Archiv für Februar, 2011

Schavanengesang

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , on 27. Februar 2011 by arnarscho

Unsere Forschungsministerin, die nette Oma von nebenan, sagt auch mal was:

Scharfe Kritik übte sie an der „Maßlosigkeit“,

aber nicht an der Maßlosigkeit, mit der abgekupfert wurde, sondern der politischen Debatte. Dass es mittlerweile auch eine wissenschaftliche Debatte ist, hat die Oma noch nicht so mitbekommen.
Und jeder habe „eine zweite Chance verdient“. Dabei hat der Lügenbaron schon drei verspielt.

Und jetzt kommt’s:

Wir wissen, dass das nicht der erste Fall ist, in dem jemand […] politische Arbeit leistet und zugleich in einem anderen Bereich seines Lebens Schuld auf sich genommen hat.

Alles Betrüger, und alle wissen es, was soll also die Aufregung?

Duftnoten

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , on 27. Februar 2011 by arnarscho

Demonstranten bringen Gutti seine verloren gegangenen Fußnoten zurück.

(Geklaut im Tagesspiegel)

 
Eine Aktion mit viel Symbolcharakter.

Gaddafi und Gutti

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , on 26. Februar 2011 by arnarscho

Ein historischer Vergleich, inspiriert durch die Nachrichten der letzten Tage.

Zwei Männer mit Realitätsverlust klammern sich an die Macht. Der eine hat sein Volk vergewaltigt, der andere die Wissenschaft. Aber die Vergewaltigten wehren sich.
Der Revolutionsführer will den Märtyrertod sterben, das bringt er glaubwürdig rüber. Aber was will der Feldherr? Sich standesgemäß füsilieren, einsam auf seinem Großgrundbesitz inmitten fränkischer Wettertannen?
Und wer fällt schneller?

73% für den Lügenbaron

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , on 25. Februar 2011 by arnarscho

– „Schon gehört? Der Guttenberg soll einen Ghostwriter gehabt haben.“
– „Was, nur einen? Hunderte!“
 

In den Online-Umfragen schneidet er ja nicht so gut ab, dafür umso besser bei seinem Hofblatt BILD. Diese interessante Symbiose des Möchtegern-Bildungsbürgers mit einem Blatt, das in aller Öffentlichkeit und ungeniert auf den Doktortitel „scheißt“, verwundert nur auf den ersten Blick. Bei näherem Hinsehen erkennt man nämlich, dass beide für die gleichen „klaren Werte“, „Prinzipienfestigkeit und Grundsatztreue“ stehen.

Repräsentativer scheint da eine Infratest-Umfrage, derzufolge 73% der Bevölkerung mit der Arbeit des Lügenbarons zufrieden sind. Hätte man sie zusätzlich gefragt, mit welcher seiner bisherigen Leistungen sie besonders zufrieden waren, hätte man wahrscheinlich viele dumme Gesichter als Antwort erhalten.
Hier wird nämlich Öffentlichkeitsarbeit mit echter Arbeit verwechselt.

Und so siehts aus, Leute.
Wir, die Netzbewohner, haben eine vollkommen verzerrte Wahrnehmung der Wirklichkeit. Wir glauben an irgendwelche höheren Werte und kennen auch viele Gleichgesinnte, mit denen wir wohlfeile Diskussionen führen und uns daran ergötzen können.

In Wirklichkeit aber sind für fast 3/4 der Bevölkerung schöne Bilder mit Maßanzügen, Bomberjacken und Sonnenbrillen die entscheidenden Kriterien.
Willkommen in der Demokratie im 21. Jahrhundert.

Und was die Medien zur Zeit betreiben, ist reine kommunistische Hetzkampagne, alle gleichgeschaltet, querbeet.
Hier ein paar Beweise:

Kapitulation des deutschen Bürgertums, Franz Walter, SPON

Popularität und Täuschung, Tissy Bruns, Tagesspiegel

Der Doktor aus Absurdistan, Thomas Schmoll, FTD

Zwischen Palin und Käßmann, Florian Güßgen, Stern

Guttenbergs interessantes Verhältnis zur Wahrheit, Kai Biermann, Zeit

Guttenberg, das Anti-Vorbild, Sven Clausen, FTD

Kein bloßer Bagatellfall, Tanjev Schultz, SZ

Entlasssen, Berthold Kohler, FAZ

Der Dieter Bohlen der Politik, Jakob Augstein, SPON

Kein Freibrief für den Freiherrn

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , on 23. Februar 2011 by arnarscho

Wir unterstellen dem Lügenbaron mal, er hätte wenigstens diesmal – ausgerechnet im Wahlkampf – die Wahrheit gesagt und tatsächlich „an der einen oder anderen Stelle […] den Überblick über die Quellen verloren“ [1].
Wir geben ihm ferner Recht, dass in Afghanistan ganz andere Probleme zu lösen sind als ein paar vergessene Fußnoten.

Gerade dann kann es ein „weiter so“ aber nicht geben.

Denn, wie soll ein Minister, der noch nicht mal in der Lage ist, den Überblick über ein paar Zitate zu behalten, plötzlich fähig sein, die komplexe und wirklich unübersichtliche Lage in Afghanistan zu überschauen?
Wenn er gar vergessen hat, dass noch nicht einmal die Einleitung aus seiner Feder stammt, welche Gedächtnisabgründe werden sich da noch auftun?

Wenn er durch Familie, Abgeordnetenmandat und das Kopieren von 1,3 Seiten pro Woche (wie Die Sargnagelschmiede hier vorrechnet) so überlastet war, um ein wieviel mehrfaches muss er dann jetzt erst als Minister überlastet sein?

Der von sich behauptet, er hätte „Blödsinn“ [2] geschrieben und neuderdings nur noch über die BILD zu seinem Fußvolk redet.

Wie kann man einem derart fahrlässigen, vergesslichen und überforderten Angehörigen des Bildungsprekariats unsere Kinder anvertrauen, in Fragen, bei denen die kleinste Fehleinschätzung über Leben oder Tod entscheidet?

Entlastet diesen Minister und schickt ihn zurück in die bayrische Provinz! Oder an die afghanische Front, aber für immer.

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[1] Der Lügenbaron zu Kelkheim, den 21.2.11.
[2] Diese Aussage kann sicherlich als wahr betrachtet werden.

Dichtung und Wahrheit

Posted in Politik with tags on 22. Februar 2011 by arnarscho

Heute im Handelsblatt:

Anscheinend ist ihnen das beim Handelsblatt auch schon aufgefallen, denn sie haben das Layout schneller geändert, als ich diesen Artikel zusammenklicken konnte. Aber das Netz vergisst nichts.

Hartz IV = V + III

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , on 21. Februar 2011 by arnarscho

Politische Rechnerei ist immer auch höhere Mathematik. Als normal Sterblicher versteht man das nicht unbedingt. Deshalb hatte das Bundesverfassungsgericht ja auch eine transparente und nachvollziehbare Berechnung des Hartz-Regelsatzes gefordert.

Das ist jetzt nach wochenlangen Milchmädchenrechnungen angeblich gelungen.
Wie diese transparente Formel aussieht, die – auf derselben Zahlenbasis basierend – dieses Jahr auf 364 Euro, nächstes Jahr aber auf 367 Euro kommt, würde mich allerdings interessieren.

Wenn es nicht so geschmacklos wäre, würde ich glatt behaupten, das sei Blondinenmathematik. Doch das darf jetzt wahrscheinlich wieder das BVerfG entscheiden, haben ja sonst nichts zu tun.

[Nachtrag]
Ich lese da gerade in der Zeit, wieso nächstes Jahr eine andere Berechnung gilt:

Grund ist eine (verspätete) Anpassung des Satzes an die Inflation im Jahr 2010.

Äähh…, müsste der dann nicht schon diesjahr ausgezahlt werden, oder können Hartz-IV-ler solange anschreiben lassen? Und hatten wir 2010 tatsächlich weniger als 1% Inflation?