Archiv für November, 2010

Was schiefgehen kann, geht schief

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , on 29. November 2010 by arnarscho

Auch bekannt als Murphys Gesetz.

Dabei verraten die gerade bei WikiLeaks veröffentlichten Depeschen eigentlich nichts neues über deutsche Politiker.
Außer, dass amerikanische Diplomaten die Einschätzung aller Lästermäuler der Republik teilen.
Wenn sie diese Depeschen gebloggt hätten, wäre es keinem aufgefallen.

Aber schön, das auch mal zu erfahren.
Noch schöner, dass unsere Regierung das auch so sieht.

Schön auch die Belehrung zum Datenschutz:

Dass Deutsche „des gesamten politischen Spektrums“ viel Wert auf Datenschutz legen, versucht Murphy sowohl mit Datenskandalen bei Deutscher Telekom und Deutscher Bahn als auch mit historischen Erfahrungen wie der Stasi-Bespitzelung zu erklären. Dass solche Bedenken auch gegenüber den USA und ihren Geheimdiensten vorgebracht werden, tut er als „Paranoia“ ab. Für die Zukunft wolle man FDP-Politiker besser in Sachen US-Datenschutz „bilden“, da sie „oft fehlinformiert über die Art unserer Politik sind“.

Danke für die umfassende Weiterbildung.

Beim Geld hört die Freundschaft auf

Posted in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft with tags , , , on 28. November 2010 by arnarscho

Kohl hat den Euro eingeführt, Merkel schafft ihn wieder ab. Oder versucht es zumindest.
Diese Frau hat schon Macht: immer, wenn sie auf der europäischen Bühne auftritt und die geistigen Ergüsse der uckermärkischen Hausfrau zur internationalen Finanzpolitik offenbart, geht hinterher ein Land Pleite, das wir dann retten müssen.
Dass sie uns mit ihren Auftritten im Ausland keine Freunde schafft und den Zusammenhalt der Euro-Zone massiv gefährdet, nimmt sie entweder nicht wahr, oder in Kauf.

Da muss man sich schon Sorgen machen, mit welchem Sachverstand hier Finanzpolitik mit unserm Geld betrieben wird. Gut, man kann Merkel zugute halten, dass sie im ehemaligen Ostblock als Tochter eines strammen Partei-Pfaffen sozialisiert wurde und von daher naturgemäß ein gestörtes Verhältnis zum Geld hat, denn sonst wüsste sie: über Geld redet man nicht.

Man handelt, und zwar überfallartig, alternativlos, eine Technik, die sie im Bundestag ja auch beherrscht. Mit den Abgeordneten kann sie das auch machen, aber nicht mit Ackermann, der mag das nicht. Beteiligung privater Gläubiger ja, aber bitte keine deutschen.

Deshalb müssen jetzt erstmal Irlands Banken gerettet werden, indem das Volk ausgepresst wird, während Ackermann & Amigos drei Jahre Zeit haben, ihre Investitionen dort in Sicherheit zu bringen.

Worin unterscheidet sich eigentlich die „Rettung“ eines Landes von seinem Untergang?

Zunächst mal gar nicht: In beiden Fällen gibt es steigende Arbeitslosigkeit, rückläufige Staatseinnahmen, Kürzungen der Sozialleistungen, höhere Steuern (für Geringverdiener) und grassierende Armut.
Der einzige Unterschied besteht darin, dass nach einem Konkurs umgeschuldet wird und das Land danach nur noch einen Teil seiner Schulden zu tragen hat, während es bei seiner „Rettung“ auf dem vollen Schuldenberg sitzenbleibt.

Da der Schuldenberg, den die irischen Banken aufgetürmt haben, aber so hoch ist, dass er von dem kleinen Land nicht mehr zurückgezahlt werden kann, sondern zwangsläufig weiter steigt, wird man nach drei Jahren „Rettung“ überrascht feststellen, dass Irland Pleite und eine Umschuldung „alternativlos“ ist. Der einzige noch verbliebene Gläubiger ist dann aber der EU-Rettungsschirm, also die EU-Steuerzahler.

Das ist ein originelles Geschäftsmodell, nennt sich Insolvenzverschleppung.

Weniger Kauderwelsch

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , on 24. November 2010 by arnarscho

Ich lese da grad bei Fefe, dass die Terroristen bereits in den Bundestag eingedrungen sind und jetzt die freiheitlich-demokratischen Grundrechte zerstören wollen. So wirklich wundern tut’s ja nicht, es ist ja schon länger bekannt, dass der Bundestag voller Schläfer sitzt, die nur darauf warten, endlich aktiviert zu werden.

Ja, die Pressefreiheit einschränken, nachdem wir in den letzten Tagen mit vollkommen irrelevanten Meldungen aus dem Propagandaministerium bombardiert wurden; aber es gibt anscheinend genug Menschen, die solche Meldungen ernst nehmen. Deshalb ist es jetzt zu spät und die fiesen Terroristen wissen, dass der Reichstag ein lohnendes Ziel ist.
Müssen sie ihn nur noch finden, und da hoffe ich doch schwer, dass die Ilse den bei StreetView hat verpixeln lassen. Sonst hilft nur noch, das Internet abzuschalten.

Und ja, die Pressefreiheit einschränken für Politiker mit einem geistigen Horizont unterhalb der Nachweisgrenze.

[Nachtrag]
Nun scheint Siegfrieds Kauderwelsch ja doch Wirkung gezeigt zu haben bei den Qual-itätsmedien: heute gab es keinen einzigen journalistischen Terroranschlag, und die Terroristen wissen jetzt nicht mehr wohin:


(Klaus Stuttmann)

Terrorwarnung aufgehoben

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , on 20. November 2010 by arnarscho

Wie soeben bekannt wurde, besteht für die Bevölkerung keine weitere Gefahr, es ist nur ein Anschlag auf den Reichstag einschließlich Geiselnahme geplant.
Die Bevölkerung kann aufautmen und hoffen, dass die Aktion gelingt. Um späteren Missverständnissen vorzubeugen, möchten wir die werten Terroristen jedoch darauf hinweisen, dass es für Gammelfleisch kein Rückgaberecht gibt.

Wie das BKA, das in regem Kontakt mit den Dschihadisten steht, mitteilte, sei der Reichtagsbrand um den 27. Februar geplant.
Die Geschichte wiederholt sich. Gähn.

Bombenstimmung

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , on 19. November 2010 by arnarscho

Alle Jahre wieder besteht Grund zur Sorge: hochgradig gewaltbereite Demokratiegefährder aus der fundamentalchristlichen Union fordern mal wieder die Vorratssdatenspeicherung:

Wenn diese Chance vertan wird und sich der Terrorist mit der Bombe unterm Arm auf den Weg gemacht hat, hat der Staat verloren.

Wie man durch Vorratsdatenspeicherung bei deutschen Providern verhindern will, dass ausländische Terroristen hier Bomben legen, also dieser Zusammenhang ist mir bisher verschleiert geblieben, weil man doch heute schon bei dringendem Tatverdacht sogar ganze Gespräche mithören darf. Und zwar im Voraus, während man bei der Vorratsdatenspeicherung die Daten ja erst hinterher auswerten kann (also, nachdem der Staat verloren hat).

Und bei der Vorratsdatenspeicherung werden ja noch nicht mal Inhalte gespeichert, sondern „nur“ die sozialen Kontakte und der jeweilige Aufenthaltsort, also so ne Art facebook für Big Brother. Praktischerweise kann der Rechtsstaat damit aber jeden kriminalisieren, weil jeder über drei, vier Ecken jemanden kennt, der jemanden kennt, der pädophil oder terrorismusverdächtig ist.
Wenn ich z.B. öfter bei meinem Pfarrer anrufe, oder bei meinem Freund aus Gaza.

Außerdem kommen Terroristen heute nicht mehr mit der Bombe unterm Arm, das sollte sich mittlerweile doch herumgesprochen haben, sondern die verschicken sie zeitgemäß mit TNT, weil auch den Selbstmordattentätern in den Boom-Boom-Zeiten die Facharbeiter ausgehen.

Vorratsdatenspeicherung hilft da wirklich nicht weiter, wir brauchen Vorratsbombenspeicherung!

Das kann doch wohl nicht sein, dass jemand im Jemen ein Paket an „Merkel, Bundesrepublik“ abschicken kann, ohne einen Absender anzugeben.
Das Gleiche gilt für Anthrax-Briefe, die einfach anonym in einen Briefkasten geworfen werden.
Damit muss jetzt Schluss sein!

Wer in Zukunft einen Brief oder gar ein Paket absenden will, muss persönlich vorstellig werden und sich ausweisen können. Andernfalls keine Bearbeitung.
Zu Ihrer eigenen Sicherheit werden alle Daten (Ort, Zeitpunkt, Art der Sendung, Lichtbild) solange gespeichert, wie wir es von Nöten befinden.

Wir danken Ihnen für Ihr Verständnis zu dieser Maßnahme für „Freiheit statt Terror“ und wünschen Ihnen bombastische Wochen.

Demokratie privatisieren

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , on 15. November 2010 by arnarscho

Nachdem weite Teile der öffentlichen Aufgaben bereits erfolgreich privatisiert sind und Bund, Länder und Kommunen – wie vorhergesagt – seitdem in Geld schwimmen ohne Ende, liegt es natürlich nahe, auch die Demokratie selber zu privatisieren.

Verschiedene CxU-Politiker haben sich dazu bereits Gedanken gemacht: Demonstranten sollen in Zukunft die durch sie verursachten Kosten selber tragen.
Wer also in Zukunft demonstrieren will, muss sich zuerst eine seinen Bedürfnissen entsprechende Eintrittskarte kaufen:

  • Stehplatz … 10€
    Das Basispaket beinhaltet Schimpfen, Kastanienwerfen und (Soft-) Wasserwerfereinsatz.
  • Sperrsitz … 20€
    Dieses Erweiterungspaket berechtigt Sie zur Sitzblockade mit einfachem Wegtragen.
  • Logenplatz … 50€
    Das Profi-Set für den wohlstandsverwahrlosten Berufsdemonstranten. Da bleibt kein Auge trocken.

Volk ohne Rohstoffe

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , on 11. November 2010 by arnarscho

Das wurde aber auch Zeit, dass mal wieder jemand auftaucht, um uns zu erklären, warum wir einen neuen Krieg brauchen.
Über 70 Jahre ist es jetzt schon her, dass wir den letzten angezettelt haben, und es wird langsam eng, wenn wir an unsere Erfolgsserie des letzten Jahrhunderts anknüpfen wollen.
Das Volk wünscht sich deshalb einen neuen Führer.

Wer wäre dafür geeigneter als Kaiser Theodor I., der nicht nur besser gestylt, sondern auch beliebter ist als Hitler seinerzeit und zudem aus gutem Hause stammt, das sich seit 800 Jahren um die rühmliche deutsche Geschichte verdient gemacht hat.
Die denken längerfristiger:

Der Bedarf der aufstrebenden Mächte an Rohstoffen steigt ständig und tritt damit mit unseren Bedürfnissen in Konkurrenz. […] Da stellen sich Fragen auch für unsere Sicherheit, die für uns von strategischer Bedeutung sind.

Also der klassische Verteidigungsfall.
Angesichts der Finanzkrise, dem drohenden Zerfall der Währungen und sinkender Umfragewerte bleibt nur eine Möglichkeit: die Schuldigen zu identifizieren und auszurotten. Dazu gibt es keine Alternative, wenn wir Wachstum und Wohlstand wollen.