Saufen gegen die Wirtschaftskrise

Diese bewährte Medizin hat die irische Regierung ihrem Volk im Kampf gegen die Rezession verordnet. Anders kann man die geplanten Maßnahmen, um den drohenden Staatsbankrott zu verhindern, kaum interpretieren.
Drastisch gespart wird vor allem – wie zu erwarten – bei den Ärmsten, Sozialleistungen werden gekürzt, Benzin soll teurer werden („Klimaschutz“), aber – man höre und staune – Alkohol dafür billiger!

Bei der sagenumwobenen Trinkfreudigkeit der Iren könnte man sich sogar vorstellen, dass sie tatsächlich die Staatskasse durch Saufen sanieren. Geht ganz einfach: die Unterschicht säuft sich tot.
Das bringt zum einen Steuergelder, zum andern fallen Sozialleistungen weg.

Höhere Staatseinnahmen durch niedrigere Steuern, so lautet doch immer die Zauberformel, die Irland bis vor der Krise einen sagenhaften Boom bescherte.
Schlappe 12,5% Steuern auf Unternehmensgewinne ließ Unternehmer in aller Welt frohlocken und das Manager-Magazin huldigte noch 2005 dem irischen Steuerwunder:

Der Ruf der grünen Insel wurde erhört. Unternehmen aus aller Herren Länder kamen, um in Irland zu investieren, und dann kamen noch mehr und noch mehr und noch mehr.

Aber jetzt kommt keiner mehr.
Dabei zeigt dieses Beispiel deutlich, dass man das irische Modell nicht auf die ganze Welt übertragen kann, was sogenannte Wirtschaftsexperten dennoch immer wieder fordern. Die irische Wirtschaft wuchs ja nicht durch eigene Kraft, sondern durch Investitionen von außen.
Übertragen auf die ganze Welt hieße das, dass Aliens kommen, bei uns investieren und unsere Produkte kaufen müssten.
So blöd können die aber wirklich nicht sein!

Eine Zeitlang lief ja auch alles gut:

Trotz niedrigster Unternehmensteuern gab es immer öfter kräftige Haushaltsüberschüsse – die Regierung wusste bald nicht mehr wohin mit ihrem Geld.

Und jetzt weiß sie nicht mehr, wo sie noch welches herbekommen soll.
So ist binnen kürzester Zeit aus dem schlanken Muster-Staat ein heruntergekommenes Mager-Model geworden.
Dem als letzter Ausweg der Suff bleibt.

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4 Antworten to “Saufen gegen die Wirtschaftskrise”

  1. Au Backe, das ist ja wieder mal n dicker Hund… wenigstens Grass könnten sie im Zuge dessen gleich mit legalisieren 🙂

    • Ja, wäre eigentlich konsequent, das brächte nämlich Steuergelder in nicht unerheblichem Ausmaß, wie Politiker immer so schön sagen. Und alle wären happy.
      Aber du bringst mich grad auf eine andere Idee… [siehe nächsten Artikel]

  2. Ist doch immer wieder schön als Inspirationsquelle zu dienen. Macht zwofuffzich 😛

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