Lasst uns den Staat kaufen!

In meinem ständigen Bemühen, die Probleme dieser Welt auf basisdemokratischem Weg zu lösen, ist mir jetzt DIE Lösung eingefallen: das Volk kauft sich einfach seinen Staat auf.
Aber nicht etwa, indem es die Staatsschulden abbezahlt, das wäre etwas teuer, sondern indirekt, indem es die Parteien aufkauft, statt dieses lukrative Geschäft nur den Ackermännern zu überlassen.
Dabei wird die sogenannte Hebelwirkung ausgenutzt; schlagen wir sie doch mit ihren eigenen Waffen durch Kraut-Funding!

Wenn jeder Deutsche auch nur einen Euro pro Jahr (das dürfte ja noch zu verkraften sein) an die Partei seiner Wahl als Spende überweist, fließen zig-Millionen auf deren Konten. Dagegen nehmen sich die 150.000 von BMW doch wie Peanuts aus.
Und weil so gut wie alle Parteifunktionäre Speichellecker ohne eigene Meinung sind, würden sie zur Not sogar die Meinung des Volkes vertreten, wenn es denn genug einbringt.
Denn eines ist sicher: zig-Millionen werden solche Geizhälse wie die Ackermänner, Quandts und Krupps nicht spendieren, weil ihrer Meinung nach Volksvertreter so etwas wie prekäre Hilfsarbeiter und Parasiten sind, die mit einem symbolischen Trinkgeld abgespeist werden können.

Und das funktioniert sogar, wenn sich nur 10% der Bevölkerung daran beteiligen, nämlich die, die sich für Politik interessieren und selbige mitgestalten wollen, also die eher Unbequemen, auf die die Politiker normalerweise lieber verzichten möchten.

Das geht dann so: wenn die CDUCSUFDPSPDGRÜNE-Blockpartei mal wieder besonders abartige, asoziale Gesetze verabschiedet, fließen die zig-Millionen im nächsten Jahr halt an die LINKE.
Ihr solltet mal sehen, wie schnell wir dann die sogenannten Volksvertreter auf unserer Seite hätten!

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20 Antworten to “Lasst uns den Staat kaufen!”

  1. Erst habe ich ja gedacht „nee, geht nicht“, weil die dann die Kohle nehmen würden und weiterhin für die Ackermänner, Quandts und Krupps tätig sind. Aber der letzte Absatz hat den Denkfehler ausgemerkelt.

    Jo, da mache ich mit. Die Frage ist nur, wie diese doch recht einfache und für den Einzelnen billige Idee unter die 10% Volk gestreut wird, auf die es ankommt?

    Irgendwelche Vorschläge?

  2. drbruddler Says:

    In dem man nicht nur dafür wirbt, sondern auch für direkte Mitbestimmung in der Kommunalpolitik.

    • Hab ich schon probiert. Auf Seiten des Volkes bin ich an der Ignoranz, und auf Seiten der Politik an der Arroganz gescheitert.

      • drbruddler Says:

        Ja, das kenne ich. Auf Seitens des Volkes sind sie sich einig, es muß etwas getan werden und sie fragen sich wer es denn sein könnte. Ihre Antwort: „Du!“ Und auf Seiten der Politik finden sie das nur noch lustig.

  3. Es ging mir ja bei meinem Anliegen eher um nationale, bzw. globale Probleme, mit Kommunalpolitik kommen wir da nicht weit. Da hat Olaf wohl den richtigen Schluss gezogen.
    Die Politik ist mittlerweile ja so runtergekommen, dass sie nur noch auf entsprechend große Geldbeträge reagiert.

    Das war ja mein Ansatz. Wie man den umsetzen kann, weiß ich jetzt aber auch noch nicht. Ob ich mal einen Euro an die LINKE überweisen sollte?

    • drbruddler Says:

      anarcho, das mit der Kommunalpolitik ist um die Ecke gedacht. Denn wer sich für die Kommunalpolitik interessiert, der schärft nicht nur seine Antennen für die Sache, sondern auch für die Personen, die dahinter stecken. In diesem Thema kennt sich jeder besser aus. In den anderen sind wir von der Zuverlässigkeit der Informationen abhängig und die ist, wie man immer wieder erleben darf, halt nicht so dolle.
      Denn hinter diesen „Problemen“ steckt System, es lenkt vor dem was vor der Haustüre nicht nur ab, es vernebelt den Blick auf die Verantwortlichen und deren Wasserträger.

      Denn Übung macht den Meister. Davon profitiert automatisch auch landes- und bundespolitisches Verständnis der Wähler.

  4. […] Arnarscho: Lasst uns den Staat kaufen! […]

  5. Schöne Idee, Ich wäre sogar bereit 10€ zu spenden, um die restlichen 90% auszugleichen… Ich sehe leider nur ein anderes Problem:
    Was ist die „Meinung des Volkes“ welche die Politiker daqnn vertreten sollen. Vielleicht ist das ein schlechtes Beispiel, jedoch selbst bei den Piraten, wo jeder eine Stimme hat, kommt nix bei raus…
    Wir müssten uns erstmal auf einen gemeinsamen Konsens einigen, und hätten wir diesen wirklich, bräuchten wir auch nichts mehr zu Spenden, da wir unsere eigene (mehrheitsfähige) Partei gründen könnten. Letztlich würde das Konzept nur auf „Anti-Lobbyismus“ hinauslaufen, also die Beeinflussung der Politiker durch Geld ( eben nur für die „andere Seite“ der Entscheidung…) welche auch nicht von der mehrheit des Volkes getragen wird.
    Schade eigentlich

    • drbruddler Says:

      Demokratie ist nur in der kleinsten Einheit, also der Kommune wirklich effizient. Daher halte ich nach wie vor Wahlverteter auf Landes- und Bundesebene immer noch für sinnvoll.
      Das Problem liegt tatsächlich eher in den Kontrollorganen, z.B. Verfaasung (hier in D nur Grundgesetz) und deren Einhaltung, Einfluß des Lobbyismus, Nebentätigkeiten der Politiker(wegen Interessenkonflikten), Gehaltsfestsetzung, und ganz wichtig in der nicht vorhandenen Widerrufbarkeit von politischen Entscheidungen durch Abwahl bzw. Schutz des öffentlichen Vermögens vor Veräußerung. Fraktionszwang und keine mediale Gleichberechtigung aller Parteien in ihrer Darstellung.

      Im EU-Parlament gehts noch doller zu.

      Doch bereits wenn man in die Arbeit dieser Arbeitskreise schaut, ist die Zusammensetzung oft mal merkwürdig einseitig etc.

      Insofern aufkaufen, ja wenn denn geht. Doch wer soll dann die Entscheidungen treffen? Damit ist das Kernproblem noch nicht gelöst. Aber die einseitigen Interessen wären damit mal blockiert.

      • Sehe ich ja Ähnlich…
        Bei mir schwirrt seit längerem eine andere idee durch den Kopf: Politiker auf „Provisionsbasis“ bezahlen: Die bekommen ein mickriges Grundgehalt (Hartz 4 reicht ja laut ihren Aussagen vollkommen 😀 ) und ihr Monatliches Gehalt wird in einem Voting verfahren festgelegt:
        – Entweder es funktioniert so wie Flattr: die bisherigen Gehälter kommen in nen Topf und werden prozentual nach Stimmen verteilt, welche Bürger geben können
        – Oder jeder kann X mal im Monat für Politiker voten, wobei jeder up, bzw. downvote einen festen Betrag Y bringen aber auch kosten kann ( Ja auch weniger als Hartz 4, der Maßstab gilt für ALLE BÜRGER in DE, und Arbeitslosen kürzen die ja auch!)

        Wie man sie dazu bringt sich auf dieses System einzulassen weiss ich nur noch nicht. Sie müssten die Möglichkeit haben ein vielfaches von ihrem jetzigen Gehalt zu verdienen, um ihren Trieb der Gier zu Unterstützen… Kann auch nicht teurer als die Bankenrettung werden…

    • Rafael, einen gemeinsamen Konsens bräuchte man dafür nicht, weil jeder ja selber entscheidet, wem er seinen Euro spendet.
      Aber deine Idee mit Flattr ist nicht schlecht, so eine Art Börse, bei der man seinen Euro aufteilen kann, und je nach Abstimmungsverhalten der einen oder anderen Partei ein paar Cent zukommen lässt. Dann hätten sie auch immer gleich Feedback.
      Und weil das übers Internet läuft, hätte es den zusätzlichen Vorteil, dass die Internetausdrucker von der CDU nicht so leicht drankämen.
      Weil das alles Spenden wären, bräuchte man die Politiker auch nicht davon zu überzeugen, und verbieten könnten sie es auch nicht.
      Sie könnten allenfall sagen: „Wir nehmen die Spende des Volkes nicht an.“ Aber den Politiker möchte ich sehen!

      • drbruddler Says:

        Ihr möchtet also im Ernst diesen Politikern, die den ESM abgewinkt haben noch was spenden? Aber das mit dem HartzIV für Politiker finde gut, sofern er keine Stimme bekommt.

      • „Wir nehmen die Spenden des Volkes nicht an“… sehr gut…
        aber du hast recht. wir brauchen weder eine Genehmigung, noch überzeugungskraft. So hatte ich das noch nicht gesehen, wenn man bei der Spendenidee bleibt und nicht bei Gehalt.

        @drbruddler
        NEIN, den würde ich nicht Spenden wollen. Wenn aber wirklich jeder Bürger einen Euro spenden würde, würden sich andere Parteien mit unkonventionellen Ideen finanzieren lassen. Vielleicht bin ich aber auch nur hoffnungslos naiv, und will einfach nicht wahrhaben, dass wir „verloren“ haben…

  6. der Brumme Says:

    Ich finde die Idee vom Grundsatz her großartig. Wobei man natürlich das Risiko eingeht, dass auch die braune Grütze davon profitieren könnte (wird) …

    Wenn es 2009 (über Facebook) geklappt hat, das fast 20 Jahre alte grandiose „Killing in the Name“ von Rage Against the Machine zur Weihnachts#1 in den UK Single Charts zu machen und die Facebook-Kids Ihre Partys übers Internet organisieren, muss sich das doch mit dieser Idee verbinden lassen.

    • Was auch das Problem der Demokratie ist. Demokratie heißt eben auch, dass Nazis legitim regieren dürfen, wenn mehr als 50% der Bevölkerung das möchte, bzw von einem gewissen Teil der Bevölkerung finanziert werden würde. Das ist mit der Grund, dass ich an der Demokratie zweifele: Es können (in meinen Augen) zu viele Idioten mitbestimmen und das passt mir nicht. Wie es denen vielleicht nicht passt, dass ich oder du mitbestimmen dürfen. Das Problem sind nicht die rechten Parteien, sondern jene die ihnen eine/ihre Stimme verleihen. Wie man das verhindern will, weiss ich auch nicht. Verbote bringen in meinen Augen gar nichts. Bildung würde helfen, dummerweise hat die aber der Mammon fest in der Hand.

      Habe gestern „Idiocracy“ gesehen…. zum heulen

      • drbruddler Says:

        Das liegt am Zins-Geldsystem. Solange dieses Bedeutung hat, hat der, der Geld hat auch das Sagen. Denn jeder wird frei- oder unfreiwillig vor den Karren gespannt.
        Ich sehe nur in der Basisautonomie eine echte Chance da raus zu kommen. D.h. dass sich jede Kommune zunächst durch Selbstversorgung aus der Staatsverpflichtung entzieht.
        Beim genauen Hinsehen wurden solche Ansätze bereits in den jetzigen Krisenländern (Griechenland, Spanien, Portugal) praktiziert in dem man wieder auf den echten Güterhandel zurückfiel, weil ansonsten kein Handel mehr möglich war.
        Da gibt natürlich kaum Informationen dazu.
        Doch das erfordert radikales Umdenken, raus aus der – was hab ich davon- Denke in eine – wie können wir unabhängig werden – Ideologie. (zunächst vom ÖL, Steuerpresse)
        Das erfordert natürlich eine Haltung die signalisiert, wir ziehen an einem Strang und lassen niemand hängen.
        Doch wo ein Wille ist, sollte sich auch ein Weg finden lassen.
        Soweit zur Theorie. (Parteien braucht man dazu allerdings noch nicht.)

  7. drbruddler Says:

    Hier noch ein paar Fakten dazu, dass man genau dieses bewußt untergräbt, damit der Zentralstaat besser funktionieren kann.
    http://www.isim.rlp.de/no_cache/einzelansicht/archive/2011/january/article/lewentz-bund-staerkt-starke-und-schwaecht-schwache/

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