Dänen lügen nicht

Von daher war ja schon von vorneherein abzusehen, dass beim Klimagipfel in Kopenhagen keines der üblichen verlogenen Gipfelpapiere herauskommen kann, in denen zwar viel versprochen, aber nichts gehalten wird.
Stattdessen wurde eine Absichtserklärung „zur Kenntnis genommen“.
Das ist doch mal ein ehrliches Ergebnis!

Ob es sich dafür aber gelohnt hat, mehrere hunderttausend Tonnen CO2 zusätzlich in die Luft zu blasen, ist fraglich.

Ebenso fraglich ist das ursprünglich von der EU anvisierte Ziel, den CO2-Ausstoß in den nächsten zehn Jahren um 20-30% zu verringern.
Wie soll denn das möglich sein? Nur mit Energiesparlampen jedenfalls nicht. Vor allem, weil sich jeder noch schnell einen Vorrat an Glühbirnen angelegt hat, der locker für zehn Jahre ausreicht.

Muss also etwas anderes geplant sein. Das wird uns aber nicht verraten, deshalb spekuliere ich jetzt mal.

Plan A: Wirtschaftskrise

Der nachhaltigste Plan, weil er zu einer echten CO2-Redukton führt und die Hauptverursacher Industrie, Haushalte und Verkehr gleichermaßen berücksichtigt.
Wenn wir – was sehr wahrscheinlich ist – in den nächsten zehn Jahren noch mit ein bis zwei Wirtschftskrisen rechnen, könnte die Industrie tatsächlich um 20-30% einbrechen und damit ihren Beitrag leisten.
Die Haushalte werden dadurch beteiligt, dass den Hartz-IV-Empfängern die Heizkosten gestrichen werden, und der Verkehr nimmt durch die steigende Arbeitslosigkeit automatisch ab.
Klimaziel erreicht!

Kann man aber so nicht verkaufen, deshalb gibt es noch

Plan B: Zertifikatehandel

Die Idee dahinter ist, dem CO2-Ausstoß einen Preis zuzuordnen, der an einer Börse durch Angebot und Nachfrage gebildet wird.
Jedes Land, das am Emissionshandel teilnimmt, erhält eine bestimmte Menge Verschmutzungsrechte zugewiesen. Länder, die ihren Anteil nicht aufbrauchen – in der Regel die ärmeren Länder – können ihre Rechte dann an die reicheren Länder verkaufen.
Dadurch wird zwar nicht weniger CO2 in die Luft geblasen, aber es wird teurer für den Endverbraucher. Außerdem wird ein neuer Markt für allerlei windige Geschäftemacher eröffnet.
Spätestens mit dem Platzen der ersten CO2-Spekulationsblase tritt dann automatisch Plan A in Kraft.
Klimaziel erreicht!

Deshalb muss ich Merkel, die davor gewarnt hat, die Ergebnisse des Gipfels schlechtzureden, recht geben: wo nichts ist, kann man auch nichts schlechtreden.
Im Gegenteil, ich bin sogar zufrieden mit diesem Nicht-Ergebnis, weil es wenigstens ehrlich zeigt: in der Klimafrage ist die Schnittmenge aus 192 UNO-Staaten die leere Menge.

 


Klaus Stuttmann im Tagesspiegel

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2 Antworten to “Dänen lügen nicht”

  1. Es gibt auch noch einen Plan C, die grosse Lüge.

    Die Lüge über die Wirtschaftskrise, dass nicht genug Geld da ist.
    Aber wo soll das ganze Geld denn geblieben sein ?
    Ist es verbrannt worden ?
    Das würde zur 2. Lüge führen, dem erhöhten CO2-Ausstoss durch
    Geldverbrennung.
    Wir haben durchaus Klimaprobleme, aber mehr durch radioaktive
    Verseuchung, durch Ozeansterben, Überfischung, Überdüngungen, Waldrodungen, Monokulturen, Artensterben, Öl-Gasförderungen u.v.m…

    Darüber war fast gar nichts zu hören beim Klimagipfel, geschweige denn, dass irgendwelche Lösungen gefunden wurden.

    Vielleicht sollten alle Menschen mal aufhören zu atmen, das
    würde alle Probleme auf einen Schlag lösen, inklusive CO2…

  2. Sehe ich auch so.
    Wenn wir uns um unseren sonstigen Probleme, die du genannt hast, nicht kümmern, kann uns das CO2 auch egal sein.
    Vor allem sind diese Probleme deutlich sichtbar und nicht wegzudiskutieren.

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