Nullsummenspiel

Als ich gestern dieses Diagramm bei Humane Wirtschaft sah, war ich erst etwas verblüfft:

Grafik: Helmut Creutz

Man kann daraus einiges ablesen:

  • Die Beziehung zwischen Vermögen und Schulden ist kaum zu übersehen.
    Wird auch sofort verständlich, wenn man sich klar macht, dass größere Geldvermögen nicht herumlungern, sondern lieber herumstreunen und immer nach einer Anlagemöglichkeit suchen, damit andere das Geld vermehren. Und wenn gar nichts mehr geht, werden zur Not Häuser an Obdachlose verkauft.
     
  • Das Nettovermögen Deutschlands liegt so um die Null herum.
    Wir sind also in Wirklichkeit ein sehr armes Land, es hat nur noch keiner bemerkt.
    Die Banken schaffen zwar Geld aus dem Nichts und erfüllen damit den Auftrag Gottes, wie es seine Herrlichkeit Lloyd Blankfein mal ausgedrückt hat, wollen als Sicherheit für dieses Luftgeld aber immer einen realen Gegenwert.
     
  • Die Staatsschulden sind Peanuts im Vergleich zum privaten Vermögen.
    Der Staat wäre in der Lage, seine Schulden von heute auf morgen zu tilgen, wenn er im Vermögensgebirge oben den Schnee abtragen würde. Das Geschrei wäre zwar groß, aber die einzige negative soziale Auswirkung, die das hätte, wäre, dass der ein oder andere Milliardär in der Forbes-500-Liste um einen Platz nach unten rutscht. Hilfe, sozialer Abstieg droht! Dann lieber Bürgerkrieg.
     
  • Die Gesamtkurve verläuft exponentialförmig.
    Das ist hier im Diagramm etwas abgeschwächt, weil als Maßeinheit das BIP genommen wird, das im betrachteten Zeitraum selber kontinuierlich gestiegen ist. Der Trend ist trotzdem erkennbar und das dicke Ende der Kurve steht uns noch bevor.
     
  • Die Schuldengrenze ins Grundgesetz aufzunehmen ist der Versuch der Politik, der Exponentialfunktion das weitere Steigen gesetzlich zu verbieten.
    Die Politik hat also gehandelt, und sollte die Exponentialfunktion trotzdem weiter steigen, verhält sie sich gesetzeswidrig. So einfach ist das.

Wie unser Geldsystem funktioniert und wer an der Krise (mit) Schuld hat: Die Reichen, nicht die Griechen von Günther Moewes.

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3 Antworten to “Nullsummenspiel”

  1. Mann Arno,

    Du hast wirklich das seltene Talent, mir so richtig mein Wochenende zu versauen. Hättest Du das nicht am Montag posten können? Da hätte ich meinen Frust wenigstens noch an den Kollegen auslassen können. Zu Hause trau ich mich das nicht… ;o)

    Andererseits ist das ja bekannt und spricht sich immer mehr rum. Auf zwei Dinge sollten wir ab jetzt aber aufmerksam sein; 1. auf die Zunahme offensichtlicher Rafferei und 2. auf verschärfte gesellschaftliche Spalterei.

    Ich bin mal gespannt, welcher Sender diesmal überfallen wird…

  2. zur zeit läuft eine neue umverteilung. die banken werden durch die staatshilfen ihre faulen papiere los. der kleine arbeiter zahlt dafür und die bankenbosse überhäufen sich schon wieder mit bonis. regt sich keiner mehr drüber auf und macht auch keiner was dagegen da die nähmlich alles steuern. dioxin winter schweinegrippe und dungelcamp sind im moment intressanter. unser volk ist zu dumm für volksentscheide da die medien das so wollen und wer die medien steuer ist ja auch bekannt. es wird anscheind noch schlimmer. und dieser guttenberg geht mir fast soviel auf den sack wie unser guido. amen. also arno, dann sind die zinsen schuld.

  3. Ich möchte Dir gerne widersprechen, was die Dummheit des Volkes betrifft, franki. Nach meinem Gefühl wäre „das Volk“ längst reif für ein wenig mehr Mitbestimmung. Auch die Freiheit würde das Volk schnell lernen, gäbe es ein bedingsloses Grundeinkommen. Damit könnten Unternehmen nicht nur viel für die Zukunft tun, nämlich sinnvoll rationalisieren und Technologien ent- und weiterentwickeln, die uns das Leben leichter macht.

    Allerdings, und das ist der Haken, schaffte das unglaublich viel Zeit für die Menschen. Zeit für Kreativität, Zeit für sich selbst, Zeit zum Nachdenken und Zeit zum selber tun. Daran hat kein Politiker dieser Welt Interesse. Unter Umständen kämen die Menschen dann ohne Politik aus – was, das weiß ich selber, eine Utopie ist.

    Das heißt aber nicht, dass wir nicht versuchen sollten, den Nichtort (Utopia) zu finden, bzw. zu bauen. Ein Leben ohne Politiker erscheint mir einfach zu verlockend. ;o)

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