Die x-Beliebigkeit der sonstigen Parteien

Seit die Piraten im beschaulichen Saarland, das in weiten Teilen eine eher Internet-befreite Zone ist, in den Landtag gezogen sind und in der jüngsten bundesweiten Umfrage astronomische 12% erreicht haben, macht sich eine gewisse Panik unter den sonstigen Parteien bemerkbar.

Jetzt hacken alle auf dem noch recht bescheidenen Parteiprogramm herum und verweisen auf ihre Programme, die angeblich Aussagen zu den Werten und Zielen der sonstigen Parteien enthalten, in Wahrheit aber nur eine Ansammlung von schönen Floskeln sind, die keinerlei Auswirkungen auf die Politik haben.

Z.B. das Programm der CDU, das ich glatt zu 90% unterschreiben könnte.

Aber was ist denn an der CxU-Politik christlich? Welche christlichen Werte vertreten die denn? Doch die der Inquisition und der Kreuzzüge!
Ich weiß, wovon ich schreibe, ich war selber jahrzehntelang Christ und habe im Religionsunterricht ganz andere Dinge gelernt. Toleranz, Nächstenliebe und Achtung der Menschenwürde sind in der Politik der CxU noch nicht mal ansatzweise vorhanden. Wer ein Gegenbeispiel dazu kennt, das mir entgangen sein muss, kann das ja bitte gern in den Kommentaren aufführen, ich bin lernfähig.
Oder die Familienpolitik: „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist ein Kernbestandteil christlich demokratischer Politik“, schreiben sie dort.
Wie sich das mit Minilöhnen, Leiharbeitern und Zeitverträgen vereinbart, schreiben sie dort nicht.
Und so geht das auf über 100 Seiten munter weiter.

Oder die FDP.
Letzte Woche hat Rösler mit geschwollener Brust stolz verkündet, dass sich die FDP wenigstens dieses eine Mal an ihre Prinzipien gehalten hat und die 11.000 Schlecker-Frauen in die Wiederverwertung Anschlussverwendung geschickt.
Wahrscheinlich, weil die nicht zur typischen Wählerschicht der FDP gehören.
Aber diese Woche ist es schon wieder rum mit der Prinzipientreue, denn der Benzinpreis steigt und es ist Wahlkampf. Also wird mal fröhlich eine Erhöhung der Pendlerpauschale gefordert, obwohl die als staatliche Subvention ihren Prinzipien ja klar zuwiderläuft.
Aber, was soll’s, es ist Wahlkampf und nach der Wahl wird sich herausstellen, dass eh kein Geld dafür vorhanden ist.

Über die SPD brauch ich ja gar nichts mehr zu sagen, die haben alle eigenen Prinzipien aufgegeben und wollen nur noch in den Schoß von Mutti hüpfen.

Und dann wundern sich diese Parteien auch noch, dass sich immer mehr Wähler von ihnen abwenden und stattdessen mal die Piraten wählen. Jetzt machen sie alle ganz hektisch Internet und glauben, damit irgendwelche Wähler zurückzugewinnen.
Sehr überzeugend.

Dabei ist der Höhenflug der Piraten meiner Meinung nach gar nicht auf die Internetaffinen zurückzuführen, sondern eher auf die Protestwähler. Wie in Berlin haben sie auch im Saarland viele Nichtwähler mobilisiert, die wahrscheinlich nur deshalb zur Wahl gegangen sind, weil sie erstmals die Chance sahen, den andern Parteien eins auszuwischen.

Das nennt sich dann „Tyrannei der Massen“.

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2 Antworten to “Die x-Beliebigkeit der sonstigen Parteien”

  1. […] Klappe gehalten, jetzt macht er sie wieder auf. Und das ist auch gut so. So schreibt er z.B. über Die x-Beliebigkeit der sonstigen Parteien: Und dann wundern sich diese Parteien auch noch, dass sich immer mehr Wähler von ihnen abwenden […]

  2. Das nennt sich dann “Tyrannei der Massen”.

    Nope, das nennen sie so, die da getroffen aufschreien und damit bestätigen, dass sie mit Demokratie nichts am Hut haben.

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