Da gibts nichts zu lästern

Schade.
So schnell, wie sie erschienen ist, ist sie auch wieder verschwunden.

Margot Käßmann war eine der wenigen Persönlichkeiten in gehobener Stellung, die ich ernstnehmen konnte. Mit ihrer geraden Linie und ihren klaren Äußerungen hat sie sich wohltuend von den üblichen Hampelmännern und Hosenanzugsfrauen mit den großen Klappen abgehoben.

Da hatte ich nichts zum Lästern, noch nicht mal ihren Promillewert. Schließlich sind 1,5 Promille eine beachtenswerte Leistung, wie ich aus Selbstversuchen weiß.
Und mit ihrem Rücktritt hat sie sich die Glaubwürdigkeit bewahrt, die bei all den andern schon längst verlorengegangen ist.

Man schaue sich zum Vergleich nur den desolaten Zustand der katholischen Kirche an, bei der es um ganz andere Verbrechen geht.

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4 Antworten to “Da gibts nichts zu lästern”

  1. Ich hatte kurz vor ihrem Rücktritt noch ein Gespräch mit Kollegen am Mittagstisch und da ging’s immer nur um „oha, Frau am Steuer, das wird teuer“ oder „hihi guck dir die an, hat wohl zuviel Messwein verkostet“ und lauter so ne Scheiße.

    Mein Einwand, die katholische Kirche hat ja wohl viel übleren Dreck am Stecken, wurde gnädig übergangen. Ich hab dann nochmal nachgehakt und gesagt, dass ich eine betrunkene Frau am Steuer wesentlich weniger schlimm finde als eine Organisation, die systematisch Kinder sexuell missbraucht. Ergebnis: peinliches Schweigen, dann wurde wieder schnell zum Käßmann-Bashing übergegangen.

    Pfui bah!

  2. @daMax
    Ja, sowas kenne ich nur zu gut und auch aus anderen Zusammenhängen. Aber was will man erwarten von einer Gesellschaft mit einem Bildungsniveau auf Höhe der BILD-Zeitung?

  3. Naja ich dachte eigentlich, meine Kollegen seien eben nicht auf Bildzeitungsniveau. So kann man sich irren.

  4. @daMax
    Über diesen Punkt bin ich auf der Arbeit auch schon gestoplert. Fehlgeleitet von der irrigen Annahme, studierte Leute seien in der Lage, ihr Gehirn zu benutzen.
    Auf der Arbeit tun sie das ja auch, außerhalb aber anscheinend nicht.

    Das nennt man dann zwar hochtrabend Bildungsbürgertum, das Niveau hält sich jedoch auf überschaubaren Grenzen, was viel über diese „Bildung“ aussagt.

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