungsversuch der US-Army bei einem Familienmassaker auf und Wikileaks veröffentlicht ein Video aus dem Irak-Krieg von 2007, das ziemlich brutal zeigt, was man unter einem robusten Friedenseinsatz zu verstehen hat.
Als Zugabe dann noch die neueste Nachricht, dass schon wieder eine Familie niedergemetzelt wurde, weil sich Taliban-Kämpfer in dem Haus verschanzt hatten – oder vielleicht auch dort wohnten.

Mittlerweile redet sogar Gutti „umgangssprachlich“ von Krieg und Karzai droht, zu den Taliban überzulaufen.

Denn wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr.

Abwrackprämie für Taliban

Posted in Politik with tags , on 27. Januar 2010 by arnarscho

Für Bimbes kann man alles kaufen, müssen sich unsere mit gutem Beispiel vorangehenden Regierungsparteien wohl gedacht haben, warum nicht auch Taliban?
Zwar sind schwerbewaffnete Widerstandskämpfer nicht so billig zu haben wie deutsche Leichtmatrosenparteien im Wahlkampfschlussverkauf, entscheidend ist jedoch, was hinten rauskommt: der Return on Invest.
Die an solcherart „Friedensdividende“ gewöhnten – und von daher nicht so zimperlichen – Italiener haben ja vor einiger Zeit vorgeführt, dass man am Hindukusch gegen ein relativ geringes Entgelt Frieden schaffen kann. (Arnos Schwatzer Block kommentierte.)
Aber auch die Deutschen können mit der Abwrackprämie wichtige Erfahrungen einbringen und so gemeinsam Frieden und Wohlstand schaffen.

Und so einfach funktioniert die Friedensprämie:
Gebrauchte Kalaschnikov abgeben, Prämie kassieren und dafür schicke, moderne Waffen aus westlicher Produktion kaufen.
Amigo Karlheinz Schreiber, der sich ja mittlerweile wieder auf deutschem Boden befindet und als Experte auf diesem Gebiet gelten kann, vermittelt sicher gern.

Last Exit Taliban

Posted in Politik with tags on 23. Dezember 2009 by arnarscho

Ich lach mich schlapp!
Unser oberster Heeresführer vuz Gutti hat eine neue Idee: man könnte ja mit den gemäßigten Taliban zu reden versuchen.
Auch das ehemalige Nachrichtenmagazin ist ganz entzückt:

Den Afghanen muss letztlich gestattet werden, ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Dies in einem Regierungssystem, das ihre eigenen kulturellen Traditionen widerspiegelt.

Nicht unsere.

Mein Instinkt sagt mir, dass da etwas zum Himmel stinkt. Wenn vuz Gutti plötzlich der gleichen Meinung ist wie ich, kann irgendetwas nicht stimmen.
Die naheliegende Erklärung, dass er Arnos Schwatzer Block entdeckt hat und jetzt durchblickt, verwerfe ich mal.

Ist er nach zwei Monaten Fronteinsatz schon so genervt, dass er jetzt sogar mit den Taliban reden will?
Die Taliban sind so ziemlich die übelsten religiösen Fanatiker, die ich kenne, mit denen möchte ich nicht reden müssen.
Aber welche Alternative haben wir denn zu bieten? Ein korrupter Präsident, dessen Clan mit Drogenhandel Geld verdient und in dessen Gefängnissen gefoltert wird – von daher der natürliche Verbündete der USA.

War dieser demokratische „Fortschritt“ wirklich die vielen Menschenopfer wert?
Mit den Taliban hätte man nämlich schon viel früher verhandeln können, als sie noch nicht so stark waren.