Schlimmer geht immer

Wer, wie ich, bisher dem Wahn verfallen war, unsere geliebte Urseli vdL, angeblich Familienministerin, wäre am unteren Ende der (ansonsten nach unten offenen) Niederträchtigkeitsskala angelangt, kann durch neuerliche Ergüsse ebenselbiger in einem Interview mit der Rheinischen Post (RP) geheilt werden.

RP: In der Auseinandersetzung um die Sperren gegen Kinderpornographie im Internet haben Sie gegen junge Leute kämpfen müssen, die ein freies Internet fordern, wie ernst nehmen sie diese Bewegung?

vdL: Ich nehme sie politisch und menschlich ernst und begrüße ihr Engagement.

Hartnäckiges Weglächeln von Fakten aus unterschiedlichsten Quellen (z.T. sogar von der Bundesregierung selber) und ständiges Wiederholen nachweißlicher Lügen nennt sie also politisch ernst nehmen?
Diejenigen, die sich deshalb ernsthaft Gedanken um unsere Demokratie machen, im Nebensatz in die Nähe von Pädophilen zu rücken, nennt sie also menschlich ernst nehmen?

RP: Hat sie der Spitzname „Zensursula” getroffen?

vdL (lacht) Nein. Das fand ich patent. Das gehört zur politischen Auseinandersetzung dazu.

Politische Auseinandersetzung ist so ähnlich wie Karneval!
Lol, was haben wir gelacht!

Mal im Ernst: welcher aufgeklärte, demokratisch denkende Mensch würde es patent finden, wenn sein Name als Synonym für Zensur gebraucht wird?

RP: Sehen Sie weitere Felder, wo Kinder und Jugendliche im Netz besser geschützt werden müssen?

vdL: Ja, bei den sozialen Netzwerken im Internet, die Jugendliche gerne nutzen. Ich möchte […] einen Verhaltenskodex entwickeln.

Au!
Jetzt betreten wir vermintes Gebiet.

Zunächst ist ja schon mal die Frage verkehrt, weil vdL bisher noch kein einziges Kind geschützt hat. Sie hätte Gelegenheit dazu, allerdings!

Und ausgerechnt DIE will einen Verhaltenskodex fürs Netz entwickeln?
Urseli, was soll denn der Quatsch? Du weißt doch genau, wie das geht: einfach Ignorieren drücken!

Gut, man könnte mir jetzt vorwerfen, dass ich das Zitat unzulässig verkürzt habe, die drei Pünktchen […] ersetzen jedoch einen semantisch vollkommen irrelevanten Teilsatz:

gemeinsam mit den Verantwortlichen solcher Kommunikationsforen, aber auch mit der Kompetenz der Jugendlichen

Wenn sie das wirklich wollte, hätte sie das schon sein Monaten machen können. Dann wüsste sie auch, dass es diesen Kodex, die Netiquette, schon seit Jahrzehnten gibt. Und in den sozialen Netzwerken gibt es auch klare Regeln; wer sich nicht dran hält, fliegt raus.

Um dieses eklatante Unwissen zu beseitigen, interpretiere ich mal §1 der Netiquette für Politiker/innen:

Vergiss niemals, dass auf der anderen Seite ein Mensch sitzt.

Für Politiker/innen heißt das, dass auf der anderen Seite der Souverän sitzt. Und wenn der euch etwas unflätig vorkommt, wie man aus euren menschenverachtenden Äußerungen herauslesen kann, solltet ihr bedenken, dass auch IHR, im speziellen Familienpolitikerinnen, für dessen Bildung zuständig seid.

vdL: Respektvoller Umgang muss in Chats, blogs oder Foren so selbstverständlich sein, wie wir das auch im Schulalltag mit Streitschlichtern oder Vertrauenslehrern einfordern.

Ich weiß jetzt nicht so genau, welche Schulen die meint. Winnenden sicherlich nicht. Und die Schulen, die ich kenne, auch nicht.
Dagegen ist das Netz nämlich eine Kuschelveranstaltung!

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