Dringend erforderlich: Konsum-Roboter

Leute, diesmal geht es wirklich um’s ganze: der Kapitalismus schwebt in höchster Lebensgefahr. Wenn wir nicht zulassen wollen, dass Karl Marx am Ende doch noch Recht behält, müssen wir uns was einfallen lassen.

Ökonomen und Politiker zerbrechen sich den Kopf um die hohe Jugendarbeitslosigkeit, die vor allem in Südeuropa grassiert.
Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zum einen können ältere Arbeitnehmer wegen dem Kündigungsschutz nicht so einfach entlassen und durch jüngere ersetzt werden, zum andern können Firmen auf deren Berufserfahrung oft auch nicht verzichten.
Und sie einfach früher in Rente zu schicken, geht ja schon mal gar nicht, wie man den empörten Reaktionen auf Hollandes Gesetzesänderung, nach der die ca. 100.000 Franzosen, die über 40 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, schon mit 60 in Rente gehen dürfen, entnehmen kann.

Doch den wahren Grund, warum so viele Jugendliche arbeitslos sind, nennt keiner: wegen der zunehmend automatisierten Fertigung brauchen wir sie einfach nicht mehr.
Dass das in Deutschland bisher noch kein Problem ist, hängt auch damit zusammen, dass Deutschland mal wieder alles richtig gemacht hat und sich abschafft: je weniger Kinder, desto weniger arbeitslose Jugendliche.

Aber auch uns wird diese Entwicklung früher oder später einholen. So hat der japanische Hersteller Canon vor einigen Wochen angekündigt, eine vollautomatisierte Kameraproduktion bis 2015 anzustreben. Das ist gut für Japan, weil dann keine Jobs mehr nach China ausgelagert werden müssen, da es keine mehr auszulagern gibt.
Auf der andern Seite ist das auch gut für die tausende Chinesen, die bisher unter sklavenähnlichen Bedingungen Kameras zu Hungerlöhnen montieren mussten und nun freigesetzt werden und hoffnungsvoll ihrer Anschlussverwertung entgegensehen können.
Umsatzeinbußen hat Canon dadurch übrigens nicht zu befürchten, da sich die dort beschäftigten Chinesen sowieso nie eine Canon hätten leisten können.
Eine klassische win-win-win-Situation also.

Der Siegeszug des Kapitalismus ist damit nicht mehr aufzuhalten. Und schon kündigt sich die nächste Revolution in der Produktionstechnik an: der sogenannte 3D-Druck. Von winzigen Maschinenteilchen bis zu ganzen Häusern können damit per Software hergestellt werden. Diese Technik ist noch revolutionärer als das Fließband seinerzeit, weil Menschen – also teure Arbeitskräfte – dazu kaum noch benötigt werden.

Um den Triumph des Kapitalismus perfekt zu machen, fehlt dann nur noch ein winziges Glied in der Kette: der Konsum-Roboter, der die ganzen automatisch produzierten Waren, die sich die arbeitslosen Menschen nicht mehr leisten können, automatisch aufkauft.

Aber – da bin ich mir sicher – auch das werden wir schaffen, allein schon, um Karl Marx, der genau diesen Zustand hat kommen sehen, endgültig zu widerlegen.

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