Archiv für Juni, 2009

Unser Wirtschaftskrimi des Tages

Posted in Politik, Wirtschaft with tags , , on 28. Juni 2009 by arnarscho

Und hier die Fortsetzung:

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Wahl fälschen – aber richtig!

Posted in Politik, Wissenschaft with tags on 28. Juni 2009 by arnarscho

Wer Wahlen fälscht, oder gefälschte Wahlen in Umlauf bringt, sollte rechnen können!

Der Astronom Boudewijn F. Roukema hat in einer Arbeit die offiziellen Zahlen der Iran-Wahl statistisch untersucht und Abweichungen zum Newcomb-Benfordschen Gesetz festgestellt, obwohl das Zahlenmaterial die Vorraussetzungen dafür eigentlich erfüllt.

Das Gesetz besagt – für hinreichend weit gestreute Zahlenmengen -, dass kleinere Anfangsziffern wahrscheinlicher sind als größere.
In vielen Diagrammen wird gezeigt, dass das auch in fast allen Fällen zutrifft, mit lediglich zwei Abweichungen: der letzte Kandidat, Karrubi, hat überraschend viele 7er an erster Stelle und Ahmadinedschad weniger 1er als erwartet, dafür aber mehr 2er.
Durch weitere Untersuchungen findet Roukema dann als mögliche Erklärung, dass in rund 20 Wahlkreisen bis zu 3 Millionen Stimmen gefälscht sein könnten.
Das ist zwar nur Statistik, deckt sich aber erstaunlich gut mit den Zahlen, die mal kursierten.

In einer ordentlichen Demokratie wie in Deutschland kann so etwas natürlich nicht passieren, hier wird schon gleich von vorneherein verfassungswidrig gewählt. Dass die SPD das jetzt noch schnell ändern will, wird auch verständlich, wenn man bedenkt, dass größere Parteien (CDU) von den Überhangmandaten mehr profitieren als kleinere Parteien (SPD) und wir deshalb nach derzeitigem Stand mit 90% Wahrscheinlichkeit Schwarz-Gelb kriegen könnten, obwohl der prozentuale Wähleranteil nur für 66% (Wahrscheinlichkeit) reichen würde.

Münte blickt durch

Posted in Gesellschaft, Politik with tags , on 27. Juni 2009 by arnarscho

Im Interview mit der Welt am Sonntag.

Welt am Sonntag: Ist nicht die geringe Wahlbeteiligung, die Tatsache, dass sich die Menschen von den Parteien abwenden, eine viel größere Gefahr für die Demokratie?

Müntefering: Das ist auch ein Ergebnis der von mir skizzierten Entwicklung, dass bestimmte Teile der Wirtschafts- und Finanzwelt den Wohlstand und die Sicherheit der Menschen leichtfertig auf Spiel gesetzt haben und weiter setzen. Das beschädigt das Vertrauen in die Demokratie und in die Politik. Demokratie geht aus von der Gleichwertigkeit der Menschen und dass man akzeptiert, dass Menschen nicht mit Geld über andere Menschen herrschen dürfen. Wir erleben was anderes und sind entrüstet. Die Wählerinnen und Wähler auch.

Welt am Sonntag: Wer akzeptiert denn das nicht?

Müntefering: Es gibt Finanzhaie, die nicht akzeptieren, dass es demokratisch legitimierte Macht gibt. Dass Demokratie das Urwaldgesetz, bei dem der Stärkste gewinnt, aufhebt oder besser: aufheben muss. Diese Grundidee von der Demokratie, die leidet im Moment dadurch, dass einige mit sehr viel Geld in der Welt unterwegs sind und sagen: Demokratie interessiert uns nicht, wir machen, was wir wollen. Das ist es, was die Menschen an der Politik zweifeln lässt. Sie zweifeln, ob die Politik tatsächlich noch alles im Griff hat.

Arnos Schwatzer Block meint: wir auch!

Die Geister, die ich nicht rief

Posted in Politik with tags , on 27. Juni 2009 by arnarscho

Tja, dumm gelaufen, liebe Regierung.

Jetzt habt ihr es endlich geschafft, die jungen Leute, die immer nur am Computer sitzen, für Politik zu begeistern.
Das wolltet ihr doch.
Ihr könnt euch deshalb auch jetzt euren Obama-mäßigen Internetwahlkampf ersparen. Und uns viele Peinlichkeiten.
Bedenkt, dass man das auf der ganzen Welt sehen kann!
Und zwar ewig, weil das Internet – im Gegensatz zu euren Wählern – nichts vergisst.
Ihr solltet deshalb auch aufpassen, was ihr wann, wo und wie sagt, weil ab sofort alles gegen euch verwendet werden kann.

Union will Bankenrettung angeblich mit Massenobdachlosigkeit finanzieren

Posted in Politik, Wirtschaft with tags , , , on 25. Juni 2009 by arnarscho

Neben erheblichen Kürzungen bei den Mieterstattungen für Hartz-IV-Empfänger wird auch über eine Fast-Verdreifachung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel nachgedacht, berichtet Telepolis heute und beruft sich dabei im Wesentlichen auf einen BILD-Artikel (den ich hier aber nicht verlinke).

Natürlich wird bereits heftig dementiert, aber dazu passt es zu gut ins Bild der Umverteilungspolitik der letzten Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte.

Die armen Millionäre haben durch die Finanzkrise ja auch ganz schön viel Geld verloren, und zwar ganz andere Summen als die Kleinsparer. Das musste man ihnen jetzt wieder ganz schnell zuschaufeln, sonst werden die böse, und das ist im Wahlkampf gaaanz schlecht!
Woher das Geld letztendlich kommt, ist den armen Millionären dabei egal, Hauptsache nicht von ihnen.

Da wäre die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel genau das geeignete asoziale Mittel, weil es vor allem die Ärmsten trifft. Natürlich trifft das auch die armen Millionäre hart, weil dadurch auch Kaviar teurer wird, aber wenn man zum Ausgleich den allgemeinen Steuersatz um 1% senkt, kostet die Yacht dafür 10.000 € weniger.
Dann können sich auch die armen Millionäre wieder gutes Essen leisten und sind wieder gut gelaunt.

[Update]
Anscheinend sind sie das auch schon:

Während die Bevölkerung die vollen Auswirkungen der Krise zu spüren bekommt, verdienen die Banken, die die Krise ausgelöst haben, bereits wieder kräftig Geld. Erst diese Woche hat ihnen die Europäische Zentralbank Kredite in unbeschränkter Höhe mit einjähriger Laufzeit zum Zinssatz von nur einem Prozent angeboten. Über 1.110 Banken griffen zu und erhielten insgesamt 442 Milliarden Euro. Wir ersaufen im Geld, kommentierte ein Börsenhändler.

In dem Artikel weist Peter Schwarz auch darauf hin, wer nach der Wahl als Schuldenbock herhalten muss: die im Ruck-Zuck-Verfahren ins Grundgesetz eingeschleuste Schuldenbremse:

Die Schuldenbremse dient vor allem politischen Zwecken. Sie liefert den Vorwand, um einen rigorosen Sparkurs gegen massiven Widerstand durchzusetzen. Was SPD und Union im Wahlkampf versprechen, werden sie nach der Wahl unter Hinweis auf die Schuldenbremse für nicht finanzierbar erklären.

Weil sich unsere geliebte Bundesregierung ja immer strikt ans Grundgesetz hält!

Überraschend deutlich ist auch Horst Seehofer (CSU):

Im Unionswahlprogramm sind Steuererhöhungen definitiv ausgeschlossen.

Wohlbemerkt: im Wahlprogramm!
Seehofer führt zwar weiter aus:

Ich gehöre nicht zu denjenigen, die nach der Wahl etwas anderes machen als sie vorher gesagt haben.

Offensichtlich leidet er aber unter Realitätsverlust, Gedächtnisverlust oder gar unter der Blauzungenseuche?

Zugedröhnte Kängurus zerstören Mohnfelder

Posted in Sonstiges on 25. Juni 2009 by arnarscho

Was Spiegel-Online da berichtet, ist ja mal wieder die Härte:

Sie sind total high und hüpfen im Kreis: Im australischen Bundesstaat Tasmanien sind berauschte Wallabys zu einer Bedrohung für Mohnfelder geworden. Die weltweit größte Produktion von legal angebautem Schlafmohn ist in Gefahr.

Die Wallabys hüpfen in die Felder und fressen vom Mohn. Dann passiert es: Die kleinen Kängurus springen selbstvergessen im Kreis – und am Ende brechen sie zusammen. Wir sehen Kreise auf Mohnfeldern, die von Wallabys stammen, die high sind, sagte Tasmaniens Generalstaatsanwältin Lara Giddings am Donnerstag im Parlament der Hauptstadt Hobart bei einer Fragestunde zur Sicherung der millionenschweren Mohnernte der Insel.

Kann man die nicht zur Verteidigung unserer Freiheit an den Hindukusch verlegen, damit sie dort die Mohnfelder der Taliban zerstören und sie dadurch ihrer Finanzierungsgrundlage berauben?
Wär doch besser als Soldaten.
Oder krieg ich jetzt Ärger mit diversen Tierschutzorganisationen?

Endlich sinnvoller Vorschlag der Musikindustrie

Posted in Gesellschaft, Musik with tags , on 23. Juni 2009 by arnarscho

Gemäß einem Bericht auf heise.de will die US-Verwertungsgesellschaft ASCAP, das Pendant der deutschen GEMA, vor Gericht erstreiten, dass das Abspielen von Klingeltönen als öffentliche Aufführung gewertet wird.
Nein, heute ist nicht der 1. April.

Das Abspielen des Klingeltons in der Öffentlichkeit sei eine Aufführung gemäß US-Copyright, heißt es in dem Antrag. Weil diese Aufführung auf dem Netz von AT&T stattfinde, sei sie gewerblich und der Netzbetreiber in der Pflicht.

Endlich mal ein Vorschlag aus der Musikindustrie, dem auch ich zustimmen kann!

Das ist auf jeden Fall noch besser als die Geschichte, die sich vor ein paar Jahren zutrug:

Ch. Schneider traute seinen Ohren nicht: 19,60 Euro – zuzüglich Urheberabgabe und Mehrwertsteuer – soll der Vorsitzende des örtlichen Pferde- und Breitensportvereins an die GEMA zahlen – weil ein dutzend Kinder und Jugendliche am Lagerfeuer Volkslieder angestimmt hatten. Die Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigsrechte drohte Schneider auch gleich mit Fristsetzung und Strafmaßnahmen.

Und ein User des Heise-Forums weiß auch schon, wie’s weitergeht:

Der Irrsinn wird immer unvorstellbarer. Bald werden Kanarienvögel mit GEMA-Mahnungen überschüttet, weil sie Klingeltöne nachahmen.

Krass ist auch das Urteil von letzter Woche gegen Jammie Thomas-Rasset:

1,92 Millionen US-Dollar Schadensersatz […], weil die Jury es für erwiesen hält, dass die 32-jährige Mutter von vier Kindern 24 Musikstücke über das Filesharingnetz Kazaa verbreitet hat.
[…] Und jetzt sind es 80.000 US-Dollar für einen Song, der im Internet für 99 Cent zu haben ist.

Arnos Schwatzer Block meint: weiter so!

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Zum Schluss noch eine kleine repräsentative Umfrage:

Die Musikindustrie ist (Zutreffendes bitte ankreuzen, Mehrfachnennungen möglich):

[X] einfallslos
[X] geldgierig
[X] am Ende
[X] unfähig, Musik zu marktgerechten Konditionen zu verkaufen
[X] dumm, weil sie sich deshalb in den letzten Jahren zig-Millionen Gewinne hat durch die Lappen gehen lassen
[X] selber schuld