Archiv für Dezember, 2009

Finanzkrise erreicht al Qaida

Posted in Gesellschaft with tags , on 29. Dezember 2009 by arnarscho

Nachdem nun auch die saudi-arabischen Länder die Finanzkrise zu spüren bekommen, scheinen die Gelder für al Qaida nicht mehr so üppig zu fließen wie bisher.
Das lässt sich am jüngsten Anschlagsversuch unschwer erkennen. Wegen den hohen Lohnnebenkosten für qualifizierte Fachkräfte bei gleichzeitigem systemimmanenten Personalschwund müssen sie jetzt schon auf ungelernte, ausländische Arbeitssuchende zurückgreifen.
Aber auch bei den Materialkosten muss gespart werden. Vorbei sind die goldenen Zeiten, in denen man sich Sprengsätze und Zünder aus westlicher Produktion bei den Zulieferern CIA, FBI oder BND leisten konnte.
So musste die „Produktionsabteilung“ in das Billiglohnland Jemen verlagert werden, was sich natürlich in der Qualität niederschlägt.

Deshalb empfiehlt Arnos Schwatzer Block: China-Böller, seit Jahrhunderten bewährt, ab heute im Handel.

[Update]
Das CIA wurde gewarnt, hat die Warnung aber nicht ernst genommen, wahrscheinlich, weil niemand einen Sprengsatz bei ihnen bestellt hatte.

[Last Update für diesjahr]
Weil sie im Jemen keine richtigen Feuerwerke herstellen können, haben sie jetzt sogar die USA um Hilfe gebeten: Bitte bombardiert uns!

Prost Neujahr!

[First Update für diesjahr]

Weihnachten ohne einen misslungenen Terroranschlag der Al-CIAda ist nicht wirklich Weihnachten.

Die ganze Wahrheit über den „Unterhosenbomber“.

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Merkel entdeckt die Demokratie

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , , , on 29. Dezember 2009 by arnarscho

Komischerweise aber immer nur dann, wenn im Iran demonstriert wird.
Und ob sie die Straßenschlachten, die derzeit in Teheran toben, auch bei uns als „friedliche Demonstrationen“ bezeichnen würde, wage ich mal zu bezweifeln.

Merkel scheint ein kurzes Gedächtnis zu haben, was das „inakzeptable“ Vorgehen der Sicherheitskräfte anbelangt. Seit Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags ist es nämlich auch in der EU erlaubt, Demonstranten abzuknallen, um einen Aufruhr oder Aufstand rechtmäßig niederzuschlagen.
Auch dafür hat sich Merkel eingesetzt.

Deshalb sollte sie jetzt lieber das tun, was sie am souveränsten kann: das Maul halten.

Last Exit Taliban

Posted in Politik with tags on 23. Dezember 2009 by arnarscho

Ich lach mich schlapp!
Unser oberster Heeresführer vuz Gutti hat eine neue Idee: man könnte ja mit den gemäßigten Taliban zu reden versuchen.
Auch das ehemalige Nachrichtenmagazin ist ganz entzückt:

Den Afghanen muss letztlich gestattet werden, ihr Schicksal selbst zu bestimmen. Dies in einem Regierungssystem, das ihre eigenen kulturellen Traditionen widerspiegelt.

Nicht unsere.

Mein Instinkt sagt mir, dass da etwas zum Himmel stinkt. Wenn vuz Gutti plötzlich der gleichen Meinung ist wie ich, kann irgendetwas nicht stimmen.
Die naheliegende Erklärung, dass er Arnos Schwatzer Block entdeckt hat und jetzt durchblickt, verwerfe ich mal.

Ist er nach zwei Monaten Fronteinsatz schon so genervt, dass er jetzt sogar mit den Taliban reden will?
Die Taliban sind so ziemlich die übelsten religiösen Fanatiker, die ich kenne, mit denen möchte ich nicht reden müssen.
Aber welche Alternative haben wir denn zu bieten? Ein korrupter Präsident, dessen Clan mit Drogenhandel Geld verdient und in dessen Gefängnissen gefoltert wird – von daher der natürliche Verbündete der USA.

War dieser demokratische „Fortschritt“ wirklich die vielen Menschenopfer wert?
Mit den Taliban hätte man nämlich schon viel früher verhandeln können, als sie noch nicht so stark waren.

Joint the army now!

Posted in Gesellschaft with tags , on 20. Dezember 2009 by arnarscho

Abhängen und Tee trinken.
Voll chillig!

Wie lange dauert noch mal unser „robuster Stabilisierungseinsatz“ in Afghanistan?
Solange, bis die Armee dort selber in der Lage ist, das Land zu verteidigen, heißt es immer. (Unqualifizierter Zwischenruf: verteidigen gegen wen, die Besatzungsmächte, oder die eigenen Brüder im Widerstand?)

Jedenfalls kann das noch einige hundert Jahre dauern. Die afghanische Armee scheint nämlich die friedlichste der Welt zu sein.

Die embedded tactical trainers sind am Verzweifeln.
Aber seht selbst.

Dänen lügen nicht

Posted in Politik, Umwelt with tags , on 20. Dezember 2009 by arnarscho

Von daher war ja schon von vorneherein abzusehen, dass beim Klimagipfel in Kopenhagen keines der üblichen verlogenen Gipfelpapiere herauskommen kann, in denen zwar viel versprochen, aber nichts gehalten wird.
Stattdessen wurde eine Absichtserklärung „zur Kenntnis genommen“.
Das ist doch mal ein ehrliches Ergebnis!

Ob es sich dafür aber gelohnt hat, mehrere hunderttausend Tonnen CO2 zusätzlich in die Luft zu blasen, ist fraglich.

Ebenso fraglich ist das ursprünglich von der EU anvisierte Ziel, den CO2-Ausstoß in den nächsten zehn Jahren um 20-30% zu verringern.
Wie soll denn das möglich sein? Nur mit Energiesparlampen jedenfalls nicht. Vor allem, weil sich jeder noch schnell einen Vorrat an Glühbirnen angelegt hat, der locker für zehn Jahre ausreicht.

Muss also etwas anderes geplant sein. Das wird uns aber nicht verraten, deshalb spekuliere ich jetzt mal.

Plan A: Wirtschaftskrise

Der nachhaltigste Plan, weil er zu einer echten CO2-Redukton führt und die Hauptverursacher Industrie, Haushalte und Verkehr gleichermaßen berücksichtigt.
Wenn wir – was sehr wahrscheinlich ist – in den nächsten zehn Jahren noch mit ein bis zwei Wirtschftskrisen rechnen, könnte die Industrie tatsächlich um 20-30% einbrechen und damit ihren Beitrag leisten.
Die Haushalte werden dadurch beteiligt, dass den Hartz-IV-Empfängern die Heizkosten gestrichen werden, und der Verkehr nimmt durch die steigende Arbeitslosigkeit automatisch ab.
Klimaziel erreicht!

Kann man aber so nicht verkaufen, deshalb gibt es noch

Plan B: Zertifikatehandel

Die Idee dahinter ist, dem CO2-Ausstoß einen Preis zuzuordnen, der an einer Börse durch Angebot und Nachfrage gebildet wird.
Jedes Land, das am Emissionshandel teilnimmt, erhält eine bestimmte Menge Verschmutzungsrechte zugewiesen. Länder, die ihren Anteil nicht aufbrauchen – in der Regel die ärmeren Länder – können ihre Rechte dann an die reicheren Länder verkaufen.
Dadurch wird zwar nicht weniger CO2 in die Luft geblasen, aber es wird teurer für den Endverbraucher. Außerdem wird ein neuer Markt für allerlei windige Geschäftemacher eröffnet.
Spätestens mit dem Platzen der ersten CO2-Spekulationsblase tritt dann automatisch Plan A in Kraft.
Klimaziel erreicht!

Deshalb muss ich Merkel, die davor gewarnt hat, die Ergebnisse des Gipfels schlechtzureden, recht geben: wo nichts ist, kann man auch nichts schlechtreden.
Im Gegenteil, ich bin sogar zufrieden mit diesem Nicht-Ergebnis, weil es wenigstens ehrlich zeigt: in der Klimafrage ist die Schnittmenge aus 192 UNO-Staaten die leere Menge.

 


Klaus Stuttmann im Tagesspiegel

Ethisch saubere Unternehmensführung

Posted in Gesellschaft, Wirtschaft with tags , on 19. Dezember 2009 by arnarscho

Ich muss meine Meinung zu Thomas Middelhoff, dem Ex-Arcandor-Chef, den ich bisher für einen schmierigen, arroganten Schleimer gehalten habe, komplett revidieren. Meine Abneigung ihm gegenüber liegt wohl eher in dem Vorurteil begründet, das ich gegen alle schmierigen, arroganten Schleimer mit gegelten Haaren pflege.

Thomas Middelhoff ist ein feiner, selbstloser Kerl, der gerade auch in schlechten Zeiten um die Bildung besorgt ist und dafür keine privaten Opfer scheut.
So schloss er 2008, obwohl es seinem Konzern schon richtig schlecht ging, einen Sponsoring-Vertrag mit der Privatuniversität Witten/Herdecke um jährlich 350.000€ zur Finanzierung eines Arcandor-Lehrstuhls für ethisch saubere Unternehmensführung ab. Damit die Studies dort, die ja vor allem aus besserem Hause kommen, auch mal lernen, was „ethisch sauber“ ist.
Die privaten Opfer dafür haben seine Karstadt-Angestellten in Form von Kürzungen beim Urlaubs- und Weihnachtsgeld gerne erbracht.

Ethisch sauber ist z.B., wenn man sämtliche Immobilien seines Konzerns an einen Immobilienfonds verkauft, und dann zu Wucherkonditionen zurückmietet, geben ist schließlich seliger denn nehmen.
Falls sich dann herausstellen sollte, dass man zufälligerweise selber Anteile an diesem Immobilienfonds besitzt, hat das ja nichts mit Unternehmensführung zu tun, sondern mit privater Altersvorsorge.

Ethisch sauber ist auch, wenn man am letzten Arbeitstag in seinem bankrotten Unternehmen noch schnell 715.000 Pfund an die ehrwürdige Universität Oxford überweist, und so vor dem Insolvenzverwalter rettet. Dass man dazu den Aufsichtsrat nicht einweihen sollte, versteht sich von selbst. Dort sitzen nämlich nur egoistische Kapitalisten, die nichts als Geld im Kopf haben.
Auf jeden Fall kein Hirn.

Nein, wie der tragische Fall Arcandor gezeigt hat, ist ethisch saubere Unternehmensführung in diesem System nicht möglich. Obwohl Thomas Middelhoff alles versucht hat.

Ein schwacher Trost bleibt ihm immerhin: die Universität Oxford hat seinen Einsatz für die Forschung anerkannt und ihm einen Sitz im Beirat des Forschungsinstituts der Business School zugewiesen.

Müllmann wichtiger als Ackermann

Posted in Gesellschaft, Wirtschaft with tags , on 15. Dezember 2009 by arnarscho

Was wir immer schon geahnt haben, ist jetzt durch eine Studie der New Economics Foundation belegt: ein Jahr ohne Investment-Bankster kann man aushalten, ein Jahr ohne Müllabfuhr wird schon schwieriger.

Die Ökonomen verglichen die Höhe der Gehälter mit dem gesellschaftlichen Nutzen, bzw. Schaden:

So liege das Verhältnis zwischen Einkommen und gesellschaftlicher Wertschöpfung bei Müllmännern bei eins zu zwölf. Müllmänner helfen demnach, durch Recycling CO2-Emissionen einzusparen und Rohstoffverbrauch zu verringern.

Ganz anders sieht es dagegen am oberen Ende der Lohnskala aus:

Die hochbezahlten Banker hingegen hätten mit fehlgeschlagenen Spekulationen hohen volkswirtschaftlichen Schaden angerichtet.
[…]
Für jedes Pfund, das die Spitzenbanker verdienen, zahlt die Gesellschaft sieben Pfund drauf.

In der Studie widerlegen sie auch ein anderes Vorurteil, auf dem unser Ackergaul immer so gerne herumreitet: Wenn man die Besten will, muss man auch die besten Gehälter zahlen.
Wieso die Geldgierigsten aber automatisch die Besten sein sollen, hat er bisher nicht erklärt.
Und wie es passieren konnte, dass die „Besten“ sich so verrechnet haben, auch nicht.