Archiv für Januar, 2011

Militär ist in deinem Land nicht verfügbar

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , on 31. Januar 2011 by arnarscho

Das ist natürlich bitter für einen Diktator, wenn selbst sein Militär keine Lust mehr auf ein Blutbad hat.
Als alter Kriegsdienstverweigerer kann ich gerade nur noch staunen, weil ich immer geglaubt habe, Militär wäre böse.

Wie sieht das denn eigentlich bei uns aus, wen schützt denn unser Militär im Zweifelsfall, auch das Volk?

Revolution geht auch ohne Twitter?

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , on 28. Januar 2011 by arnarscho

So einfach, wie sich das manche Regierungen vorstellen, ist es zum Glück nicht: Internet abschalten, Revolution beendet. Das Internet hat die Entwicklung zwar beschleunigt, aber abschalten lässt sie sich so nicht mehr. Und sogar die Telefonnetze lahmzulegen, ist schon mehr als dreist. Damit schafft man sich keine Freunde, sondern die letzten Wutbürger auf die Straße.

Und das kann dann übel enden, wie die Zeit heute berichtete:

16.57 Rollentausch in Alexandria? Ein Al-Jazeera-Reporter berichtet, Demonstranten – der Polizei zahlenmäßig überlegen – hätten Polizisten festgesetzt und schlügen sie mit deren eigenen Knüppeln. (tst)

Dann noch Parteizentrale abgefackelt, da sollte man sich aus dem Staub machen als Staatsoberhaupt. Zeitgemäß würde man das heutzutage twittern: Bin dann mal weg.

Aber geht ja nicht, weil das Internet abgeschaltet ist.

[Update]
Ich sehe da gerade die Berichte bei Al Jazeera. Dass Ausgangssperre herrscht, scheint das Volk nicht mitbekommen zu haben, weil das Internet abgeschaltet ist?

Viel Feind, viel Ehr

Posted in Politik, Wirtschaft with tags , , on 21. Januar 2011 by arnarscho

Nachdem sie erfolgreich Facebook besiegt, Google in die Knie gezwungen und die Futtermittelindustrie das Fürchten gelehrt hat, steht ihr jetzt der Sinn nach Höherem.
Berauscht von der Medienaufmerksamkeit der letzten Wochen will die Ilse nun gar die weltweiten Agrarrohstoff-Spekulationen in die Schranken weisen.

Die Zocker an den Terminbörsen zittern schon.
Auf in den Kampf, die Schwiegermutter naht!

FeldpostLeaks

Posted in Gesellschaft with tags , , on 20. Januar 2011 by arnarscho

Julian Assange steckt dahinter. Ganz sicher.
Seit immer mehr seiner Informanten verhaftet und eingekerkert werden, muss er zu immer rabiateren Mitteln greifen, um noch an Berichte aus erster Hand zu gelangen.
Deshalb scheuen seine Terrortruppen auch nicht mehr davor zurück, die Frontbriefe unserer Befreiungsarmee zu öffnen und nach brauchbaren Informationen zu durchsuchen.
Die verschwundenen Briefe können von den Lieben zuhause dann demnächst bei WikiLeaks nachgelesen werden.

Wutbürger sind alternativlos

Posted in Gesellschaft, Politik with tags on 20. Januar 2011 by arnarscho

Zumindest, wenn man Wahlen gewinnen will.
Deshalb ist plötzlich auch die CDU in Baden-Württemberg eine Dagegen-Partei. Gegen „eines der wichtigsten Schienenprojekte des Bundes“ (Ramsauer-Sprech). Alternativlos, sozusagen.
Nein, nicht S21, sondern der weitere Ausbau der Rheintalbahn bis zu den Wahlen. Der Antrag der Bahn wurde angeblich wegen Planungsfehlern (als hätte das schon jemals jemanden gestört) nicht genehmigt.

Zudem seien die Interessen der Anwohner nicht ausreichend gewichtet worden.

Als hätten die schon jemals jemanden interessiert. Aber vor Wahlen sind sie halt stärker zu wichten, damit die Wutbürger am Wahltag nicht alternativlos sind.
Denn die auf solchen Beschiss nicht reinfallen, stehen am Wahltag echt alternativlos da.

Verfallsdatum erreicht

Posted in Sonstiges on 17. Januar 2011 by arnarscho

Das Haltbarkeitsdatum des Bildes, das ich bisher als Icon benutzt habe, ist abgelaufen. Deshalb habe ich jetzt mal ein neues installiert. Es trägt auch der Tatsache Rechnung, dass demnächst die Gesichtserkennung im Internet Einzug halten wird.
Google Face View. Da ziehen wir lieber mal die Tarnkappe an.

Nullsummenspiel

Posted in Politik, Wirtschaft with tags , on 16. Januar 2011 by arnarscho

Als ich gestern dieses Diagramm bei Humane Wirtschaft sah, war ich erst etwas verblüfft:

Grafik: Helmut Creutz

Man kann daraus einiges ablesen:

  • Die Beziehung zwischen Vermögen und Schulden ist kaum zu übersehen.
    Wird auch sofort verständlich, wenn man sich klar macht, dass größere Geldvermögen nicht herumlungern, sondern lieber herumstreunen und immer nach einer Anlagemöglichkeit suchen, damit andere das Geld vermehren. Und wenn gar nichts mehr geht, werden zur Not Häuser an Obdachlose verkauft.
     
  • Das Nettovermögen Deutschlands liegt so um die Null herum.
    Wir sind also in Wirklichkeit ein sehr armes Land, es hat nur noch keiner bemerkt.
    Die Banken schaffen zwar Geld aus dem Nichts und erfüllen damit den Auftrag Gottes, wie es seine Herrlichkeit Lloyd Blankfein mal ausgedrückt hat, wollen als Sicherheit für dieses Luftgeld aber immer einen realen Gegenwert.
     
  • Die Staatsschulden sind Peanuts im Vergleich zum privaten Vermögen.
    Der Staat wäre in der Lage, seine Schulden von heute auf morgen zu tilgen, wenn er im Vermögensgebirge oben den Schnee abtragen würde. Das Geschrei wäre zwar groß, aber die einzige negative soziale Auswirkung, die das hätte, wäre, dass der ein oder andere Milliardär in der Forbes-500-Liste um einen Platz nach unten rutscht. Hilfe, sozialer Abstieg droht! Dann lieber Bürgerkrieg.
     
  • Die Gesamtkurve verläuft exponentialförmig.
    Das ist hier im Diagramm etwas abgeschwächt, weil als Maßeinheit das BIP genommen wird, das im betrachteten Zeitraum selber kontinuierlich gestiegen ist. Der Trend ist trotzdem erkennbar und das dicke Ende der Kurve steht uns noch bevor.
     
  • Die Schuldengrenze ins Grundgesetz aufzunehmen ist der Versuch der Politik, der Exponentialfunktion das weitere Steigen gesetzlich zu verbieten.
    Die Politik hat also gehandelt, und sollte die Exponentialfunktion trotzdem weiter steigen, verhält sie sich gesetzeswidrig. So einfach ist das.

Wie unser Geldsystem funktioniert und wer an der Krise (mit) Schuld hat: Die Reichen, nicht die Griechen von Günther Moewes.