Weg mit den Stop-Schildern – freie Fahrt für freie Bürger!

Eine Frage, die ja nicht nur mich umtreibt, ist: wie kommt es, dass Politiker sich immer wieder hartnäckig (soviel Rückgrat kennt man von denen sonst eigentlich gar nicht) weigern, auf den Rat von Experten zu hören, vor allem bei Themen, von denen sie nachweislich keine Ahnung haben?
Die Lösung ist ganz einfach: alle Dinge, die wichtig sind, verstehen Politiker natürlich selbstverständlich. Im Umkehrschluss heißt das: alle Dinge, von denen Politiker nichts verstehen, sind folglich unwichtig.
Und um unwichtige Dinge braucht sich ein Politiker ja nun wirklich nicht zu kümmern!

Und da sie das Internet überhaupt nicht verstehen, muss das fürchterlich unwichtig sein. So unwichtig, dass man dort noch nicht mal das Grundgesetz anzuwenden braucht (wegen der Unverhältnismäßigkeit).
Evtl. kann man auch so argumentieren: da das Internet ja angeblich ein rechts- und gesetzesloser Raum ist, braucht dort auch nicht das Grundgesetz zu gelten.

Warum die das Internet nicht verstehen, ist auch klar: es gibt dort mehr Meinungen als Parteien, das überfordert ein in Fraktionszwängen eingeschränktes Politikerhirn und muss deshalb verfassungsfeindlich sein!

Aus der Verhaltensforschung ist ja bekannt, dass auch beim modernen Homo sapiens die urzeitlichen Instinke immer noch eine große Rolle spielen.
Wenn z.B. vor meiner Höhle etwas Fremdes auftaucht, das ich nicht verstehe, haue ich zuerst mal mit der Keule drauf. Das hat sich evolutionstechnisch bewährt und kann deshalb so verkehrt nicht sein.
Bedenklich wird es erst, wenn solch eine Horde digitaler Halbaffen versucht, eine Nation in unserer globalisierten Welt ins Informationszeitalter zu führen.
Ich möchte jetzt aber nicht pauschalieren: es gibt durchaus auch Politiker, die sich im Netz zurechtfinden, unsere geliebte Bundesregierung gehört jedoch definitiv nicht dazu.

Zweifellos ist das Internet chaotischer als der sonntägliche Besuch beim Hasenzüchter-Verein im Wahlkreis. Aber auch repräsentativer!
Man kann nämlich mit Fug und Recht behaupten, dass das Netz in seiner chaotischen Vielfalt einen repräsentativen Querschnitt durch die Bevölkerung darstellt, vor allem natürlich die jüngere. Wenn Politiker das abstoßend finden, hängt das auch damit zusammen, dass sie hier zum ersten Mal einen unzensierten Blick auf ihr Volk werfen können und nicht nur fähnchenschwingende Händeschüttler vorfinden.

Ja, liebe Politiker, das ist euer Souverän, damit müsst ihr jetzt leben!
Da helfen auch keine Stop-Schilder!

Das sind außerdem nachwachsende Wählerressourcen, mit denen solltet ihr euch’s nicht verscherzen.

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