Archiv für Juli, 2012

Große Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

Posted in Politik with tags , , , on 22. Juli 2012 by arnarscho

Ein kleiner Schatten der Studiodekoration macht aus Mutti die GröMaZ (Größte Mutti aller Zeiten):

http://www.youtube.com/watch?v=WnKnbXKqPUk

Ein Schelm, wer übles dabei denkt.

Was das Volk von Monopoly lernen könnte

Posted in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft with tags , , , , , , on 15. Juli 2012 by arnarscho

Oder: Wieso ein Schuldenerlass den Wohlstand aller vermehrt.

Jeder, der schon mal Monopoly gespielt hat, kennt den typischen Spielverlauf: alle starten mit gleicher Kapitalausstattung, aber am Schluss bleibt nur einer übrig, die andern gehen nach und nach bankrott.
Das Spiel ist sozusagen ein Abbild des Kapitalismus.

Es gibt ein Startkapital und in jeder Runde erhält jeder Spieler zusätzlich 2000 Euro. Das ist im Prinzip das Wirtschaftswachstum. Bei vier Spielern erhöht sich also der allgemeine Wohlstand in jeder Runde um 8000 Euro.

Nachdem dann alle Ressourcen zwischen den Spielern aufgeteilt sind, kristallisiert sich auch schnell der erste Verlierer heraus: nämlich der, der die wenigsten Ressourcen ergattern konnte.
Nachdem er ausgeschieden ist, sozusagen Hartz4 bekommt, erhöht sich der Wohlstand der restlichen Spieler nur noch um 6000 Euro pro Runde.

Man kann das Spiel jedoch auch dahingehend abändern, dass die andern Spieler dem Pleitekandidaten einen Kredit vergeben, den er dann in jeder Runde von seinem Gehalt abstottert.
Aber warum sollten sie das tun, wo doch abzusehen ist, dass er demnächst wieder pleite geht, womöglich noch bevor er seinen Kredit komplett abbezahlt hat?
Nun ganz einfach: wenn er wieder pleite geht, haben die andern Spieler ihr Geld ja auch wieder zurück, evtl. etwas anders verteilt. Und nicht nur das, sie erhalten sogar mehr zurück, weil der Spieler ja in jeder Runde den allgemeinen Wohlstand um 2000 Euro erhöht.

Die drei andern Spieler können also ihren eigenen Wohlstand allein dadurch vermehren, dass sie den Pleitekandidaten mitspielen lassen und ihm regelmäßig nicht nur seine Restschulden erlassen, sondern ihm sogar wieder einen neuen Kredit vergeben, von dem sie genau wissen, dass er nie komplett abbezahlt wird.

Diese Sichtweise ist vollkommen konträr zur egoistischen Perspektive der schwäbischen Hausfrau und nennt sich Makroökonomie.

Probleme lösen durch Kooperation, statt Konfrontation, ist zum Vorteil aller. Aber für diese simple Erkenntnis bräuchte man nicht nur andere Politiker, sondern auch ein anderes Volk.
Erstere könnte man ja noch wählen, letzteres jedoch nicht!

Da verliert man doch glatt die (Ver-) Fassung

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , on 12. Juli 2012 by arnarscho

Ein Sonnenschutz schützt vor Sonne, ein Regenschutz vor Regen und ein Verfassungsschutz vor der Verfassung.

Dass unser Verfassungsschutz diese Aufgabe in den vergangenen Jahren durch seine Personalunion mit dem braunem Gesocks hervorragend erfüllt hat, brauch ich ja wohl nicht extra lobend zu erwähnen. Das dürfte sogar der letzte mitbekommen haben.

Aber jetzt droht er seine Legitimation zu verlieren. Deshalb hat unsere Schwarz-Geld-Koalition schon mal vorgesorgt. Wenn der Verfassungsschutz die rechte Szene nicht mehr über V-Leute finanzieren darf, soll wenigstens auch der linken Szene der Geldhahn zugedreht werden. Denn Gerechtigkeit muss sein in einem Rechtsstaat.

Und da das Verfassungsgericht, das seine rote Gesinnung ja schon in seiner Kleiderordnung unverhohlen zur Schau trägt, neuerdings ein Gesetz nach dem andern kassiert, muss sich die Regierung halt sonstwie vor der Verfassung schützen und dem Verfassungsschutz neue Aufgaben zuteilen.

Deshalb darf er jetzt im linken Lager nach Lust und Laune räubern gehen. Künftig soll allen Organisationen, die der Verfassungsschutz als „extremistisch“ einstuft, die Gemeinnützigkeit aberkannt werden, was enorme finanzielle Folgen hätte. Bisher konnten sie noch dagegen klagen, aber weil der Begriff „extremistisch“ juristisch überhaupt nicht definiert ist, macht das natürlich keinen Sinn.
Und ist in einem Rechtsstaat ja auch gar nicht nötig, denn auf den Verfassungsschutz ist schließlich Verlass.

Historische Fehlbesetzung

Posted in Gesellschaft, Politik with tags on 11. Juli 2012 by arnarscho

Merkel ist eine historische Fehlbesetzung bisher (noch) unbekannten Ausmaßes. Sie hat es geschafft, Europa innerhalb von zwei Jahren in einen einzigen Sauhaufen von Streithähnen zu verwandeln. Das ist kein schönes Europa mehr.

Die deutschen kleinkarierten Nationalisten reden nur noch auf Bildzeitungsniveau davon, dass die anderen – allesamt faulen und verschwendungssüchtigen – Europäer nur an unseren Geldbeutel wollen.
Solange die Deutschen an Europa gut verdient haben, war ja noch alles ok, aber jetzt, wo wir als die weitaus stärkste Wirtschaftsmacht in unserer Währungsunion auch mal die uns gebührende Verantwortung übernehmen müssten, kneifen sie den Arsch zusammen. Die kleinkarierten und hässlichen Spießbürger, die wir immer schon waren, kommen wieder voll zum Vorschein.

Merkel ist ja aus der DDR nie herausgekommen, und wenn, dann höchsten bis nach Moskau. Vom vielfältigen kulturellen Leben in Europa konnte sie sich also nie ein Bild machen.
Aber selbst die, die es besser wissen müssten, weil sie die ganzen Jahre immer gern nach Griechenland, Italien oder Spanien in Urlaub gefahren sind, um dort das „dolce vita“ zu genießen, hetzen jetzt über die faulen Südländer. Dann sollen sie doch ihren nächsten Urlaub konsequenterweise im Ruhrgebiet verbringen. Dort herrscht wenigstens noch Ordnung.

Schäuble hat das Bundesverfassungsgericht gewarnt, eine Verschiebung des ESM „könnte eine erhebliche Verunsicherung der Märkte bedeuten“. Dabei war er es doch zusammen mit Merkel, die mir ihrer Kahlschlagpolitik und Rausschmeißdrohungen das Desaster in Europa erst richtig angerichtet haben. Ein ESM wäre ohne diese Politik gar nicht nötig geworden.

Sowohl Kohl als auch Schröder – die ich beide nicht sonderlich mag – hätten diese einmalige historische Chance aber wenigstens erkannt und sich zum Retter Europas aufgeschwungen. Man würde in Europa heute die deutsche Fahne schwenken, statt sie zu verbrennen, aber das scheint dem deutschen Michel, der das Ausland nur als ClubMed „all inclusive“ betrachtet, nichts wert zu sein.
Wie’s aussieht, verstehen die meisten Deutschen überhaupt nicht die Dimension, um die es da gerade geht. Eine Nummer zu hoch.

Ihre Enkel werden das dann im Geschichtsunterricht lernen und fragen: „Opa, hast du die Merkel damals auch gewählt?“

Übrigens: Hitler war auch mal eine zeitlang der beliebteste Politiker Deutschlands.

Dringend erforderlich: Konsum-Roboter

Posted in Gesellschaft, Wirtschaft with tags , , on 8. Juli 2012 by arnarscho

Leute, diesmal geht es wirklich um’s ganze: der Kapitalismus schwebt in höchster Lebensgefahr. Wenn wir nicht zulassen wollen, dass Karl Marx am Ende doch noch Recht behält, müssen wir uns was einfallen lassen.

Ökonomen und Politiker zerbrechen sich den Kopf um die hohe Jugendarbeitslosigkeit, die vor allem in Südeuropa grassiert.
Die Gründe hierfür sind vielfältig. Zum einen können ältere Arbeitnehmer wegen dem Kündigungsschutz nicht so einfach entlassen und durch jüngere ersetzt werden, zum andern können Firmen auf deren Berufserfahrung oft auch nicht verzichten.
Und sie einfach früher in Rente zu schicken, geht ja schon mal gar nicht, wie man den empörten Reaktionen auf Hollandes Gesetzesänderung, nach der die ca. 100.000 Franzosen, die über 40 Jahre in die Rentenversicherung eingezahlt haben, schon mit 60 in Rente gehen dürfen, entnehmen kann.

Doch den wahren Grund, warum so viele Jugendliche arbeitslos sind, nennt keiner: wegen der zunehmend automatisierten Fertigung brauchen wir sie einfach nicht mehr.
Dass das in Deutschland bisher noch kein Problem ist, hängt auch damit zusammen, dass Deutschland mal wieder alles richtig gemacht hat und sich abschafft: je weniger Kinder, desto weniger arbeitslose Jugendliche.

Aber auch uns wird diese Entwicklung früher oder später einholen. So hat der japanische Hersteller Canon vor einigen Wochen angekündigt, eine vollautomatisierte Kameraproduktion bis 2015 anzustreben. Das ist gut für Japan, weil dann keine Jobs mehr nach China ausgelagert werden müssen, da es keine mehr auszulagern gibt.
Auf der andern Seite ist das auch gut für die tausende Chinesen, die bisher unter sklavenähnlichen Bedingungen Kameras zu Hungerlöhnen montieren mussten und nun freigesetzt werden und hoffnungsvoll ihrer Anschlussverwertung entgegensehen können.
Umsatzeinbußen hat Canon dadurch übrigens nicht zu befürchten, da sich die dort beschäftigten Chinesen sowieso nie eine Canon hätten leisten können.
Eine klassische win-win-win-Situation also.

Der Siegeszug des Kapitalismus ist damit nicht mehr aufzuhalten. Und schon kündigt sich die nächste Revolution in der Produktionstechnik an: der sogenannte 3D-Druck. Von winzigen Maschinenteilchen bis zu ganzen Häusern können damit per Software hergestellt werden. Diese Technik ist noch revolutionärer als das Fließband seinerzeit, weil Menschen – also teure Arbeitskräfte – dazu kaum noch benötigt werden.

Um den Triumph des Kapitalismus perfekt zu machen, fehlt dann nur noch ein winziges Glied in der Kette: der Konsum-Roboter, der die ganzen automatisch produzierten Waren, die sich die arbeitslosen Menschen nicht mehr leisten können, automatisch aufkauft.

Aber – da bin ich mir sicher – auch das werden wir schaffen, allein schon, um Karl Marx, der genau diesen Zustand hat kommen sehen, endgültig zu widerlegen.