Archiv für Dezember, 2010

Ja, ist denn jetzt schon Klimakatastrophe?

Posted in Gesellschaft, Umwelt, Wirtschaft with tags on 21. Dezember 2010 by arnarscho

Das haben sich Bahn unf Flughafenbetreiber fein ausgerechnet: wenn es auf der Erde zwei Grad wärmer wird, werden bei uns die Winter milder, folglich kann man zig-Millionen beim Winterdienst einsparen. Als Aktiengesellschaften sind sie in erster Linie ja nicht der Gesellschaft, sondern ihren Gesellschaftern verpflichtet. Und die wollen – Geld sehen.

Die denken auch nicht unbedingt langfristig, sondern eher in Quartalen.
Und wenn es schon seit vielen Quartalen keinen Winter mehr gab, warum dafür das viele Geld ausgeben? Vor allem, weil es ja noch wärmer werden soll.

Da interessiert es auch nicht sonderlich, dass das Klima kein lineares, sondern ein chaotisches System ist und dass zwei Grad globale Erwärmung nicht unbedingt heißt, dass es weltweit schön gleichmäßig zwei Grad wärmer wird.

Wenn sich z.B. der Golfstrom im Laufe der Klimaerwärmung abschwächt, oder gar abrupt zusammenbricht – eine alltägliche Erscheinung in chaotischen Systemen, sobald gewisse Toleranzgrenzen überschritten werden – kann es sein, dass die letzten beiden Winter erst der Auftakt zu einer jahrhundertelangen Serie waren.

Es kann aber auch sein, dass es ganz normaler Wetterzyklus ist. Als ich noch jünger war – so vor 30, 40 Jahren – waren solche Winter der Normalfall.

Kraft- und Machtgeschichten

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , on 16. Dezember 2010 by arnarscho

In der Sendung mit der Laus erfahrt ihr heute, wie Politik gemacht wird.

* Freigegeben ab 6 Jahre *

Also, ganz einfach: Politik wird in Deutschland von Parteien gemacht. Davon gibt es gleich mehrere und damit man sie besser voneinander unterscheiden kann, tragen sie unterschiedliche Namen.
Politiker aus diesen Parteien treffen sich immer auf ihrem Bolzplatz, den nennen sie Parlament.
Dort spielen sie so ’ne Art Cowboy-und-Indiander: die einen sind an der Regierung und dürfen bestimmen, die andern sind in der Opposition und deshalb dagegen.

Richtig lustig wird es aber, wenn die Opposition in der Mehrheit ist und damit einen Vertrag, nennen wir ihn mal JMStV, verhindert, den sie selber, als sie noch an der Regierung war, angeleiert hat.
Versteht ihr doch sicher, oder? So ein Vertrag ist nämlich wie ein Spielzeug und der besagte JMStV war ja wohl das Spielzeug der Opposition, deshalb durfte sie es der Regierung auch wieder abnehmen.
Die fand das aber gemein und wollte dann auch nicht mehr mitspielen.

Und so haben euch diese heldenhaften Politiker vor ihren eigenen Verträgen bewahrt und ihr dürft weiterhin diesen Blog lesen.

Open Gouvernement

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , on 4. Dezember 2010 by arnarscho

Die Veröffentlichung der Botschafter-Depeschen ist ein Glücksfall für die Demokratie weltweit.

Nicht nur, dass die US-Botschafter ein erfrischend klares Bild ihrer jeweiligen Länder zeichnen, auch die Tatsache, dass sie nach dem Kabeln ihrer Einschätzungen nicht sofort entlassen wurden, zeigt, dass der Empfänger dieser Nachrichten, also die US-Regierung, diese deutlichen Worte als nützlich ansieht.
Im krassen Gegensatz dazu stehen die seichten Lügen, die dem gemeinen Wahlvolk als Politik verkauft werden.

Auf der anderen Seite erhalten auch die Regierungen von Bananenstaaten wie die Bundesrepublik die einmalige Chance, zu erfahren, welche Wertschätzung sie bei ihrem großen Bruder genießen. Nur für den Fall, dass sie das nicht schon längst bemerkt haben, weil sie geistig minderbestückt sind.
Da unsere Regierung zweifellos dazugehört, sollte sie Julian Assange dankbar sein, ihm Asyl gewähren und die Seiten auf einem deutschen Server spiegeln und archivieren. Das ein oder andere Zitat kann man seinem Gegenüber bei bilateralen Verhandlungen garantiert noch mal unter die Nase reiben.

Verschwörungstheoretiker aller Länder besitzen ab sofort belastbares Beweismaterial aus gewöhnlich gut informierten Kreisen und sogar das gemeine Volk profitiert, sofern es über einen IQ oberhalb Zimmertemperatur verfügt, weil es hier die ungefilterten Hintergründe mancher politischen Entscheidung erfahren kann, die unsere Qualitätsjournalisten unter Springer, Bertelsmann und Murdoch schon lange nicht mehr beleuchten dürfen. Weshalb sie auch so schäumen.
Nur nicht die beim Spiegel, die schäumen ab.

Selbst die, die nicht wirklich überrascht waren, weil sie schon vorher wussten, dass Politik vor allem aus Lügen besteht, sind anhand dieser Depeschen in der Lage, den aktuellen politischen Lügenindex neu zu kalibrieren. Das ist von unschätzbarem Vorteil.
Deshalb sollten fairerweise auch die mit den USA befreundeten Staaten ihre Botschafter-Depeschen veröffentlichen.

Denn, wie heißt es immer so schön: Wer nichts zu verbergen hat, hat auch nichts zu befürchten.