Wie wir Griechenland und die Schweiz retten

Sogar relativ billig, mehr oder weniger ein Nullsummenspiel, aber auf mich hört ja mal wieder keiner.

Griechenland hat ja nicht nur ein paar, sondern eine Menge Probleme, die so schnell, wie die Politik es gerne hätte, nämlich bis zur nächsten Wahl, nicht zu lösen sein werden, das ist mittlerweile jedem klar. Deshalb will ja auch keiner mehr deren Staatsanleihen.

Die Schweiz hat hingegen ein Luxusproblem, weil plötzlich alle den Franken kaufen wollen, weshalb sich die Zentralbank genötigt sah, den Notstand auszurufen und den Franken an den Euro zu koppeln, damit er nicht in unermessliche Höhen steigt.
Um das angepeilte Kursziel zu erreichen, muss die Schweizer Zentralbank Euro-Anleihen aufkaufen, zur Not in unbegrenzter Höhe. Das ist nicht ohne Risiko, wenn man sich den Zustand des Euros zur Zeit so anschaut. Ruck-Zuck wäre dann auch der Franken weniger wert, als den Schweizern lieb sein könnte.

Die Rettungsidee besteht jetzt darin, den Schweizer Franken dosiert mit dem Griechischen Virus zu infizieren, sodass durch die allergische Reaktion der Märkte eine Win-Win-Win-Situation entsteht.
Und zwar folgendermaßen:

Wenn die Schweiz unbedingt Euro-Anleihen kaufen will, verkaufen wir ihnen zuerst mal den Ladenhüter „Langjährige Griechenland-Anleihen“. Sobald sich das an den Märkten herumspricht, werden die Investoren in panischem Entsetzen sofort aus dem Franken fliehen.

Die Schweiz wäre dadurch der erste Gewinner, weil sie nur relativ wenige Euro-Anleihen aufkaufen müsste, die zwar riskant wären, aber in der Summe überschaubar, im Vergleich zu dem Risiko, das sie jetzt eingeht.
Der Ruf des Franken als letzter sicherer Hafen wäre für Jahre geschädigt und sein „natürlicher“ Kurs dadurch wiederhergestellt.

Griechenland wäre der nächste Gewinner, weil seine langjährige Finanzierung gesichert wäre, und der Umbau zu einem effizienteren Wirtschaftssystem systematisch und strukturiert, ohne den ständigen Druck der Märkte und Merkels erfolgen könnte. Dann bestände zumindest die Chance, dass am Ende auch was brauchbares rauskommt.
Denn mal ehrlich, wer glaubt denn noch, dass bei der Hetzjagd, die derzeit veranstaltet wird, Griechenland wirklich gerettet werden kann?

Der dritte Gewinner wäre schließlich der Euro, weil mit dem Outsourcing des Griechenland-Problems bewiesen wäre, dass Euro-Land allen Unkenrufen zum Trotz handlungsfähig ist und seine glorreichen Führer über ökonomischen Sachverstand oberhalb des Niveaus einer Eintagsfliege verfügen.

Aber weil das offensichtlich nicht der Fall ist, hört mal wieder keiner auf mich.

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