Endspiel der Pleitestaaten

Hurra, der Euro lebt noch, aber was macht Merkel? Hat sie sich schon das Leben genommen, wie sie vor zwei Tagen noch hoch und heilig versprochen hat? Denn auf dem EU-Gipfel wurde genau das beschlossen, was sie neulich kategorisch abgelehnt hat: die gemeinsame Haftung für Schulden.
Damit wird die Halbwertszeit der gebrochenen Versprechen Merkels immer kürzer.

Stützungsaktionen für Staatsanleihen halte ich dabei ja durchaus für sinnvoll, um die Staatsfinanzierung notfalls von den (nicht immer rationalen) Märkten zu entkoppeln. Das hat die EZB ja auch schon in der Vergangenheit getan und damit den Zusammenbruch des Euro bisher verhindert.
Ich würde sogar noch einen Schritt weitergehen und der EZB erlauben, Anleihen direkt am Primärmarkt zu kaufen. Denn ob die Zentralbank den Banken Geld zu 1% verleiht, die damit Staatsanleihen zu 7% erwerben und dann bei der EZB als Sicherheit hinterlegen, oder ob die Zentralbank die Anleihen direkt kauft, macht für die Haftungsfrage keinen Unterschied, wir haften in beiden Fällen gemeinsam. In letzterem Fall kämen jedoch auch die Zinsen der Gemeinschaft zugute und es wäre ein erster Schritt zu einem Vollgeldsystem, bei dem die Geldschöpfung nur der Zentralbank obläge.

Ich gehe dabei aber von der illusorischen Prämisse aus, wir hätten Demokratie und die Politiker handelten im Sinne des Volkes und nicht der Märkte.

Weit gefährlicher sehe ich deshalb die direkte Finanzierung der Banken durch den ESM. Die europäischen Banken haben nämlich weit mehr Schulden angehäuft als die Staaten, konservative Schätzungen gehen von 9 Billionen aus, es könnten aber auch ein paar mehr sein.
Die sind nicht mehr zu retten.

Dass das im ESM, der gestern beschlossen wurde, so auch gar nicht vorgesehen ist, stellt ebenfalls ein Novum dar: Gesetze werden jetzt also schon gebrochen, bevor sie überhaupt ratifiziert worden sind.

Das nennt sich marktkonforme Demokratie und erweckt natürlich das Vertrauen der Märkte, wodurch der Euro nochmal ein bisschen Zeit gewonnen hat. Die Märkte können sich nun dem Dollar oder dem Pfund zuwenden. Dort sieht es nämlich genauso aus.

Die spannende Frage in diesem Endspiel wird deshalb sein: Wer erhält die Medaille, d.h. welche Währung geht als letzte bankrott?
Wetten werden noch entgegengenommen.

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Eine Antwort to “Endspiel der Pleitestaaten”

  1. franki Says:

    Also, ich sehe das so, dass nun immer mehr banken unter den esm rutschen und bald ganz europa besitzer von ganz vielen luftblasen und leeren bankengebäuden wird. also werden die schulden vergemeinschaftet und man ist gemeinsam pleite. aber wie der gute arno schreibt, wer ist der erste, dollar, pfund……und wer der letzte. sollten wir noch kurz leben dürfen werden wirs bald sagen können. der schmuggel von alkohol und zigaretten sollte gut vorgeplant werden. ebenso eine größere lebensmittelgrundversorgung im keller. man bin ich froh das wir eine eigene trinkwasserquelle im keller haben. was macht dann nur mein nachbar mit dem dicken bmw in seinem keller. ja, der keller….

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