Finanzkrise für Dummies (Teil 4)

In Teil 3 erläuterte uns Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein, dass die Banken Gottes Werk verrichten, heute lehrt er uns, dass sie dazu auch durchaus mit dem Teufel kooperieren.

Denn was macht der Zocker, wenn er ahnt, dass mit Ramsch-Hypotheken bald kein Geld mehr zu machen ist, weil die Krise droht?
Er heckt einen teuflischen Plan aus: er stellt ein paar besonders schlechte Kredite zusammen, wettet auf deren Untergang und beauftragt eine Bank, Dumme zu finden, die bereit sind, darauf zu wetten, dass die Papiere weiterhin an Wert zulegen. Dass die Dummen einen Pakt mit dem Teufel abschließen, bleibt im Verkaufsprospekt geflissentlich unerwähnt.

Und weil das alle so machen, ist das auch kein Betrug, denn… sonst wären das ja alles Betrüger.

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5 Antworten to “Finanzkrise für Dummies (Teil 4)”

  1. Tja Arno…

    im Moment sind wir in einer Zeit, in der Du die Betrüger als Betrüger schimpfen oder kennzeichnen kannst, ohne dass das irgendwelche Konsequenzen hätte. Die gibt es weder für Dich, noch für die Betrüger.

    Wenn wir nicht aufpassen (WIR, das komische Etwas, das irgendwann mal den Namen „Volk“ erhielt) wird es aber nicht mehr lange dauern, bis es an Deiner Tür klopft. Dann gibt es Konsequenzen. Aber nur für Dich. Irgendeinen Straftatbestand werden die Betrüger dann schon finden. Notfalls ist es Landesverrat. Dann können sie gleich noch ein Exempel an Dir statuieren.

    Du weißt das es so ist. Ich auch.

    Aber was machen wir mit dem Volk?

    ;o)

  2. Ja, diese Frage hat mich auch schon beschäftigt, ich sehe folgende Möglichkeiten:

    (a) das Volk kriegt schlagartig die kollektive Erleuchtung, oder
    (b) mehr Bildung für alle.

    Da (b) ausfällt, müssen wir auf (a) hoffen.

  3. lieber arno,
    hoffen hat bis jetzt noch nicht geholfen. es muß ein ruck durch das volk gehn. solange es uns noch gut geht schläft das volk und mit kleine leckerlies halten die uns bei laune. jetzt zahlen wir erst mal für die griechen, und das wird garantiert ein fass ohne boden sein. da ist nichts mehr zu helfen. die banken werden einige kredite verlieren und brauchen wiederum staatshilfen.die kirche schlängelt sich durch die krise und merkt nicht das das 18. jahrhundert vorbei ist. jetzt wäre der zeitpunkt gekommen um mal richtig für unruhe zu sorgen und denn damen und herrn der regierung klart zu machen was wir wolle. wie kann es sein wenn das volk z.b. mehrheitlich dafür ist das wir unsere soldaten aus afganistan abziehen und die idioten tun dies nicht. demokratie sieht anders aus.

  4. Ich denke mal, es ist einfach nur eine Phase, die irgendwann auch mal ihr Ende findet und eine Neue beginnt. So wie Kulturen untergingen und neue aufblühten, so wird auch die verrückte Geldmacherei ihr Ende finden (ja, ich weiß, der Vergleich hinkt…), fragt sich nur, ob es auch das Ende des Kapitalismus, so wie wir ihn jetzt kennen, sein wird. Vielleicht auch das Ende des Okzidents.

  5. Wenn man den Begriff Okzident mit solchen Ideen wie der Aufklärung in Verbindung bringt, ist der Okzident bereits am Ende. Übrig geblieben sind lediglich wirtschaftliche und miliärische Macht, aber nichts mehr von den ursprünglichen Idealen.

    Wir sind wohl in der Endphase der Demokratie, weil es keine Demokraten mehr gibt, sondern nur noch Egoisten, Besserwisser und Machtmenschen, also alles psychisch schwer kranke Patienten.

    Flatter hat da auch was lesenswertes zu geschrieben.
    Manchmal hab ich das Gefühl, dass es in der Weimarer Republik so ähnlich gewesen sein muss.

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