Assads Fassbomben

Nachdem während der vergangenen Monate eher die Kopfabschneider vom Islamischen Staat im Mittelpunkt des medialen Interesses standen, wurde vor einigen Wochen, genauer gesagt, seit Russland seinen Militärstützpunkt in Syrien einzurichten begann, wieder der „Schlächter“ Assad aus dem Schrank geholt und wird seitdem durch’s mediale Dorf getrieben.
Nur damit wir nicht vergessen, wer der wirkliche Bösewicht dort in der Gegend ist.
Um uns diese Erkenntnis etwas zu erleichtern, wirft er neuerdings nur noch Fassbomben auf sein Volk. Fassbomben!!! Oh wie schrecklich!!!

Mit Verlaub, davon glaube ich vorläufig mal kein Wort.
Ich folgere das aus der simplen Beobachtung, dass ich seit 25 Jahren bei *allen* Kriegen Interventionen zum Schutz von Demokratie und Menschrenrechten, die seitdem geführt wurden, *massiv* belogen wurde. Die Wahrheit kam immer erst Jahre später heraus, hat dann aber keinen mehr interessiert.
Ethnische Säuberungen, Hufeisenplan, Brutkastenmetzger, Massenvernichtungswaffen, rollende Chemielabors…, keine Lüge war ihnen zu billig, den Vertretern der westlichen „Wertegemeinschaft“.
Und aus Wikipedia und dem Geschichtsbuch weiß ich, dass das in den vergangenen Jahrzehnten und Jahrhunderten nicht anders war. (Ab 5:45 wirrrd zurrückkkgeschosssen!!! Mit dieser Lüge wurde der bisher schrecklichste Krieg der Menschheit eingeläutet.)
Warum sollte es also ausgerechnet heute anders sein?

Also, der Assad wirft jetzt Fassbomben auf sein Volk, das ihn zu 89% (die Zahl mag man anzweifeln) bei den Wahlen 2014 im Amt bestätigt hat? Selbst Merkel, der ich ja fast alles zutraue, würde ich sowas nicht zutrauen.
Aber warum wirft der ausgerechnet Fassbomben?

Fassbomben sind ziemlich primitive Bomben, die sich jemand bastelt, der an „Qualitätsbomben“ nicht ran kommt. Ihre Sprengwirkung erreicht nur den Bruchteil einer konventionellen Bombe und von der Zielgenauigkeit brauchen wir gar nicht erst zu reden.

Wenn man das berücksichtigt, müssten die Artikel in der Qualitätspresse also eher folgenden Tenor haben:

  • Damaskus. Wie die westliche Wertegemeinschaft mit Erleichterung feststellt, lässt Assad jetzt nur noch relativ wirkungslose Fassbomben auf sein Volk abwerfen.

Falls sie aber davon überzeugt sein sollten, dass Fassbomben wirklich schrecklicher als konventionelle Bomben sind, müssten sie die jüngsten Waffenlieferungen aus Moskau dagegen wie folgt kommentieren:

  • Damaskus. Wie die westliche Wertegemeinschaft mit Erleichterung feststellt, liefert Moskau Syrien jetzt wieder Präzisionsbomben, die die zig-fache Sprengwirkung der bisher verwendeten Fassbomben haben.

Deshalb halte ich die Fassbomben für die gleiche Propaganda wie seinerzeit die Massenvernichtungswaffen.

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3 Antworten to “Assads Fassbomben”

  1. glaubst du, das Assad besser wäre wie wir. Ich denke das hält sich in der Waage. ich kann an dem gestörten nichts nettes finden. gut bei unserer mutti auch nicht. es wird nicht besser mein guter. also kopf runter und durch.

    • Von Assad mag man ja halten, was man will, was ich jedoch nicht glaube, ist die Geschichte mit den Fassbomben.
      Wenn er wirklich sein Volk vernichten wollte, ständen ihm andere Mittel zur Verfügung.

      • Ich finde, Assad ist kein lupenreiner Demokrat. und sein Feund der Herr Putin auch nicht und auch nicht die Westlichen Arschlöcher. Aber an eine verschwörungstheorie bezüglich Fassbomben glaube ich nicht. Das ist doch scheiß egal womit man mordet. Er will nicht sein Volk vernichten, nur die die nicht so denken und wollen wie er.

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