Ein Arbeitsloser weniger dank Hartz IV

Bravo, die Hetzkampagnen und Zwangsmaßnahmen gegen Arbeitslose zeigen Wirkung: in Speyer ist ein psychisch kranker Hartz-IV-Bezieher verhungert.
Bravo, mitten in Deutschland, das genug Milliarden hat, um sie Großverdienern in den Arsch zu schieben, werden Menschen, die sich selbst nicht mehr helfen können, von „Fallmanagern“ einfach fallengelassen, unter dem Jubel der Bevölkerung, sowie „christlicher“ und „sozialer“ Politiker.

Früher nannte man ein System „Faschismus“, das Zwangsarbeit zur Gewinnmaximierung des Großkapitals anordnet und bei Nichtbefolgen mit Verhungern bestraft, heute nennt man es „soziale Marktwirtschaft“.

Die Väter und Mütter des Grundgesetzes haben nicht umsonst formuliert:

Artikel 1 (1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

Artikel 2 (1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

Artikel 12 (2) Niemand darf zu einer bestimmten Arbeit gezwungen werden, außer im Rahmen einer herkömmlichen allgemeinen, für alle gleichen öffentlichen Dienstleistungspflicht.

Man beachte, dass alle Artikel absolut gelten, also ohne den sonst üblichen Zusatz: „Das Nähere regelt ein Bundesgesetz“. Die damals gemachten leidvollen Erfahrungen vom unheilvollen Zusammenspiel korrupter Politiker mit dem Großkapital waren Grund genug dafür.

Da kann ich nur noch stolz sein auf mein Land, das „Sozialbetrug“ wieder mit „aller gebotenen Härte“ verfolgt.

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7 Antworten to “Ein Arbeitsloser weniger dank Hartz IV”

  1. Ach komm. Das war doch nur ein bedauerlicher Einzelfall.

    Die Würde des Menschen ist unantastbar? Die Würde des Menschen wird jeden Tag mit Füßen getreten. Da reicht ein Blick in die Altenheime, das Bildungssystem oder eben zu Hartz IV.

    Das gesamte politische System ist nur noch eine Farce. Und ich wundere mich, dass das niemanden wundert. Das Gefasel von der Revolution erspare ich mir jetzt, ich will uns mal nicht deprimieren…

    Und das alles zum christlichen Fest der Auferstehung. Die scheiß Logik „wer nicht arbeitet soll auch nicht essen“ hat ihren Ursprung übrigens in diesem seltsamen Verein.

    Ich kann gar nicht so viel fressen, wie kotzen möchte!

  2. Mich wundert das auch, dass das niemanden wundert. Und dann frage ich mich als, ob ich paranoid bin. Ich glaube aber nicht. Man liest ja hin und wieder mal einen Kommentar in dieser Richtung, aber der geht schnell im allgemeinen Trubel wieder unter.

    Wahrscheinlich vertrauen die meisten auf das Prinzip von Dilbert, das darauf beruht, dass in allen größeren Organisationen zwar Chaos herrscht, andererseits jedoch mathematisch bewiesen ist, dass sich Chaos selber organisiert.
    Aber genau da ist der springende Punkt: weil Politiker durch das, was sie „Handeln“ nennen, diese Selbstorganisation ständig durcheinenderbringen, wird das Chaos immer größer.

    Deshalb wird es auch früher oder später zur Revolution kommen, aber ob die, bei dem ganzen Hass, der weltweit herrscht, in die Richtung geht, die wir uns wünschen?

    Jesus hatte da ja auch ganz andere Vorstellungen, als das, was aus seinem Namen gemacht wurde. Rufmord würde man das heute nennen. Und wenn er übermorgen wieder erschiene mit seinen Sprüchen, käme er unverzüglich in die Klapsmühle, bzw. als Terrorist nach Guantanamo Bay.

  3. NahDran Says:

    Hartz IV ist der Sündenfall der SPD und Grünen. Solange diese Gesetzgebung der sozialen Ausgrenzung, Diskriminierung und Zwangsarbeit bestehen bleibt, sind diese Parteien unwählbar.

  4. Öhhh, nur mal so am Rande: Der verlinkte Artikel ist aus April 2007. Also ziemlich genau 4 Jahre alt.

    • Ups, da hatte ich nicht genau hingeschaut. Ändert aber nicht wirklich was an den Tatsachen. Mit diesen Zwangsmaßnahmen werden Menschen in den Ruin getrieben. Nur so aus Prinzip.

  5. Sorry for off-topic aber: lebst du noch? Ist so still geworden hier…

    • Danke für die Anteilnahme, Max.
      Ja, ich lebe noch, leide allerdings unter der Onlineophobie, hervorgerufen durch Informationsüberfluss. Deshalb hatte ich meinen Rechner in letzter Zeit nur noch in homöopathischen Dosierungen eingeschaltet. Und dann meist auch nur für die einzig relevante Information, die Wettervorhersage.
      Angesichts des Ausmases des Wahnsinns, der sich langsam aber sicher weltweit breitmacht – vielleicht auch nur gefühlt -, hat es mir die Sprache verschlagen. Ich bin im Moment unfähig, irgendetwas zu schreiben, das noch sinnloser wäre.
      Das ist aber mein Anspruch an mich selber. Sprich: mir fällt nichts mehr ein. Kreativitätskollaps.

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