Was nicht gesagt werden darf

Es ist zwar ganz offensichtlich, dass Israel einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen den Iran vorbereitet, aber sagen darf man das nicht, sonst ist man Antisemit.
Man mag ja über die literarischen Qualitäten des jüngsten Gedichtes von Günter Grass streiten, Weltliteratur ist es garantiert nicht, selbst wenn jetzt die ganze Welt darüber redet. Aber die Sorge vor einem dritten Weltkrieg, die ihn umtreibt, ist mehr als berechtigt und geht bei der ganzen Diskussion um Fakten oder Dichtung vollkommen unter.

In bester Erbsenzählermanier arbeiten sich die Kommentatoren an den Fehlern und Ungenauigkeiten in seinem Gedicht ab, aber die Wahrheit dahinter unterschlagen sie.

Deshalb will ich jetzt auch mal die Fakten festhalten, die mir bekannt sind.

Der Iran betreibt Urananreicherung, das darf er auch, weil er – im Gegensatz zu Israel – den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat. Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen, nämlich dem CIA, neulich berichtet wurde, haben sie ihr Atomwaffenprogramm jedoch schon vor Jahren auf Eis gelegt.
In dem Fall glaube ich dem CIA sogar, weil diese Aussage nicht dem entspricht, was politisch korrekt wäre.

Der Iran hat einen Maulhelden als Präsident, der – weil er Politiker ist – gerne lauthals herumpoltert. Das ist völkerrechtlich erlaubt.
Der unter vollkommenen Realitätsverlust – oder vielleicht auch rein provokativ – den Holocaust leugnet. Das ist zwar in Deutschland verboten, im Iran jedoch nicht.

Der Iran hat in den letzten Jahrzehnten kein einziges Land angegriffen, was man von Israel so nicht ohne weiteres behaupten kann.
Gewiss, sie liefern zwar Waffen an ihre Freunde, wie die Hisbollah, aber das machen doch alle, allein schon wegen der Profite. Wir gehen sogar so weit, dass wir Waffen an unsere Freunde verschenken, und zwar atomwaffentaugliche U-Boote, made in Germany. Das ist ein anderes Kaliber als Kalaschnikows und Mörser.

Es gibt kein Völkerrecht auf einen Präventivkrieg zur Verhinderung eines Krieges, denn sonst könnte jedes Land – mit irgendwelchen fadenscheinigen Argumenten – jederzeit jedes andere Land angreifen.

In genau dieser Situation befinden wir uns jetzt.

Dass das Argument, der Iran strebe nach Atomwaffen, um Israel auszulöschen, fadenscheinig ist, kann sich jeder, der noch über ein Resthirn verfügt, selbst überlegen.
Nehmen wir mal den schlimmsten Fall an, dass unser Maulheld morgen verkündet, der Iran besäße jetzt Atomwaffen und das auch beweisen könnte.
Ja, glaubt denn irgendjemand, der noch bei Verstand ist, die würden übermorgen ihre Atomraketen Richtung Israel abschießen, in der Gewissheit, innerhalb weniger Minuten die zehnfache Menge zurückzubekommen?
Nein, kein Land – außer den USA – hat jemals Atomwaffen eingesetzt, selbst so durchgeknallte Regimes wie in Nordkorea nicht.

Ich bin ja kein Freund von Atomwaffen, aber tatsächlich wäre dieser schlimmste Fall der beste Fall, der eintreten könnte, weil er Israel definitiv von einem Angriff abhalten würde.

Amerikanische Planspiele haben ergeben, dass es im Fall eines Krieges Hunderte von getöteten Amerikanern geben könnte.
Oh, doch so viele?

Diese Witzbolde!
Es wird zu einem Flächenbrand kommen. Iran wird ja der Zerstörung seiner Atomkraftwerke nicht tatenlos zusehen, sondern sie werden zurückschießen, und schon haben wir einen Krieg. Echte oder gefälschte Bilder – das spielt im Krieg keine Rolle mehr – von getöteten Frauen und Kindern werden um die Welt gehen, andere Völker werden sich empören und sich einmischen. Schließlich werden die USA den Israelis zu Hilfe eilen müssen, was dann wiederum Russland und China auf den Plan ruft.

Vielleicht auch umgekehrt herum, das Ergebnis wird das gleiche sein: der dritte Weltkrieg mit unvorstellbaren Folgen.

Zugegebenermaßen ist das das Worst-Case-Szenario, aber zwei Faktoren könnten hier noch eine Rolle spielen: die internationalen Beziehungen – speziell zwischen Ost und West – sind auf einem Tiefpunkt, und die offenen oder verdeckten wirtschaftlichen Probleme, unter denen viele Länder leiden.
Das ist der Stoff, aus dem Kriege gemacht werden, ich verweise auf die Geschichte.

Und glaube keiner, dass wir davon nicht betroffen wären, ich erinnere nur an den Benzinpreis. Wir werden uns nach 1,70€ zurücksehnen, die Wirtschaft – mit Ausnahme der Rüstungsindustrie – wird vollkommen zusammenbrechen und schließlich werden die Rufe laut, dass Merkel etwas unternehmen muss.
Was wohl? Unsere Freiheit auf Benzin verteidigen!

Weil ich das alles nicht will, lasse ich mich jetzt lieber als Antisemit beschimpfen.
Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!

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2 Antworten to “Was nicht gesagt werden darf”

  1. Franki Says:

    das einzige problem an dieser geschichte zwischen israel und den arabischen länder ist die religion. lieber arno, nicht die atomwaffen sind es sondern die verschiedenen religionen und deren umsetzung. und du schreibst von der geschichte, die hat uns immer wieder gezeigt, dass die verschiedenen religionen dieser welt am meisten für unruhe sorgen. auch ich habe angst das der israeli den iran angreift und die sache escaliert. finde die lösung aber darum wird der nahe osten nicht ruhiger. die kultur steht da noch still,ist einige jahrzehnte zurück. frauen dürfen nicht zum arzt, studieren ist nicht erlaubt und wenn der mann mal schlecht gelaunt ist gibts einfach eine in die schnauze. das iranische volk wird unterdrück wie so viele menschen in der region. sie selbst müssen entscheiden wie sie leben wollen. uns steht es nicht zu, unsere system dort einzuführen und zu prallen das wären das beste. wir haben doch nur angst das das öl teurer wird. aber wer vom heiligen krieg spricht und damit droht gehört für mich beseitigt. es kann nicht sein das eine minderheit hier nur trabbel macht. frohe ostern und dicke eier. und israel sollte mal kleine brötchen backen so wie die mit gaza umgeht.

  2. Hi Franki,

    du sprichst hier verschiedene Themen an, die natürlich alle in diesem Kontext eine Rolle spielen. Ich habe mich aber bewusst – um noch zu Lebzeiten mit dem Artikel fertig zu werden – auf dieses eine Thema beschränkt.

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