Finanzkrise für Dummies (Teil 5)

In der heutigen Folge basteln wir uns eine Finanzkrise.
Aus dem Rezeptbuch der Madame Non.

Zutaten:

  1. Ein kleines Land am Rande der EU, das für seine kreative Finanzmathematik bekannt ist und deshalb fürchtet, sich demnächst kein Geld mehr an den Finanzmärkten besorgen zu können. In der Not wendet es sich an seine „Freunde“.
  2. Eine größenwahnsinnige Kanzlerin (GröKaz), die ihre wirtschaftliche Kompetenz vor allem aus der BILD bezieht, dem Fachmagazin des deutschen Deppen, und die keine Skrupel hat, für eine Handvoll Wählerstimmen ganz Europa in den Abgrund zu ziehen.

Vorbereitung:

Weil gerade Wahlkampf ist, verspricht die GröKaz: anstrengungslosen Wohlstand und spätgriechische Dekadenz wird es mit uns nicht geben!

Dabei war das Problem ursprünglich noch überschaubar: bevor der IWF eingeschaltet wurde, wären wir mit ca. 12 Mrd. dabeigewesen. Die KfW hätte einen Kredit zu 2% Zinsen aufgenommen und für 5% an Griechenland weitergereicht, netto also 3% Gewinn ohne groß etwas dafür zu tun. Aber das wäre anstrengungsloser Wohlstand auf Kosten der Griechen, die die 3% bezahlen müssten. Dieses Risiko kann man dem deutschen Deppen nicht zumuten!

Deshalb befasst sich die GröKaz mit solch kleinen Problemen erst gar nicht mehr. Das ist nicht wahlkampftauglich, dazu bedarf es schon einer mittleren Finanzkrise.

Zubereitung:

Zunächst muss man die bis dahin lokale Krise international ins Rampenlicht rücken, indem man z.B. den IWF einschaltet. Das assoziiert schon mal „Staatsbankrott“. Außerdem signalisiert man damit: schaut her, der Euro-Verbund ist noch nicht mal in der Lage, solche Randprobleme selber zu lösen. Die Spekulanten spitzen die Ohren.

Dann mache man möglichst keine klare Aussagen – eine Spezialität der GröKaz -, knüpfe die Kreditzahlungen an nicht näher spezifizierte Bedingungen, und trage damit den Wahlkampf in die Finanzmärkte. Die Spekulanten spitzen die Griffel.

Hilfreich sind auch solche Forderungen, wie Griechenland aus dem Euro-Raum zu werfen. Das weckt enorm das Vertrauen in den Euro. Vor allem das der Zocker, die auf dessen Untergang wetten.

Den Rest kann man den „Selbstheilungskräften“ des Marktes überlassen, und voilà, schon haben wir den Salat.

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8 Antworten to “Finanzkrise für Dummies (Teil 5)”

  1. 10 Jahre dauert die Sanierung Griechenlands. 140 Milliarden Euro für die ersten 3 Jahre. Das ist ein Fass ohne Boden und wofür. Dass unsere Politiker geschlafen haben. Ich finde das unfassbar. Die ganzen Politiker, egal ob die deutschen oder die aus Griechenland haben ihre Unfähigkeit bewiesen. Warum ist das für die ohne Konsequenzen? Darüber sollte man mal nachdenken.

  2. kimme Says:

    Rein theoretisch müssten sie sich selber helfen können, indem sie ihre vielzähligen Inseln -wenn schon nicht verkaufen- dann wenigstens verpachten sollten. Ich kann mir vorstellen, dass es genug Manager/ Spekulanten u. ä. Gesocks gibt, die ihr „hart“ erarbeitetes Geld wieder i-wo verprassen wollen.

  3. franki Says:

    aber leute, die banken helfen doch auch. herr ackermann organisiert das doch kostenfrei. hätte ich als ackermann aber auch getan. lieber ein klein bisschen geben und die kanzlerin ruhigstellen. wenn die banken nicht gesetzlich an die leine geholt werden eskaliert es bald. also mein tipp für die nächste krise, nur kein geld auf der bank liegen haben, schulden machen, keller mit vorräten auffüllen und auto tanken. genug tabak und alkohol bunkern und für den schwarzmarkt schon mal kontakte knüpfen. auch ja und frühkartoffeln gehn dann in denn städten auch ganz gut.

  4. Dass der Ackermann da jetzt mitmacht, kann nur eins heißen: es gibt Geld zu verdienen. Zwar nur mickrige 3%, aber dafür staatlich abgesichert. Warum sollte er das Geschäft der KfW überlassen? Mittlerweile geht es schließlich um zig-Milliarden!
    Ansonsten… Alkohol und Tabak habe ich schon mal gebunkert.

  5. leider kann sich griechenland nicht mehr selber helfen, da die banken (inkl. deutsche bank in zusammenarbeit mit den ratingagenturen) via cds-wetten, griechenland bewusst noch mehr in den bankrott getrieben haben.

    hier eine gute anleitung, wie man ein land mittels cds-papieren in den ruin treibt und daran verdient:
    http://abzocker-watch.blogspot.com/2010/03/finanzkrieg-der-banken-gegen-arme-eu.html

  6. dass der ackermann mitmacht ist klar, auch beim abzockerwatch-blog nachzulesen.
    die deutsche bank hat am niedergang griechenlands gleich doppelt mitverdient. wenn das land nun ganz bankrott ginge, müsste ackermann die versicherungssummen an die besitzer der cds-papiere auszahlen und hätte erst noch keine rendite auf den griechischen staatsoblis.

  7. Heute wurde gemeldet, dass die EZB ihre Regeln aufgeweicht hat, und nun auch griechische Ramsch-Anleihen als Sicherheit akzeptiert.
    Wenn ich das richtig sehe, ist Geldverdienen damit ganz einfach und risikolos: man leiht sich bei der EZB billig Geld aus, kauft davon griechische Staatsanleihen und hinterlegt die als „Sicherheit“ bei der EZB, also beim Steuerzahler, während man die Zinsen einstreicht.
    Das dürfen leider nur Banken, Privatleute dürfen das nicht.

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