Auf ins gelbe Reich der Mitte

Zwar können Westerwelles Schneeschipperkolonnen z.Z. noch mal Überstunden schieben, außerhalb der Alpen dürfte ihnen in nächster Zeit jedoch die Arbeit ausgehen, zu erfolgreich waren sie gewesen.
Deshalb macht sich Hannelore Kraft, SPD-Spitzenkandidatin in NRW, schon mal Gedanken um die Zeit danach und will Arbeitslager für gemeinnützige Arbeiten einrichten, im Stil von: „Arbeit macht Sinn“. (Da der Zentralrat der Juden mein Blog nicht liest, kann ich mir – im Gegensatz zum Fastenprediger – solche geschmackslosen Anspielungen erlauben.)

Recht hat sie ja, wenn sie sagt:

Wir müssen endlich ehrlich sein: Rund ein Viertel unserer Langzeitarbeitslosen wird nie mehr einen regulären Job finden.

Auf die naheliegende Idee, die vorhandene Restarbeit deshalb gerechter zu verteilen, indem alle etwas weniger arbeiten, kommt sie aber nicht.
Wir haben eben nicht mehr genug Arbeit für alle, da helfen auch Arbeitslager nichts, das müssten wir eigentlich aus unserer Geschichte gelernt haben.

Ganz anders sieht es hingegen in China aus, dort fehlt es an Arbeitskräften in bedrohlichem Ausmaß. Horrorszenarien zeichnen sich ab: die Löhne steigen, die Arbeitsbedingungen werden besser und schon bald verdient ein chinesischer Wanderarbeiter mehr als ein 1-Euro-Jobber hierzulande.
Mit der Folge, dass die chinesischen Billigartikel teurer werden. Eine Katastrophe bahnt sich an, weil das Druckmittel „dann produzieren wir eben in China“ plötzlich nicht mehr zieht.

Solche globalen Probleme können wir nicht lösen, indem wir unsere Arbeitslosen hier Schnee schippen lassen, das müsste unser Außenminister im Nebenjob eigentlich wissen.

Jetzt sind kreative Lösungen gefragt, die über den eigenen Tellerrand hinausblicken, wie z.B. dieser Vorschlag: wir bezahlen allen Arbeitslosen einen Wanderurlaub in China. Genauer gesagt, bezahlen wir nur den Hinflug, den Rückflug dürfen sie sich dann auf ihrer Wanderschaft selber verdienen (Leistung muss sich wieder lohnen).
Das ergäbe eine win-win-win-Situation für alle: wir könnten einige Milliarden im Sozialetat sparen und endlich die Steuern für Millionäre senken, die Chinesen bräuchten nicht die Löhne zu erhöhen und unsere Arbeitslosen könnten ausgiebig Urlaub von der Arge genießen.
Und nebenbei noch Chinesisch lernen, die Arbeitssprache der Zukunft.

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