Zensursula und das kleine Ferkel


Was mach eigentlich Zensursula, wenn sie nicht gerade heimlich mit ihrem Dienstwagen unterwegs ist, um Stop-Schilder an allen Häusern anzubringen, in denen Kinder misshandelt werden?

Natürlich, sie geht ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: Zensieren von allem, was sie nicht versteht. Und das ist ziemlich viel, wie die Geschichte mit dem kleinen Ferkel zeigt.

Das Ministerium beantragte die Indizierung des Kinderbuchs als jugendgefährdende Schrift.
[…]
Jugendgefährdend seien Medien, „wenn sie unsittlich sind, verrohend wirken, zu Gewalttätigkeit, Verbrechen oder Rassenhass anreizen“.

Aber weder BILD-Zeitung noch Fernsehen ist damit gemeint.

Dass ausgerechnet die niedlich illustrierte Geschichte vom kleinen Ferkel zu solcher „Verrohung“ beitragen könne, wird damit begründet, dass in dem Buch „die drei großen Weltreligionen Christentum, Islam und das Judentum verächtlich gemacht“ und „die Besonderheiten jeder Religion (…) der Lächerlichkeit preisgegeben“ würden.

Laut Indizierungsantrag will man antisemitische Tendenzen erkennen:

Durch die Anführung des Beispiels der „Sintflut“, durch welche Menschenbabys, Omas und Tiere vernichtet worden seien, wird die jüdische Religion als besonders Angst einflößend und grausam dargestellt.
Dies ergibt sich aus folgenden Textpassagen:

„Eines Tages“, sagte der Rabbi, „ärgerte sich Gott, der Herr, so sehr über die Menschen, dass er sich entschloss, alles Leben auf der Erde zu vernichten.“ „Alles Leben?“, fragte das Ferkel erschrocken. „Alle Menschenbabys, alle Omas und alle Tiere? Auch die Ferkel, die Igel, die Schmetterlinge und die kleinen Meerschweinchen?“ „Ja, alles Leben“, antwortete der Rabbi.

Unterstrichen wird die Wirkung des Textes durch den Bildbeitrag, in welchem zu sehen ist, wie der Rabbi symbolisch die Arche Noah in seinen Händen hält. Um ihn herum liegen verstreut Gegenstände, wie z.B. ein Babyschnuller und Kinderschuhe, die verdeutlichen sollen, dass bei der Sintflut Säuglinge und kleine Kinder ums Leben gekommen sind.
Diese Art der bildlichen Präsentation stellt die jüdische Religion als besonders menschenverachtend, grausam und mitleidslos dar.

(Unqualifizierter Zwischenruf: Sollte man vielleicht lieber Bilder aus Palästina zeigen?)

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Eine Antwort to “Zensursula und das kleine Ferkel”

  1. Robert Lemos Says:

    Mal abgesehen davon..

    Gott HAT (laut Bibel) alles Leben auf der Erde vernichtet! Alle Babys, alle Tiere und auch alle Omas..

    Vielleicht sollte man die Bibel indizieren. Was da beschrieben wird ist Mord und Totschlag..Zensursula hat echt nichts zu tun ey..

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