Der Chefökonom empfiehlt

Ökonomen gehören einer besonderen Weltuntergangs-Sekte an.
Sie glauben an unendliches Wachstum auf einer endlichen Welt und lösen so mit ihrer Heilslehre regelmäßig wiederkehrende Finanz-, Wirtschafts- und soziale Krisen aus.
Damit arbeiten sie wesentlich effektiver als andere Weltuntergangs-Sekten, wie z.B. al Qaida, was wiederum ihre hohen Gehälter rechtfertigt.

Nach gängiger Glaubensauffassung entstehen solche Krisen ohnehin nur durch zu hohe Steuern für Spitzenverdiener (wahlweise auch „Leistungsträger“ genannt) und zu hohe Ausgaben für die restliche – in den Rechnungen der Ökonomen „überflüssige“ – Bevölkerung.
Faschismus wäre in diesem Sinne die ökonomisch ideale Staatsform.

Deshalb empfiehlt der Chefökonom der Deutschen Bank, Guru Norbert Walter einen harten Sparkurs:

Sozial- und Gesundheitsausgaben müssen begrenzt werden. Auch Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes sollen einen Beitrag leisten.

Schließlich sind die an der Krise mit schuldig, weil sie Jahr für Jahr einen Großteil des Haushalts verschlingen, aber keinen Gegenwert (in Form von Kapitalrendite) erbringen.
Gesundheitsausgaben, wer braucht denn sowas? Ich bin privat versichert, ich brauche keine AOK. Im Vergleich zu den geringen Leistungen sind die Kosten eh viel zu hoch.
Oder Sozialausgaben, was soll denn das? Wer nicht arbeiten will, der kann doch gleich in den öffentlichen Dienst gehen.

Zum Stopfen des Haushaltslochs empfiehlt der Guru:

Mit einer Pkw-Maut kann man vergleichsweise unproblematisch fünf bis zehn Milliarden Euro einnehmen. Ausländische Pkw-Fahrer sind sicher bereit, einen Beitrag für die vorzügliche deutsche Infrastruktur zu entrichten.

Ach so, nur die ausländischen Pkw-Fahrer müssen die Maut zahlen? Ja, das ist natürlich unproblematisch!
Die kommen sogar extra herübergefahren, um unser Haushaltsloch zu stopfen, weil man hier so schön rasen kann und dann schneller an der nächsten Baustelle ist. Immerhin gehören unsere Baustellen laut ADAC zu den vorzüglichsten in ganz Europa. Da zahlen die Ausländer doch gerne was drauf.

Und hier liegt der Guru sogar richtig:

Bezieher von mittleren Einkommen werden bereits mit 50 Prozent Einkommensteuer und Sozialabgaben (der größere Teil sind die Sozialabgaben) belastet.

Als Bezieher eines höheren Einkommens möchte er soviel natürlich nicht zahlen.

Auch die Bemessungsgrundlage und die Beitragssätze zur Sozialversicherung sollten eingefroren werden.

Weil, das macht sonst kein Spaß mehr, wenn man soviel Abgaben zahlen muss wie die andern.

Das Staatsdefizit klettert auf weit über fünf Prozent des Sozialprodukts, weil Steuereinnahmen sinken und Ausgaben für Konjunkturprogramme und Sozialausgaben zunehmen. Die deutsche Staatsschuld steigt auf 80 Prozent des Sozialprodukts. 2010 verletzt Deutschland erneut den Maastrichter Vertrag. Der Auftakt, eine der gesetzlich vereinbarten Schuldenbremse gemäße Politik zu betreiben, könnte kaum gründlicher schiefgegangen sein.

Sagte einer der Chefökonomen der Finanzkrise.

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