Archiv für Oktober, 2009

If you take LSD in your tea…

Posted in Gesellschaft, Gesundheit with tags on 31. Oktober 2009 by arnarscho

…dann ist das weniger gefährlich als Alkohol oder Tabak.

Die Einnahme von Ecstasy sei mit jährlich 30 Todesfällen nicht gefährlicher als Reiten, wobei jedes Jahr hundert Menschen ums Leben kämen.

Sagte Professor Nutt, der Drogenbeauftragte der britischen Regierung, der seitdem von dieser Aufgabe freigestellt ist:

„Es ist wichtig, dass die Botschaft der Regierung klar ist und Sie als Beauftragter tun nichts, damit sie die Öffentlichkeit versteht“, schrieb [Innenminister] Johnson an Nutt.

Wenn Wissenschaft nicht wahlkampftauglich ist, hat nicht etwa die Politik versagt, sondern die Wissenschaft, weshalb Nutt das Kabinett zurecht als irrationale Rückständige bezeichnete.

Gesundheitsminister noch nicht infiziert

Posted in Gesellschaft, Gesundheit with tags , on 31. Oktober 2009 by arnarscho

Während eine US-Regierungsbehörde bereits das Internet unter dem Schweinegrippevirus zusammenbrechen sieht und unsere EU-Gesundheitskommissarin schwere gesundheitliche Schäden für die Wirtschaft fürchtet, wenn wir – statt Kurzarbeit zu fahren – drei Tage krank zuhause bleiben, kommt unser frischgebackener Gesundheitsminister daher und behauptet, die normale Grippe sei gefährlicher.

Sollte Rösler noch bei gesundem Verstand sein? Was ist da schiefgelaufen?

Wie Arnos Schwatzer Block durch intensive Recherchen herausgefunden hat, war die Pharma-Mafia von der Berufung Röslers genauso überrascht wie die restliche Bevölkerung.
Sie hatten schlicht und einfach vergessen, ihn prophylaktisch zu behandeln, also zu impfen.

Dieser Mangel soll jetzt jedoch durch wirkkraftverstärkende Geldspritzen schnell beseitigt werden.

Yes, Ei cän

Posted in Politik with tags on 31. Oktober 2009 by arnarscho

My first day here.
Nee, echt? Hätten wir sonst gar nicht bemerkt.

Dass unser Guido nicht gerade der hellste Kopf ist, war ja schon vor der Wahl bekannt. Jetzt, nach seinem ersten EU-Gipfel, hat er es sogar selber eingesehen:

Ehrfürchtig berichtete er, wie „klug“ so mancher Kollege doch sei.

Also, wenn er die, die ich aus diesem Kreis so kenne, als klug bezeichnet, muss es wirklich schlimm um ihn bestellt sein.

Aber wenigstens tolerant ist er:

Jovial schüttelte Westerwelle die Hand des polnischen Präsidenten Lech Kaczynski, der für seine Abneigung gegen Schwule bekannt ist.

Und „französisch“ kann er auch: „Merci bien“.

Die Reihen fest geschlossen

Posted in Politik with tags , , on 27. Oktober 2009 by arnarscho

Neues von Radio Wesselwelle.

Den Linken wird noch ihre SED-Vergangenheit angekreidet, während sie unter Guido Merkel schon wieder zukunftsfähig ist.
Jetzt ist Schluss mit Koalitionsstreit:

Im Bundestag und in allen von ihm beschickten Gremien stimmen die Koalitionsfraktionen einheitlich ab. Das gilt auch für Fragen, die nicht Gegenstand der vereinbarten Politik sind. Wechselnde Mehrheiten sind ausgeschlossen. Über das Verfahren und die Arbeit im Parlament wird Einvernehmen zwischen den Koalitionsfraktionen hergestellt. Anträge, Gesetzesinitiativen und Anfragen auf Fraktionsebene werden gemeinsam oder, im Ausnahmefall, im gegenseitigen Einvernehmen eingebracht.

Das ist christliche, freiheitliche, soziale, demokratische Politik. Und keiner in der Koalition muckt auf?
So viel zu unseren Waschlappen von Politikern, die sich lieber kastrieren lassen, als ihre Meinung zu vertreten, so sie denn eine hätten.

Danke an blogwuerdig, der es geschafft hat, den Koalitionsvertrag bis Zeile 6101 zu lesen. Mir war schon nach zwei Seiten schlecht.

[Update]
Das müssen wir aber noch ein bisschen üben. Gleich bei der ersten Abstimmung den Koalitionsvertrag nicht eingehalten.

[Updater]
Jetzt ist es raus: die Ossies waren die Abweichler!
Ja, das kann doch nicht sein, Wessies alle gleichgeschaltet und ausgerechnet die alten Blockflöten proben den Aufstand?

Schuldenwachstum. Einbildung. Koalitionsstreit.

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , on 27. Oktober 2009 by arnarscho

Der Koalitionsvertrag ist noch nicht unterschrieben, da streiten sich die Koalitionäre schon um die Deutungshoheit.
Das ist aber auch kein Wunder, der Vertrag strotzt nur so von Lügen und Widersprüchen:

I. WOHLSTAND FÜR ALLE
Durch nachhaltiges Wirtschaften

Wahlbetrug!
Das klingt doch nach Wahlkampfsprüchen der Linken und Grünen?

1. Wachstum und Aufschwung
Unsere wirtschaftspolitische Leitlinie ist die Soziale Marktwirtschaft. Sie greift weit über ökonomische Ziele hinaus.

Wie wir sehen, ist Schwarz-Gelb bis hierher noch keine soziale Gefahr, jedoch geht der Text weiter:

Wir […] verteidigen die Wirtschaftsordnung […] mit aller Kraft. […] Die Ordnungspolitik setzt in der Sozialen Marktwirtschaft die Rahmenbedingungen. Deren oberstes Ziel muss sein, dass Bürger und Unternehmen […] ihr Eigentum sichern können.

Ah, jetzt verstehe ich das schon eher!

Und was wollen sie machen?
Um eine deutliche Aussage zu erhalten, braucht man im offiziellen Koalitionspapier nur zwei Wörter zu verschieben:

Wir werden erstens die Motivation und Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmer und Arbeitgeber in unserem Land schnell und deutlich stärken,…

durch Motivationsmaßnahmen von der Art „Motivation durch Freude“

…indem wir sofort damit beginnen, die Steuern der Arbeitgeber zu senken, bürokratische Hemmnisse abzubauen…

bürokratische Hemmnisse – wie Kündigungsschutz – untergraben nämlich die Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmer

…und mehr Anreize zu schaffen, damit sich reguläre, sozialversicherungspflichtige Arbeit in allen Bereichen lohnt.

Und zwar für die Arbeitgeber.

Wir wollen darüber hinaus eine steuerliche Entlastung insbesondere für die unteren und mittleren Einkommensbereiche sowie für die Familien mit Kindern in einem Gesamtvolumen von 24 Mrd. Euro (volle Jahreswirkung) im Laufe der Legislaturperiode umsetzen.

Der Kinderfreibetrag wird in einem ersten Schritt zum 1.1.2010 auf 7008,- Euro und das Kindergeld um je 20,- Euro erhöht.

Und so sieht dann die Entlastung insbesondere der unteren Einkommensschichten aus:
Familien mit einem Einkommen bis 30.000€ werden jährlich mit 240€ entlastet, Einkommen ab 150.000€ hingegen mit 435€. Hartz-IV-Empfänger erhalten gar nichts!

Also Lügen wie gedruckt, schwarz auf gelb.

Das neue Kabarett

Posted in Politik with tags on 24. Oktober 2009 by arnarscho

Ich bin zufrieden mit dem Grusel-Kabinett, die nächsten vier Jahre dürfte es genug Stoff zum Lästern geben.

Meine persönlichen Highlights:

  • Guttenberg.
    Jetzt kann er Stil zeigen und publikumswirksam mit gegelten Haaren am Hindukusch breit grinsend neben verstümmelten Opfern von Flugzeugangriffen auftreten.
  • Niebel.
    Einer der Apologeten der radikalen Marktwirtschaft erhält die einmalige Chance, sein eigenes Ministerium abzuwickeln.
  • Ursula.
    Sie hat ihre Arbeit so gut gemacht, dass sie sitzengeblieben ist. Und hat damit vier weitere Jahre Gelegenheit, etwas gegen Kindesmisshandlungen zu tun.
  • Schäuble.
    Ich bin zwar nicht ganz so euphorisch wie die FR, aber allein, dass die FDP verschnupft reagierte, zeigt, dass diese Entscheidung goldrichtig war.
  • Guido.
    Hat sein Ziel erreicht und kann endlich einen Englischkurs als Weiterbildungsmaßnahme steuerlich absetzen.
  • Schavan.
    Die nette Oma von nebenan darf weiter danach forschen, was genau die Aufgabe ihres Ministeriums ist.
  • Jung.
    Wird wegen Arbeitsverweigerung zur Umerziehung ins Arbeitsministerium gesteckt.
  • Brüderle.
    Kann mit seinen Stammtischparolen endlich in die Wirtschaft gehen.

Finanzkrise für Dummies (Teil 2)

Posted in Gesellschaft, Wirtschaft with tags on 23. Oktober 2009 by arnarscho

Diesmal geht es um die Frage, wo eigentlich die Milliardengewinne herkommen, die einige Banken im letzten Quartal wieder eingefahren haben. Die Wirtschaft liegt doch am Boden, wo kommt denn das ganze Geld her?
Von wem wohl? Vom Steuerzahler!

Das Spielchen geht so: die Zentralbanken bieten momentan Geld in unbegrenzter Menge an, zu 0% Zinsen. Da greifen die Banken doch gerne zu und investieren die übeflüssigen Milliarden in kurzfristige Staatsanleihen, die zwar nur schmähenswerte 2-3% bringen, aber wenn man’s doch geschenkt kriegt?

Mit den Staatsanleihen bedient der Staat übrigens die Schulden, die er bei den gleichen Banken hat, natürlich auch noch mal gegen Zinsen.